Alles Ameise? Ameisenbär, Ameisenigel, Ameisenlöwe und mehr

Weißbart Ameisenvogel - Enzlyklopädie der Vögl
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Ameise ist ihnen nicht nur im Namen gemeinsam, sondern auch in ihrem Speiseplan. Eine Gegenüberstellung interessanter Tiere rund um das Menü Ameise.

Ist das gemeinsame Merkmal dieser Tiere wirklich das Menü Ameise? Nachdem die Tierwelt immer wieder Überraschungen anbietet, stimmt vielleicht nicht einmal der Ansatz, dass alle diese Tiere sich von Ameisen ernähren? Beginnen wir beim Ameisenbär, der entgegen seines Namens natürlich kein Bär ist.

Der Ameisenbär, das zahnarme Säugetier aus Südamerika

Der Ameisenbär ist eine eigene Familie innerhalb der Säugetiere, die zu der Überordnung der Nebengelenktiere (Xenarthra) gehört. Der Ameisenbär stammt aus Südamerika, und kommt dort von Paraguay bis Südmexiko vor. Bei uns am bekanntesten ist sicherlich der große Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla).

Er misst von der Schnauze bis zur Schwanzspitze 160 bis 210 cm und ist schwarzgrau gezeichnet. Mittelhohe stämmige Beine tragen den Körper, der Kopf mit der röhrenförmigen Schnauze ist lang gezogen. Das Fell am Körper ist voll, dicht und mittellang. Der Schwanz kann bis 90 cm lang werden und dessen Haar ist viel länger. Im Schlaf dient der Schwanz als Decke, die über den Körper gebreitet wird. Der dünne röhrenförmige Kiefer ist völlig zahnlos, die bis zu 1 m lange wurmförmige Zunge, die von einem klebrigen Schleim bedeckt ist (Ähnlichkeit zum Ameisenigel) dringt in jede kleine Ritze oder Spalte ein. Seine Nahrung sind Ameisen oder Termiten, deren Bauten er mit seinen kräftigen Krallen an den Vorderfüßen zusätzlich aufreißen kann. Das Weibchen wirft nach einer Tragezeit von rund 190 Tagen ein Jungtier. Das Junge ist genau wie die Mutter gefärbt und sitzt fast unsichtbar auf deren Rücken. Es wird von der Mutter wochenlang herum getragen und gesäugt. Mit einem Jahr ist es voll entwickelt.

Der Ameisenigel (Schnabeligel), der Ursäuger aus Australien

Er ist ein Tier, das unserem Igel zwar ähnlich sieht, allerdings zu den Ursäugern gehört. Ursäuger sind in der Reihe der Säugetiere, die Tiere mit der ursprünglichsten Entwicklung. Das bedeutet, sie bringen die Jungen noch mittels Eiern auf die Welt, aber diese noch nicht voll entwickelten Jungen werden anschließend, wie bei allen Säugetieren, mit Milch aufgezogen. Der Ameisenigel oder Schnabeligel trägt sowohl Ei als auch Junges in einer rückbildbaren Tasche, einem Beutel ähnlich, bis zur vollen Reife herum.

Ähnlich wie der Ameisenbär hat der Ameisenigel (Echidna oder Tachyglossus) keine Zähne, sondern eine lange schmale Zunge, die in dem röhrenförmigen Schnabel weit heraus gestreckt werden kann. Am klebrigen Sekret bleiben die Ameisen, Termiten oder Larven und Eier kleben und werden dann in der Mundhöhle zerrieben. Der Ameisen- oder Schnabeligel lebt nur in Australien

Der Ameisenlöwe und die Ameisenjungfer

Eine Raubkatze, die sich von Ameisen ernährt? Falsch. Der Ameisenlöwe ist die Larve eines Insektes, der Ameisenjungfer, einem Netzflügler. Mit einer Spannweite von 8-10 cm gehört sie zu Europas größten Insekten. Oft wird sie mit einer Kleinlibelle verwechselt. Die mitteleuropäische Art, Myrmeleon formicarius, lebt etwa einen Monat, frisst kleine Raupen, Blattläuse und andere zarthäutige Insekten. Wirklich auf Ameisen als Nahrung spezialisiert ist ihre Larve, der so genannte Ameisenlöwe.

Am Kopf hat besagter Ameisenlöwe große Saugzangen, die Behaarung ist von hinten nach vorne gerichtet. So kann sich das rückwärts laufende Tier gut in den lockeren Sandboden hinein bohren. In Kreisen oder spiralenförmig hebt der Ameisenlöwe Gruben und Trichter aus, auf deren Boden er kauert und auf die Beute wartet. Er frisst nicht ausschließlich Ameisen, da ist er nicht wählerisch. Wer in den Trichter fällt und unentrinnbar nach unten gleitet, wird ausgesaugt, ob Ameise, Käfer, Wanze oder Zikade. Wer entrinnen will, wird noch zusätzlich gezielt mit Sand beschleudert.

Die Ameisenwespe, auch Spinnenameise genannt

Die weiblichen Wespen sind flügellos und haben eine oberflächliche Ähnlichkeit mit Ameisen, daher der Name. Der andere deutsche Name, Spinnenameise, bezieht sich auf die starke Behaarung. Der ebenfalls gebräuchliche Name Bienenameise gibt einen Hinweis auf die Lebensweise dieser Tiere. Das Weibchen von Mutilla europaea wird vom Honig angelockt und dringt bei Bienenvölkern ein. Die Honigbienen versuchen das Mutilla-Weibchen abzuwehren. Schließlich legt die Ameisenwespe ihre Eier an Bienenlarven ab, in denen sich dann die Mutilla-Larven entwickeln.

Der Ameisenbuntkäfer

Der Käfer, Thanasimus formicarius, ein Insekt wie die Ameisenwespe, 0,7 bis 1 cm groß, mit schwarzweißer Zeichnung und gelbem Zwischenstreifen, lebt von Europa bis Asien in Wäldern. Seinen Namen hat er von seiner Ameisen-ähnlichen Laufart her. Von März bis Mai legt das Weibchen unter der Baumrinde ihre Eier ab. Die Larven ernähren sich von Abfallstoffen, aber auch von Borkenkäferlarven. Sie verpuppen sich unter der Baumrinde.

Die Ameisenvögel aus Südamerika

Die Ameisenvögel (Formicariidae) sind nur in Südamerika zuhause. Dort gibt es allerdings 226 Arten. Die Ameisenvögel sind klein bis mittelgroß, 10 bis 35 cm lang. Sie sind eher unauffällig gefärbt, die Männchen grau oder schwarz, die Weibchen braunrot. Die Kopffedern können zu einer Haube aufgerichtet werden. Sie leben in den Urwaldgebieten von Mexiko bis Bolivien und Nordargentinien, besonders häufig im Amazonasgebiet.

Ihren Namen verdanken sie ihrer Gewohnheit, die Wanderameisen als so genannte "Ameisenfolger" zu begleiten. Sie nutzen die Unruhe, welche die Ameisen hervorrufen aus, indem sie die von den Ameisen aufgescheuchten Insekten oder Spinnentiere erbeuten. Man könnte das mit Jägern und einer Hundemeute vergleichen. So folgen sie den Wanderameisen in großen Schwärmen. Aber auch innerhalb der Ameisenvögel haben sich Spezialisten heraus gebildet. Große Vögel, die sich in den Schwärmen behaupten können, kleinere, wie der Weißbart Ameisenvogel, der Blitzangriffe innerhalb der Schwärme ausführt und so an seine Nahrung gelangt. Andere wiederum, Ameisendrosseln, laufen und hüpfen auf der Suche nach Insekten, bodennah hinter den Ameisen her und sind eher schlechte Flieger.

Es ist auf jeden Fall interessant, wie einerseits irreführend und andererseits dennoch aufschlussreich der Namensteil "Ameise" in der Tierwelt seinen Eingang gefunden hat.

Quellen: Bertelsmann Tierlexikon; Enzyklopädie der Vögel, Weltbildverlag 1999; Enzyklopädie der Tiere, Dorling Kindersley

Bildnachweis: Ameisenbär,Laralarissa-pixelio.de; Enzyklopädie der Vögel, Weltbildverlag;

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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