Alltagsstress bewältigen mit Imaginativen Verfahren, AT oder PMR

Blatt in der Sonne - WONG SZE FEJ
Blatt in der Sonne - WONG SZE FEJ
3 Entspannungsverfahren kurz und knackig vorgestellt. Was versteckt sich dahinter? Was bringt es Ihnen? Und was es sonst noch zu beachten gilt.

In unserem heute oft hektischen Alltag, wechselnden Lebensbedingungen und steigenden Anforderungen sind Inseln des Rückzugs, der Erholung für die Stärkung unserer Widerstandskräfte und Gesundheit zunehmend wichtiger.

Entspannung heißt hier das Zauberwort! Doch bei all den Angeboten und Verfahren mag Verwirrung entstehen. Vom Stress, der ja eigentlich reduziert werden soll, ist man nicht mehr allzu weit entfernt…

Imagination, AT, PMR … Was versteckt sich dahinter und was bringt das jeweilige Verfahren?

Imaginative Verfahren Hier wird der Anwender angeregt entspannende, harmonische, motivierende oder kraftspendende Bilder vor Augen entstehen zu lassen. Alle Sinne werden angesprochen. Die Imagination ist wie eine Reise. Der Übende schafft sich Plätze und Situationen, die der Realität entnommen oder Phantasie entsprungen sind. Ausflüge an einen See oder Meer, eine Fahrt mit einem Ballon oder ein Waldspaziergang sind typische Schauplätze. Bereits vor Jahrtausenden wurden bildhafte Vorstellungen in Ritualen und Meditationen eingesetzt.

Ausschnitt aus einer Imagination:

„Sie sehen einen bunt schillernden Regenbogen über den rauschenden Wassermassen eines Wasserfalls entstehen. Winzig kleine Wassertropfen sprühen wie Nebel durch die Luft. Sonnenstrahlen werfen tanzende Lichtreflexe auf das Wasser.“

Das Autogene Training (AT) kann als eine konzentrative Selbstentspannung bezeichnet werden. Es bedient sich der Kraft der Suggestionen mittels derer das Erleben von Gliedern und Organen beeinflusst wird. Schwere, Wärme und Ruhe werden vermittelt. Die Gedanken bündeln sich auf einen Punkt. Physiologisch nimmt die Muskelspannung ab, die Durchblutung der Haut steigt. Umweltreize werden unwichtiger – Geist und Körper fühlen sich beruhigt. Entwickelt wurde das Training von Professor Dr. J.H. Schultz.

Ausschnitt aus dem Autogenen Training:

„Ich bin vollkommen ruhig und gelassen.

Der rechte Arm ist schwer, ganz schwer, schwer.

Der linke Arm ist schwer, ganz schwer, schwer.

Beide Arme sind ganz schwer.“

Progressive Muskelentspannung (PMR). Hierbei wechselt der Übende systematisch zwischen An- und Entspannung unterschiedlicher Muskelgruppen. Begründer: Edmund Jacobson (Arzt und Physiologe).

Ausschnitt aus der Progressiven Muskelentspannung:

„Beuge die Arme und balle die Hände zu Fäusten.

Halte die Spannung einen Augenblick. Nimm diese wahr und löse sie wieder. Spüre den Wechsel zwischen An- und Entspannung.“

Besonders durch die Progressive Muskelentspannung und das Autogene Training wird die Wahrnehmung für den eignen Körper geschult. Neben der gefühlten Entspannung stellt sich bei allen Verfahren eine verbesserte Konzentration und Leistungsfähigkeit ein. Unruhezustände, Ängste und Schlafstörungen werden gemildert.

Alle Verfahren können durch Fremd- oder Selbstanleitung erlernt werden.

Und welches Entspannungsverfahren ist das Richtige?

Im Vergleich zum Autogenen Training ist die Rolle des Übenden bei Einsatz der Progressiven Muskelentspannung eine etwas aktivere. Das Autogene Training arbeitet ausschließlich über die Vorstellung. Die Progressive Muskelentspannung erlaubt minimale Bewegung, die gehalten und als angenehme An- und Entspannung erlebt wird. Imaginative Verfahren als auch das Autogene Training fallen demjenigen, der eine gute Vorstellungskraft besitzt, leichter. Jedoch lassen sie sich nicht entmutigen – mit jedem Tag und jeder Übungssequenz kann ihre Vorstellungskraft trainiert werden.

Gibt es noch etwas zu beachten?

Eine ruhige Umgebung und kein prall gefüllter Magen wirken sich förderlich auf die angestrebte Entspannung aus.

Jedes Verfahren zeigt seine Wirkung schon beim erstmaligen Einsatz. Natürlich individuell unterschiedlich abhängig von Vorerfahrungen, guter Vorstellungskraft etc.

Hinsichtlich des Erlernens der Verfahren kann die Anleitung durch einen geschulten Therapeuten/Berater als unterstützend und hilfreich erlebt werden. Durch regelmäßige Termine im Einzelsetting oder Gruppen ist die Motivation oft höher. Die Folge: verbesserte Wirkeffekte.

Nicht zu vergessen ist die Wichtigkeit der Rücknahme der jeweiligen Formeln und Suggestionen mit dem Ziel vollkommen wach und orientiert den nächsten Herausforderungen des Alltags zu begegnen.

Weitere Informationen:

Fachzeitschrift Entspannungsverfahren

Daniela Schmenk, Studio Wiegel

Daniela Schmenk - Diplom Psychologin Daniela Schmenk in Münster Westfalen Tätig als Trainerin/Dozentin – Coach – ambulante ...

rss