
- Erdbeben - Helga Dörk
Ob Flutwellen oder Erdbeben, jährlich werden viele hunderttausend Menschen Opfer verheerender Naturkatastrophen. Hierbei kommen Rettungsaktionen oft nur langsam voran und es gibt häufig Leben kostende Verzögerungen. Aus diesem Grund arbeiten Forscher ständig an effizienteren Rettungsplänen und –Innovationen.
Alpha-Gel – Die Wundermatte aus Japan
Das von der japanischen Firma Taica Corporation erfundene Alpha-Gel, welches ursprünglich für die Dämmsohle von Laufschuhen entwickelt wurde, könnte in Zukunft besonders in Erdbebengebieten Häuser vor größeren Schäden bewahren. Das klebrig weiche Material, dessen Hauptbestandteil Silikon ist, überzeugt durch unglaubliche Dämpfungseigenschaften. Wie beim Wasser wird auch beim Alpha-Gel die Krafteinwirkung von Stößen waagerecht in Wellenform verteilt und somit blitzschnell abgebaut. Diese besondere Eigenschaft verdankt das Material seiner inneren Struktur, durch welche es sich wie eine Flüssigkeit verhält. Das Gel schließt viele kleine Luftblasen ein, welche dem silikonhaltigen Material zusätzliche Dämpfung verleihen. So bleiben selbst Weingläser, welche aus großer Höhe auf die Alpha-Gel-Matte fallen, heil. Die japanischen Erfinder beabsichtigen den Einsatz des Materials in Häusern, die sich in Erdbebengebieten befinden. Da Modelle gezeigt haben sollen, dass das Alpha-Gel besonders flächendeckende Stöße weitestgehend schluckt, sollen in Zukunft ganze Häuser auf Gelmatten gebaut werden, welche die Erdbebenstöße weitestgehend dämpfen sollen. Serienreif sind diese Entwicklungen jedoch noch nicht, da dies hauptsächlich durch die Finanzierbarkeit verhindert wird.
RSCQ Cones – Rettung aus der Luft
Von Designern der Dominic Schindler Creations wurden zeppelinartige Fluggeräte entwickelt. Die sogenannten RSCQ Cones sollen auf Plattformen im Meer von Krisengebieten stationiert werden, da die häufig zerstörte Infrastruktur der Katastrophengebiete nur Hilfe über den Luftweg zulässt. Auf den Plattformen gelagert, sind sie jederzeit für den Transport komplett ausgestatteter klinischer Räume einsatzbereit. Da das Landen an jedem denkbaren Ort durch ihre schmale Form garantiert wird, wäre punktuelle Hilfe in Zukunft möglich. Jedoch wird auch hier momentan die Umsetzung durch die Finanzierung verhindert.
Erdbeben-Airbags – aufblasbare Rettungshöhlen
Für das Verlassen von Gebäuden bleibt bei starken Erdbeben meist keine Zeit und so kosten einstürzende Gebäude jährlich vielen Menschen das Leben. Mobile Schutzräume, welche ähnlich den Feuerlöschern an den Wänden im Gebäudeinneren platziert würden, könnten dies in Zukunft verhindern. Optische Signale würden die Menschen bei einem Alarm zu den Geräten führen, welche sich durch das Betätigen des Auslösers in Sekundenschnelle entfalten und aufblasen würden. Diese extrem stabilen Hohlräume bieten Platz für bis zu vier Personen und wären sicher eine lebensrettende Maßnahme in vielen von Erdbeben bedrohten Gebäuden.
Hochwasserschutz durch Amphibienhäuser
Während schwere Erdbeben in Deutschland eher unwahrscheinlich sind, besteht die Gefahr heftiger Hochwasser. Fast jährlich werden deutschlandweit bestimmte Regionen vom Hochwasser bedroht. Aus diesem Grund haben niederländische Forscher sogenannte Amphibienhäuser entwickelt, welche schwebend gelagert werden. Sollte eine Flutwelle kommen, werden die Häuser einfach angehoben und auf diesem Weg von den Wassermassen verschont.
Bildnachweis: © Helga Dörk / Pixelio.de
