Auch wenn der Tod ein Thema ist, der in einer lebendigen, immer älter werdenden Gesellschaft lieber ausgeklammert wird, er gehört zum Leben dazu und verdient es, respektvoll thematisiert zu werden. Ein Teil davon ist die Bestattung. Die Art und Weise der Bestattung ist entscheidend mit prägend für eine Kultur.
In der Friedensstadt Osnabrück gibt es ein engmaschiges Netz an Friedhöfen, das sich über den gesamten Stadtbereich zieht. Manche Friedhöfe bieten Bestattungsmöglichkeiten für andere Kulturen an. Bei einer Vielfalt an Friedhöfen ist es hilfreich, wenn man einen Überblick erhält, wo es welche Friedhöfe gibt und wohin sich beispielsweise Osnabrücker Muslime wenden, wenn sie ihre Toten glaubenskonform bestatten möchten.
14 Friedhöfe und ein Friedwald im Umland
Das gesamte Osnabrücker Stadtgebiet umfasst eine Fläche von knapp 120 Quadratkilometern. Hierüber verteilen sich genau 14 Friedhöfe, von denen einer nur noch als historische Kultstätte nutzbar ist, die anderen aber für regelmäßige Bestattungen zur Verfügung stehen. Die Verteilung der Osnabrücker Friedhofsanlagen ist so gleichmäßig, dass von Nord nach Süd und von Ost nach West eine gute Abdeckung entstanden ist. In der Nähe von Osnabrück bei Bramsche gibt es mit dem Friedwald eine moderne und ebenfalls zeitgemäße Form der Urnenbestattung in der freien Natur, inmitten eines schön angelegten Waldes.
Die Osnabrücker Friedhofsanlagen im Überblick
Norden:
- Pyer Friedhof Lindholzweg 49090 Osnabrück Tel.:12 57 21
- Haster Friedhof Ruller Weg 49090 Osnabrück Tel.:1 76 56
Nordosten:
- Waldfriedhof Dodeshaus Dodeshausweg 50 49088 Osnabrück Tel.:176 56
Osten:
- Lüstringer Friedhof Vogelsangweg 22 49086 Osnabrück 05406-10 74
Südosten:
- Kath. Friedhof St. Antonius Voxtrup Antoniusweg 17 49086 Osnabrück Tel.:38 96 88
- Nahner Friedhof Am Nahner Friedhof 49082 Osnabrück Tel.:5 66 54
Süden:
- Sutthauser Friedhof Gröbelweg 49082 Osnabrück Tel.:5 90 19
Südwesten:
- Friedhof Hellern Lengericher Landstr. 49078 Osnabrück Tel.:44 38 60
Westen:
- Friedhof Atter Eikesberg 49076 Osnabrück Tel.:1 76 56
Mitte (ringförmig verteilt):
- Eversburger Friedhof Eversheide 48 49090 Osnabrück Tel.:1 76 56
- Hasefriedhof Bramscher Str. 49088 Osnabrück Tel.:1 76 56
- Schinkeler Friedhof Belmer Str. 126 49084 Osnabrück Tel.:7 98 15
- Johannisfriedhof Iburger Str. 54 49082 Osnabrück Tel.:7 98 15
- Heger Friedhof Rheiner Landstr. 168 49078 Osnabrück Tel.:43 33 60
Friedwald Bramsche:
- Friedwald Bramsche Friedwald-Parkplatz 49565 Bramsche 06155-848100
Anmerkung: Wo keine Vorwahl gesondert angegeben ist, gilt die Osnabrücker Vorwahl 0541.
Ort der Ruhe und für kulturhistorische Spaziergänge: Der Hasefriedhof
Keine Bestattungen mehr durchgeführt werden auf dem Hasefriedhof. Er dient ausschließlich als Ort des Verweilens. Auf dem Hasefriedhof mit seinen etwa 105.000 Quadratmetern liegen die bedeutendsten Persönlichkeiten des historischen Osnabrücks begraben, u.a. die Familien Pagenstecher, Abeken, Stüve und Thieling und viele weitere. Die schöne Parkanlage lädt zu ausgedehnten Spaziergängen vorbei an den monumentalen Grabanlagen der wichtigsten Persönlichkeiten aus der Osnabrücker Geschichte ein. Wer einmal einen kulturgeschichtlichen Streifzug der etwas anderen Art machen möchte, ist auf dem Hasefriedhof genau richtig.
Interkulturelle und interreligiöse Bestattungsmöglichkeiten in Osnabrück
Die in Osnabrück lebenden Bürgerinnen und Bürger anderer als der beiden christlichen Konfessionen finden in der Stadt Möglichkeiten, ihre Verstorbenen ihren Bestattungsvorschriften gemäß würdevoll zu bestatten. Auch ist die Möglichkeit gegeben, zwar konfessionsübergreifend aber kulturell zusammengehörig seine Angehörigen zur letzten Ruhe zu betten.
- Osnabrücker Muslime
Die muslimischen Gemeinden Osnabrücks haben die Möglichkeit, ihre Verstorbenen exakt mit dem Kopf gen Mekka auszurichten. Ein eigener moslemischer Friedhofsteil wurde auf dem Friedhof in der Dodesheide, dem Waldfriedhof Dodeshaus, eingerichtet. Inwiefern die Bestattungsriten nach islamischem Brauch haargenau eingehalten werden können, muss mit der Friedhofsverwaltung abgestimmt werden und mit deutschen Bestattungsvorschriften konform sein. Die Grabanlagen im muslimischen Teil sind jedenfalls von ihrer Lage her strikt nach Osten ausgerichtet. Wer sich für muslimische Bestattungsriten interessiert, könnte auf Religion-Online fündig werden: Trauerriten und Bestattung
- Osnabrücker Juden
Einmal können Osnabrücker Juden auf dem alten jüdischen Friedhof, der Teil des Johannisfriedhofs ist, eine kulturgeschichtliche Zeitreise in das historische jüdische Leben Osnabrücks machen. Aber auch ein moderner jüdischer Friedhof steht – als eigenständiger Teil des Hegerfriedhofs – für zeitgemäße jüdische Bestattungen zur Verfügung. Auch hier findet man auf Religion-Online einige Informationen zu jüdischen Trauer- und Bestattungsriten.
- Osnabrücker Buddhisten
Die Bestattungsrituale im Buddhismus unterscheiden sich nicht allzu viel von den abendländisch-christlichen, denn die Verstorbenen werden eingeäschert, und die Urne anschließend beigesetzt. Buddhistische Grabmotive sind auf den regulären Friedhofsanlagen leider nicht gestattet, weil dies dem einheitlichen Bild der Grabanlagen widersprechen würde, das die Friedhofsordnung vorschreibt. Eine mit dem buddhistischen Glauben in Übereinstimmung zu bringende Einäscherungszeremonie jedoch kann auch in Osnabrück vorgenommen werden. Auskunft hierzu gibt der jeweilige Bestatter. Er kann mitteilen, ob sein Haus buddhistische Einäscherungszeremonien durchführt oder an entsprechende Kollegen verweisen. Am ehesten mit der buddhistischen Überzeugung im Einklang stehen dürfte die anschließende teilanonyme Baumbestattung der Urne im Bramscher Friedwald.
- Serbisch-orthodoxe Christen
Der Friedhof Eversburg hält für die serbisch-orthodoxe Gemeinde ein eigenes Grabfeld bereit. Eversburg hat eine sehr stark ausgeprägte serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde, die auch gerne von allen russischen Migranten genutzt wird. So ist es naheliegend, den entsprechenden Friedhofsteil auf dem Eversburger Friedhof zu integrieren.
- Osnabrücker Sinti und Roma
Osnabrücker Sinti und Roma finden auf dem Eversburger Friedhof ebenfalls ein eigenes Grabfeld. Die sehr schönen Grabanlagen, in der Regel in Gruftform, bieten dieser eigenen Kultur einen würdevollen Raum, von ihren verstorbenen Angehörigen Abschied zu nehmen.
Osnabrück weltoffen – Auch beim letzten Weg
Osnabrück zeigt sich mit seinem dichten Friedhofsnetz und den unterschiedlichen Bestattungsmöglichkeiten wieder einmal mehr von seiner weltoffenen und kulturfreundlichen Seite. Die Friedensstadt praktiziert in ihrem Bestattungskult interkulturelles Miteinander und bietet Menschen aus den verschiedensten Kulturkreisen und unterschiedlicher Glaubensrichtungen die Möglichkeit, ihre jeweiligen Bestattungsriten, sofern sie sich mit den deutschen Bestattungsvorschriften vereinbaren lassen, für einen würdevollen und kulturkonformen Abschied durchzuführen.
