Aliens Band 2

Der zweite Band ausgewählter Alien-Comics bei Cross-Cult

Aliens 2 Cover - Cross Cult
Aliens 2 Cover - Cross Cult
Der zweite Band der Alien-Comics vereint die drei Geschichten: Der Geist, Wiedergeburt und Alchemie.

Im Jahr 1979 erschütterte Ridley Scott mit dem klaustrophobischen Science-Fiction Thriller „Alien“ das Kinopublikum. Ein parasitäres Monster nistet sich in den Menschen ein und benutzt ihn als Wirtskörper – bis es schließlich aus ihm herausplatzt und sich den nächsten Wirt sucht. Wieder und wieder pflanzt es sich fort und gerät so zur Bedrohung für die gesamte Menschheit. Seit Ellen Ripley (Sigourney Weaver) im Raumschiff Nostromo das erste Mal aus dem Kältetiefschlaf erwacht ist und auf das Alien traf, sind bis zum Jahr 1997 drei Fortsetzungen erschienen. Außerhalb der Reihe existieren noch die Alien vs. Predator Filme, die nicht nur auf der Leinwand, sondern insbesondere im Merchandisingbereich ganz neue Stilblüten getrieben haben.

Parasitäres Monster

Flankiert vom Erfolg der Filmreihe, erschien im Laufe der Jahre eine Reihe von Alien-Comics. Unterschiedliche Zeichner und Autoren haben sich dem Alien-Sujet angenommen und lieferten eine Vielzahl an Geschichten ab. Eine Auswahl dieser Geschichten erscheint im Cross-Cult Verlag in deutscher Sprache. Der zweite Band der Serie enthält drei Geschichten des Alien-Universums aus den Jahren 1997 und 1998.

Geschichte eins – „Der Geist“, gezeichnet von Eduardo Risso, erzählt die Geschichte von sechs Teenagern, die auf der Suche nach ein bisschen Action in eine geheimnisvolle Höhle geraten und, oh Wunder, auf ein eher mies gelauntes Alien treffen. In ausgesprochener Knappheit (etwa 30 Seiten), ist diese Kurzgeschichte erzählt, inklusive überraschendem Ende.

Comic-Adaption von Alien – Die Wiedergeburt

Bei der zweiten Geschichte in „Aliens 2“, ebenfalls von Eduardo Risso gezeichnet, handelt es sich um eine Adaption des vierten Alien Films („Alien – Die Wiedergeburt“). Storytechnisch also keine Neuschöpfung, sondern eine graphische Umarbeitung. Trotz des gekonnten Stils von Eduardo Risso kann die Geschichte nicht so richtig überzeugen. Die Struktur der Panels wirkt leider nur allzu routiniert und bietet keine Überraschungen oder neue Erkenntnisse, die nicht schon der Film zu erzählen wusste.

Industrie vs. Religion

Wirklich herausragend, sowohl erzählerisch als auch zeichnerisch ist die dritte Geschichte („Alchemie“) in „Aliens 2“ von John Arcudi (Text) und Richard Corben (Zeichnungen). Auf dem Kolonieplaneten Emerson kämpfen Industrie und Religion um die ideologische Vormachtstellung. Während Vertreter der ersten Seite die Ressourcen des Planeten verbrauchen wollen, um das Überleben zu sichern, beschwört die andere Seite die Apokalypse herauf. Eine junge Polizistin kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Auf knapp 80 Seiten handeln Arcudi und Corben nahezu alle Themenkomplexe der dystopischen Science-Fiction ab: Weltuntergang, künstliche Intelligenz, repressive Regime, Gewalt als legitimes Mittel und natürlich außerirdische Lebensformen – Aliens.

Düstere Melange

Sie vermengen diese Zutaten zu einer düsteren Melange, inszeniert unter Mithilfe zahlreicher Flash-Backs und mit einer wahrhaft kreativen Panelarchitektur. Unglücklicherweise reichen die 80 Seiten nicht aus, um die Story wirklich angemessen zu erzählen. Die Handlungsstränge werden zwar sinnvoll vereint und zu einem Ende gebracht, ein bisschen Tiefgang hätte aber nicht schaden können. Das gilt übrigens für alle drei Geschichten dieses Bandes.

Aliens 2. Zeichnungen: Eduardo Risso, Richard Corben. Text: John Arcudi, Jay Stephens. Cross Cult / Dark Horse. Hardcover, s/w, 160 Seiten. Euro 16,00.

Martin Höche, Martin Höche

Martin Höche - Martin Höche hat als Journalist für das Interviewportal Planet-Interview gearbeitet und Beiträge in verschiedenen deutschen ...

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