Beliebt ist er, der Laser - die angebliche Wunderwaffe. Und so wird weggelasert, was geht oder nicht geht, vom Besenreiser zum Haar, vom Pigmentfleck bis zum Hautkrebs. Die Risiken, die von irreparablen Schäden bis zu schlimmeren Folgen reichen können, sind dabei wenigen bewusst. Diese entstehen nämlich dann, wenn ein guter Laser sich nicht da befindet, wo er hingehört: In die Hände verantwortungsbewusster Fachärzte.
Das alte Lied vom Haarwuchs
Ganz im Verborgenen überwindet er die Wintermonate und gerät dann anhand frühlingshafter Temperaturen wieder in die Diskussion: der Haarwuchs an Bein und Arm, den Bikinizonen dieser Welt, auf so mancher Männerbrust und Rücken. Er macht nicht halt vor zarten Damengesichtern, gesellt sich gern zu geplatzten Äderchen, Besenreisern und garniert so manchen Pigmentfleck. An eine dauerhafte Lösung zur Entfernung der ungeliebten Pracht war bis zur Erfindung des Lasers nicht zu denken. Jahrtausende der Tyrannei durch Körperbehaarung und andere kreative Erscheinungen seien dadurch nun beendet, heißt es, nach durchschnittlich sieben Sitzungen unter dem Laser, gestalte sich das weitere Leben mit gleichmäßigem Teint und unbehaart.
Die "Wunderwaffe" Laser
Das klingt so schön, und verhält sich auch dementsprechend, wenn bei der Wahl des Lasers und des Laserbedienenden kompetente Größen gewählt werden. Beginnen wir mit dem Gerät, das, falls richtig bedient, durchaus über den Erfolg der Behandlung entscheidet. Hier wird grundsätzlich differenziert zwischen Gewebe abtragenden (ablativen) Lasern und solchen, die Gewebe nicht abtragen, z.B. den ND-Yag Lasern, deren Ziele vor allem oxyhämoglobinhaltige Strukturen darstellen, kurz: Blutgefäße, noch kürzer: das zu Hause der Haarwurzel. Hier, bei der Qualität des Lasers, fällt bereits das Urteil über Behandlungserfolg, Dauer oder Dauerschaden. Der leistungsstärkste Laser weltweit , der Gentle-Yag Laser, verfügt über 26.000 Watt, ist mit einem Anschaffungspreis von 85.000 € nicht ganz günstig, aber eben seinen Preis wert. Warum?
Ein guter Laser garantiert gute Erfolge
Haben billige Laser im Gegensatz zu diesem teuren Nd-Yag Gerät hauptsächlich Melanin als Angriffspunkt, bedeutet das nicht nur, dass blondhaarige Frauen diese Form der Epilation nicht nutzen können, weil deren Behaarung eben meist nicht dunkel ist und dunkelhäutige Personen ebenfalls nicht behandelt werden dürfen, weil braun auch Melanin heißt, sondern es wäre auch fatal, vor oder nach der Behandlung ein Sonnenbad zu nehmen, weil dann extreme irreparable Pigmentstörungen auftreten können. Das wird durch eben genannten Laser -wie schon bemerkt- vermieden, da er vor allem Blutgefäße im Visier hat.
Die deutlich höhere Leistung des Lasers bedingt zudem nicht nur bessere Behandlungsresultate, sondern auch Schutz: zum einen wird durch einen großen Spotdurchmesser von ca. 18 mm die Behandlungsdauer stark verkürzt und durch deutlich weniger Photonenstreuung die Haut pfleglich behandelt, zum anderen durch ein integriertes Kühlsystem die Haut ebenfalls geschont, mehr als das, sie wird gerettet.
Schäden durch minderwertige Laser
Denn das, was passieren kann, wenn, wie bei vielen Kosmetikerinnen und auch einigen Ärzten mit Blitzlampen gearbeitet wird, sind nicht gut zu machende Schäden, wie tätowierte Damenbärte, entstanden durch schwere Pigmentstörungen, Narben und im schlimmsten Falle die Ausbreitung von unerkanntem und daher falsch behandeltem Hautkrebs. Diese so genannten Blitzlampen arbeiten mit mehreren Wellenlängen, die alle auf einmal auf die Hautoberfläche auftreffen. Das Gerät differenziert nicht, wie der exklusive Nd-Yag Laser zwischen Angriffszielen, sondern schickt Strahlen gegen alles, was sich da lila, rot, braun, oder grün gestaltet, auf der Haut. Diverse Nebenwirkungen, die zum Teil entstehen, weil behandelt wird, was nicht behandelt werden darf, werden so in Kauf genommen, ganz abgesehen davon, dass die gezielte Wirkung nicht eintritt, weil eben nicht genau gearbeitet werden kann. Durch zusätzliche falsche Einstellung arbeitet das Gerät dann noch in zu tiefen Hautschichten oder zu stark, so dass erhebliche Verbrennungen auftreten können, und diese für immer bleibende Vernarbungen nach sich ziehen.
Gefahren durch unprofessionelle Handhabung
Ganz unschön wird es, wenn anhand des Lasers an Altersflecken oder Pigmenten herum experimentiert wird. Hier ist die Unterscheidung von Pigmentfleck und Hautkrebs nur durch einen Facharzt sicher gestellt und auch dieser sollte nicht, wie gelegentlich gerne praktiziert, den Hautkrebs lasern, sondern diesen operativ entfernen. Zwar ist das Lasern des weißen Hautkrebses grundsätzlich, wenn dieser nicht zu tief sitzt, durchaus möglich, jedoch ist nur nach einer Operation eine sichere Aussage darüber möglich, ob der Krebs im Gesunden entfernt wurde. Denn bei mangelnder Sicherheit über ein Nachwachsen des Krebses wie z.B. in Augen oder Nasennähe kann das durchaus verheerende Folgen nach sich ziehen. Warum die sonst so strikte Ärzteschaft und etwaige Behörden in Sachen Laser sich so großzügig statt schützend verhalten, ist bei stetig wachsenden Zahlen an Hautkrebserkrankungen (von den 1935vGeborenen erkrankte jeder 2500ste an schwarzem Hautkrebs, von den 2000vGeborenen wird voraussichtlich jeder 70ste erkranken) nicht ganz verständlich.
Eines ist jedoch festzustellen: Das gesamte Kapitel Laser, Haut und Hautkrebs gehört zumindest in die Hände von Fachärzten. Nur bei ihnen ist sichergestellt, dass statt lediglich eines Laserschutzkurses, der beim Erwerb eines Lasers vorgeschrieben ist (und bei dem kaum mehr geschult wird, als dass unbedingt Laserschutzbrillen getragen werden müssen), ein umfangreiches Wissen über Haut und Erkrankungen zur Anwendung kommt. Und dieses sollte gepaart mit ausreichend Wissen über den Betrieb eines Lasers und einem hervorragendem Gerät zu dem einen erhofften und zugleich berauschenden Gefühl führen dürfen: Enthaart für immer!
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
