Aliens versus Predator

Multimediales Crossover als Comic, Buch, Computer-Spiel und Film

1990 tauchte in "Predator 2" in einer kurzen Szene ein Alien-Skelett an Bord eines Predatoren-Schiffes auf. Daraus entwickelte sich eine eigene Serie.

Arnold Schwarzenegger war der erste Mensch, der 1987 einen Predator, einen außerirdischen Jäger, im gleichnamigen Actionfilm besiegte. 1990 war Arnie zu sehr mit den Dreharbeiten an Terminator 2 beschäftigt und überließ es Danny Glover („Zwei Stahlharte Profis“) den Predator 2 zu jagen und zu töten. Detective Mike Harrigan (Danny Glover) gelingt dies nach einem actionreichen Kampf in der Trophäenkammer an Bord des Predatorenschiffes – und in dieser Szene findet sich die Initialzündung für das Crossover. In einem kurzen Schwenk sieht man an der Wand unter anderen Jagdtrophäen den langgezogenen, augenlosen Schädelknochen eines Aliens.

Das Special Effects-Team um Stan Winston (u.a. „Terminator 1 - 3“, „Predator 1 + 2“, „Aliens – Die Rückkehr“) hatte den Schädel als Insider-Gag eingebaut, aber den Lizenzinhabern von Twentieth Century Fox gefiel er so gut, dass sie weitere Comics ermutigten und dieses Franchise für Computerspiele offerierten.

Comics: Aliens vs Predator gezeichnet und getuscht

Weitere Comics? Ja, denn genau genommen wurde der erste „Aliens versus Predator“-Comic Ende der 80er Jahre konzipiert. Er erschien erst nach Predator 2, aber es ist anzunehmen, dass die Verantwortlichen des Comic-Verlags Dark Horse mit Twentieth Century Fox über ihre Pläne gesprochen haben. Vielleicht waren sie ja die Inspiration für das SFX-Team von Predator 2?

Der Comic „Aliens versus Predator“ (abekürzt: AvP) spielt auf Ryushi, einem von Menschen gerade kolonisierten Planeten. Dummerweise ist Ryushi auch ein traditioneller Jagdgrund für das Initiationsritual der Predatoren. Der Jagdgrund wird für die Jagd vorbereitet, indem eine Alien Queen zum Brüten ausgesetzt wird …

Comics: Die Terminator-Quadrologie

Die vierteilige Serie „Aliens versus Predator versus The Terminator“ führt 2001 einen weiteren 80er Jahre Mythos ins Crossover ein: den Terminator in Form des - bisher aus den Filmen unbekannten - Crypto-Terminatoren, Maschinen-Schläfer im Menschengewand. Dieses Modell wurde am Ende des Mensch-Maschinen-Krieges eingeführt, als die Maschinen ihre Niederlage voraussahen. Es reaktiviert sich hier als Dr. Trollenberg, der in einem geheimen Labor an einem Super-Soldaten arbeitet. Annalee Call (Winona Ryders Charakter in „Alien - Die Wiedergeburt“), Ellen Ripley und ein Predatoren-Clan stellen Trollenberg mit seinen Terminatoren nach blutigen Kämpfen in einem riesigen Alien-Hive auf einem Asteroiden.

Die Verquickung der Terminatoren mit AvP würde es den Autoren weiterer AvP-Teile elegant erlauben die größte temporale Diskontinuität der Serie wegzuerklären: Ripley kennt in Alien (1979) im 22. Jahrhundert nicht die Wesen, die bereits mehrmals die Erde in AvP 1 & 2 (2004, 2007 – filmische Gegenwart) heimgesucht haben. Die Erklärung: der Atomkrieg, den Skynet gegen die Menschen ausgelöst hat und der damit verbundene Datenverlust, der bereits in Terminator angesprochen wird.

Comics: Superman und Batman und weitere Heroen

2007 helfen Batman und Superman einem in den Anden notgelandeten Predator-Schiff. In einer anderen Reihe hatten es bereits 2001 die Heroen Witchblade und Darkness mit Aliens und Predatoren zu tun. Zwischen 1993 und 1995 wurde „Aliens/Predator: Deadliest of the Species“ veröffentlicht. Die Aliens haben die Erde überrannt und die letzten überlebenden Menschen verkriechen sich in gigantischen, abgeschotteten Wolkenkratzern …

Die Bücher: AvP als Literatur

Zwischen 1994 und 2000 erschienen drei Bücher zum AvP-Universum: „Beute“, „Planet der Jäger“ und „Krieg“. Seit 2005 sind die Bände bei Panini Books auf Deutsch erhältlich. Zu beachten ist, dass die Reihenfolge der Bände nicht mit der Chronologie der Ereignisse übereinstimmt und Band 2 eigentlich den Schluss der Serie darstellt.

Die Serie beginnt auf Ryushi und erzählt actionreich die Geschichte von Machiko, einer Frau die sich den Predatoren anschließt.

Computerspiele: AvP als Ego-Shooter, Strategiespiel und Casual Games

Zwischen 1993 und 2006 erschienen zwölf Titel auf so verschiedenen Systemen wie Super Nintendo, Game Boy, PC, Playstation 2 und Xbox, die „Aliens versus Predator“ im Titel führen.

Zusammengefasst gibt es drei Arten von AvP-Spielen: 2D-Scroll-Shooter in denen man meist als Predator (manchmal hat man auch die Wahl der Spezies) mit den Aliens aufräumt; diese Spiele waren sehr beliebt bei den alten Konsolen und sind im Moment als Handy-Games wieder en vogue. 3D-Ego-Shooter bei denen der Spieler einen Champion aus einer der drei Rassen wählt und sich versucht gegen die Feinde durchzusetzen. Die AvP-Ego-Shooter sind in der Spielergemeinde sehr beliebt, weil die Charakteristika der drei Rassen sehr abwechselungsreich sind und sehr unterschiedliche Siegstrategien erforderten.

Februar 2010 erscheint der neueste Teil aus dieser Reihe, der in Deutschland jedoch wegen expliziter Gewaltszenen nicht veröffentlicht wird.

Daneben gibt es noch für Xbox und Playstation 2 „Aliens versus Predator: Extinction“: Ein Strategiespiel, bei dem der Spieler in drei Kampagnen Aliens, Predatoren und Menschen zum Erfolg führen muss.

Aliens vs Predator - zurück auf der Leinwand

2004 veranstalteten die Predatoren in „Aliens versus Predator“ zum ersten Mal im Kino ihre ritualisierte Jagd auf Aliens.

Satellitenaufnahmen zeigen unter dem ewigen Eis der Antarktis eine Pyramide von 600 m Kantenlänge. Eine Expedition von hochspezialisierten Söldnern wird ausgerüstet, die Pyramide zu untersuchen. Sie stellt sich schnell als abgeschirmtes Jagdgebiet der Predatoren heraus und die Menschen geraten bald zwischen die namensgebenden Fraktionen und werden einer nach dem anderen getötet. AvP besticht durch schöne computergenerierte Kulissen, ist aber erstaunlich blutarm. Ab der Hälfte des Filmes hat man das Gefühl, alles bereits gesehen zu haben.

Die Einnahmen waren erfolgreich genug, dass Ende 2007 der zweite Teil auf die Menschheit losgelassen wurde: „Aliens vs. Predator 2“ (Originaltitel: Aliens vs. Predator: Requiem)

Ein von Aliens infiziertes Predatoren-Schiff stürzt in den USA ab und die Predatoren schicken einen Cleaner, um mit dem Schlamassel aufzuräumen. Leider entpuppt sich der Cleaner als nicht so professionell wie seine Kollegen in anderen Filmen und die Aliens vermehren sich mit einer unverschämten Geschwindigkeit. AvP 2 ist blutrünstig, aber langweilig.

Gesucht: ein Held

Der Hauptfehler beider bisheriger AvP-Filme ist der Mangel an starken Menschencharakteren wie Ellen Ripley oder Major Dutch Schaefer (Schwarzenegger im Predator). Ein starker Charakter sollte gefunden werden, sonst haucht das erfolgreiche Crossover auf der großen Leinwand demnächst seinen Lebensgeist aus.

Uli Gönczi, Annie Schwaiger

Uli Gönczi - Uli Gönczi studierte Alte Geschichte an der LMU München und arbeitete in diversen Redaktionen. Nach dem Studium erhielt er bei ...

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