Alleinerziehend – das Leben geht dennoch weiter

Alleinerziehend - das Leben geht weiter - Susanne Öhrig
Alleinerziehend - das Leben geht weiter - Susanne Öhrig
Als Alleinerziehende/r hat man es nicht immer leicht. Doch man darf sich nicht davon unterkriegen lassen, sondern muss immer nach vorne sehen.

Wie sehr Sie auch unter Ihrer Trennung leiden – vergessen Sie nicht: Am schlimmsten ist es für Ihre Kinder. Daher ist es für Sie als alleinerziehender Elternteil besonders wichtig, dass Sie lernen, mit Ihrer neuen Rolle zurechtzukommen. Dass Sie in diese Rolle hineinwachsen und sich darin wohlfühlen. Dass Sie glücklich sind. Denn nur, wenn Sie glücklich und zufrieden sind, können es auch Ihre Kinder sein. Wenn Sie innerlich ausgeglichen sind, strahlen Sie dies auch aus. Sie besitzen dann jede Menge Kraft und Energie, die Sie auch dringend brauchen. Denn alleinerziehend zu sein ist nicht immer einfach. Doch es ist auf jeden Fall kein Weltuntergang. Alleine zu sein und sich alleine um die Kinder zu kümmern, kann sehr schön sein und auch Spaß machen. Sie müssen nur die richtige Einstellung dazu haben und entsprechend leben.

An Morgen denken – nicht an Gestern

Und vor allen Dingen dürfen Sie keine Panik haben. Das laugt Sie aus, macht Sie schlapp und angreifbar. Und das ist nicht gut – weder für Sie noch für Ihre Kinder. Denn Sie müssen stark und kraftvoll sein, wenn Sie als Alleinerziehende/r leben. Selbstverständlich haben Sie dennoch Ihre Schwächen und das dürfen Sie auch. Doch Sie dürfen sich nicht von diesen Schwächen herunterziehen lassen. Schauen Sie stets nach vorne – das Jetzt und das Morgen sind wichtig. Das Gestern ist Vergangenheit und soll es auch bleiben. Sollten Sie dennoch unbedingt zurückblicken wollen, dann höchstens, um aus alten Fehlern zu lernen. Ansonsten gibt es wirklich keinen Grund dafür. Zurückschauen bedeutet meistens, dass man anfängt zu trauern – um die gemeinsame Zeit, die verlorene Liebe et cetera. Doch was bringt es Ihnen, wenn Sie dies tun? Nur jede Menge Schmerz und Kummer. Und davon hatten Sie sicher bisher schon genug. Gönnen Sie sich eine gewisse Trauerzeit und beenden Sie diese dann. Lassen Sie nicht zu, dass die Trauer Sie vollkommen in ein schwarzes Loch zieht und nicht wieder heraus lässt.

Trauerphase ja – aber nicht zu lange

Natürlich verarbeitet jeder ein solches Erlebnis anders. Und jeder braucht unterschiedlich lange, bis er sich an die neue Situation gewöhnt hat und sein neues Leben ohne Partner in den Griff bekommen kann. Doch vergessen Sie nicht, es geht hier nicht nur um Sie alleine. Es geht auch um Ihre Kinder. Und die brauchen eine starke Mutter beziehungsweise einen starken Vater, der ihnen Halt und Sicherheit bietet. Wenn Sie Ihre Trauerphase also noch nicht komplett hinter sich haben, dann zeigen Sie dies Ihren Kindern bitte nicht. Machen Sie diese Phase mit sich alleine aus – abends, wenn die Kinder schlafen oder am Wochenende, wenn sie bei Papa oder Mama sind. Doch vergessen Sie eines nicht: Sie selbst können erst wieder glücklich und zufrieden – und somit auch stark und ausgeglichen – sein, wenn Sie mit der Vergangenheit abschließen. Hören Sie auf zu trauern und starten Sie in Ihr neues Leben. Bereit? Prima – denn nun ist es an der Zeit, das Leben als Alleinerziehende/r in Angriff zu nehmen, es zu genießen, seine schönen Seiten zu erkunden und jede Menge Spaß am Leben zu haben. Auch wenn Sie das vielleicht nicht glauben möchten – es geht! Alleinerziehende können glücklich und zufrieden sein.

Alles braucht seine Zeit

Vergessen Sie nicht – alles braucht seine Zeit. Also nehmen Sie sich diese Zeit. Erwarten Sie nicht, dass alles sofort funktioniert, nur weil Sie das jetzt gerne so möchten. Gehen Sie den Weg in Ihr neues Leben langsam und Schritt für Schritt. Versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu ändern und auch nicht, alles auf einmal hinzubekommen. Das wird Ihnen nicht gelingen, Sie werden mit großer Wahrscheinlichkeit öfter stolpern und hinfallen. Machen Sie also lieber kleine Schritte, um an Ihr Ziel zu kommen. Wichtig ist jedoch, dass Sie dieses Ziel immer vor Augen haben: Ein glückliches und ausgefülltes Leben als Alleinerziehende.

Natürlich kommt zunächst viel Arbeit auf Sie zu. Sie müssen alles planen, organisieren und strukturieren. Vieles ist für Sie neu und Sie müssen sich erst damit zurecht finden, müssen erst lernen, wie Sie was wann am besten tun. Seien es die Behördengänge, das Verwalten Ihrer Finanzen oder der neue Ablauf im Familienalltag. Bleiben Sie einfach am Ball. Geben Sie nicht auf, wenn etwas nicht sofort funktioniert. Haben Sie Geduld – sobald Sie alles geregelt haben und sich alles eingespielt hat, wird es ruhiger und einfacher. Die Behördengänge liegen dann hinter Ihnen, Ihre Finanzen haben Sie geplant und können diese übersichtlich verwalten. Und der Familienalltag hat sich auch irgendwann eingespielt. Und erwarten Sie generell nicht zu viel – weder von sich selbst noch von Ihren Kindern und auch nicht von Ihrem Expartner. Denn wer zu viel erwartet, setzt sich selbst unter Druck. Wer nichts erwartet, kann nicht allzu viel falsch machen - und auch nicht zu sehr enttäuscht werden.

Susanne Öhrig - Für suite101 schreibe ich Onlineartikel - überwiegend in den Ressorts „Haus & Hobby“ und „Partnerschaft & ...

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