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Alkoholmissbrauch als häufige Todesursache unter Männern

Harte Getränke gefährden Jugendliche - Foto: UN/WHO
Harte Getränke gefährden Jugendliche - Foto: UN/WHO
Vier Prozent aller Todesfälle gehen auf Alkoholkonsum zurück. Männer sind zu 6,2% betroffen, Frauen nur zu 1,1%, sagt die Weltgesundheitsorganisation.

Jahr für Jahr endet der übermäßige Genuss von Alkohol für 2,5 Millionen Menschen auf der Welt tödlich, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Vereinten Nationen in einem soeben herausgegebenen Bericht. Gleichzeitig werden die 193 WHO-Mitgliedsländer darin aufgefordert, Trinkgewohnheiten mit schweren gesundheitlichen und sozialen Folgen einzuschränken.

Nach der Analyse, die unter dem Titel „Globaler Situationsbericht zu Alkohol und Gesundheit“ am 11. Februar 2011 in Genf veröffentlicht wurde, greift der exzessive Alkoholkonsum besonders rasch auf jugendliche Trinker über und erreicht nunmehr auch in den Entwicklungsländern bedenkliche Ausmaße.

Wenig Gegenwehr gegen Tod und Leid durch exzessives Trinken

“Viele Länder erkennen die ernsthaften Gesundheitsprobleme, mit denen sie durch gefährlichen Alkoholkonsum konfrontiert sind. Sie unternehmen auch zaghafte Schritte, die gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen zu verhindern und kümmern sich um Abhängige”, sagt Ala Alwan, der als zuständiger WHO-Direktor für nicht übertragbare Krankheiten und psychische Gesundheit den Bericht betreute. Gleichzeitig fügt er hinzu, dass im Weltmaßstab deutlich mehr getan werden muss, um Tod und Leid durch Alkoholmissbrauch zu verringern.

Laut WHO-Bericht sind weltweit vier Prozent aller Todesfälle pro Jahr auf den übermäßigen Genuss geistiger Getränke zurückzuführen, wobei die häufigsten Ursachen die Folgen von Unfällen, Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Leberzirrhose sind. Dabei konzentriert sich die alkoholbedingte Sterberate mit 6,2 Prozent auf die Männer. Bei den Frauen dieser Welt macht die Trunksucht bislang nur 1,1 Prozent aller Todesursachen aus.

Alkohol verschuldet neun Prozent der Todesfälle bei Jugendlichen

Einer von fünf Männern in Russland und den benachbarten Ländern sterben durch alkoholbedingte Ursachen, so der WHO-Bericht. Weltweit finden 320.000 junge Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahren aus den gleichen Gründen den Tod, darunter viele sogenannte Komasäufer oder Teilnehmer an diversen „Trinkerfestspielen“. Das sind neun Prozent aller Todesfälle in dieser Altersgruppe. Die UNO kommt daher zu dem Schluss, dass zu wenige Staaten effektive politische Mittel einsetzen, um Tod, Krankheit oder Verletzungen durch massives Trinken zu verhindern.

Die globale Gesundheitsbehörde verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass seit 1999 – dem ersten Jahr der Berichte über die Alkoholproblematik – wenigstens 34 Länder verschiedene politische Gegenmaßnahmen gegen Alkoholmissbrauch eingeleitet hätten.

Einschränkungen in der Vermarktung von Alkohol und Verbote von Alkohol am Steuer stiegen zwar an, doch sei in den meisten Ländern keine klare Tendenz für wirkungsvolle Verordnungen zu erkennen. Viele Regierungen haben nur schwache politische Mittel und Vorbeugungsprogramme gegen gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum.

Steuern, Handelslimit, Altersgrenze und Kontrollen sollen Trunksucht stoppen

Erst im Mai 2010 hatten die WHO-Mitgliedsstaaten eine globale Strategie zur Minderung des schädlichen Alkoholkonsums erarbeitet und angenommen, die eine Reihe wissenschaftlich fundierter und wirksamer Maßnahmen zur Linderung alkoholbedingter Leiden fördern soll.

Darin sind unter anderem höhere Steuern für hochprozentige Getränke, geringere Verfügbarkeit durch weniger lizensierte Verkaufsstellen, die Anhebung der Altersgrenze für den Kauf und Konsum von alkoholhaltigen Getränken sowie verschärfte Kontrollen zur Verhinderung des Fahrens unter Alkoholeinfluss vorgesehen, um vor allem alkoholbedingte Todesfälle unter Jugendlichen zu reduzieren.

Im Weltmaßstab betrug der Alkoholverbrauch im Jahre 2005 pro Person ab einem Alter von 15 Jahren 6,13 Liter reinen Alkohols. Im Mittel der Jahre 2001 bis 2005 blieb der Konsum in Amerika, Europa, im östlichen Mittelmeerraum und in den Gebieten des West-Pazifik konstant. Mehr getrunken wurde in diesem Zeitraum besonders in Afrika und in Südost-Asien.

Viele Abstinenzler, doch Alkoholkranke trinken umso mehr

Die WHO unterstreicht aber auch den Fakt, dass trotz verbreiteten Alkoholmissbrauchs die meisten Menschen gar keinen Alkohol trinken. Nach den letzten für den WHO-Bericht verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2005 nahm die Hälfte der Männer und zwei Drittel der Frauen keine alkoholhaltigen Drinks zu sich.

Die Zahl der Abstinenzler bleibt allerdings in den reicheren Konsumgesellschaften gering, während sie in Nordafrika und Südasien am höchsten ist. Jedoch „bechern“ in Ländern mit hoher Abstinenz diejenigen, die Alkohol trinken, besonders viel.

Die Vorstellung des Status-Berichts zu Alkohol und Gesundheit, der alle verfügbaren Daten aus über 100 Länderprofilen enthält, fand anlässlich einer viertägigen Konferenz jener Länder statt, die mit der WHO zusammenarbeiten, um auf der Basis ihrer globalen Strategie den schädlichen Einfluss geistiger Getränke weltweit einzudämmen.

Der Autor an der UNO-Mission in Sierra Leone, Foto: UNIOSIL

Christian Holger Strohmann - Mehr als 20 Jahre lang habe ich für die Vereinten Nationen (United Nations Organisation - UNO) auf allen Kontinenten als Journalist, ...

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