Wenn man von Frankreich spricht, spricht man zuallererst von seinen Bewohnern. Die Franzosen strotzen vor Selbstbewusstsein und Nationalstolz, sie sind wahre Gourmets in allen Lebenslagen und beherrschen wie niemand sonst die Kunst des behaglichen Lebensstils – kurzum: das Savoir-vivre.
Parlez-vous français?
Auch wenn der französische Arbeitsmarkt mit jenem in Deutschland vergleichbar ist: Ohne die Beherrschung der französischen Sprache funktioniert die Jobbewerbung – unabhängig von der Arbeitsstelle – nicht. Wird diese Voraussetzung erfüllt, tun sich zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten auf. Ob Praktikum, Ferienjob oder Festanstellung über einen längeren Zeitraum – Deutschlands wichtigster Handelspartner bietet attraktive Jobpotenziale. Ein weiterer Vorteil ist die geographische Nähe zum französischen Arbeitsmarkt. Grenzregionen sind nicht nur von Süddeutschland aus, sondern auch von Nordrhein-Westfalen über Belgien schnell erreichbar.
Arbeiten in Frankreich
Die Einreise nach Frankreich ist problemlos möglich und Deutsche genießen als EU-Staatsbürger das europäische Bürgerrecht der Freizügigkeit. Nach drei Monaten ist eine Aufenthaltserlaubnis (carte de séjour) erforderlich, die bei der zuständigen Verwaltungsbehörde (Préfecture), im Rathaus (Mairie) oder bei der örtlichen Polizeibehörde (Commissariat de Police) beantragt werden kann. Dazu müssen ein gültiger Personalausweis und ein Beschäftigungsnachweis des Arbeitgebers vorgelegt werden. Wichtig: Die carte de séjour ist für EU-Bürger eigentlich nicht mehr zwingend, wird aber zuweilen verlangt, etwa bei der Eröffnung eines Kontos. Auch eine Arbeitserlaubnis ist nicht nötig.
Jeder EU-Bürger kann ohne weitere Formalitäten seinen Wunschjob annehmen. Für Langzeitjobs gilt: Der in Frankreich angestellte Arbeitnehmer ist versicherungspflichtiges Mitglied der Sozialversicherung; die Anmeldung erfolgt über den Arbeitgeber. Allerdings deckt das Sozialversicherungssystem nicht alle Kosten für ärztliche Behandlungen und Arzneimittel ab – eine Zusatzversicherung kann daher sinnvoll sein. Seine Steuern hat der Arbeitnehmer selbst zu entrichten, dazu ist das Anfertigen einer Steuererklärung notwendig – für Ausländer erst ab dem zweiten Jahr ihres Aufenthalts.
Auf die richtige Bewerbung kommt es an
Bei Bewerbungen in Frankreich müssen einige inhaltliche Besonderheiten berücksichtigt werden, die sich von dem in Deutschland praktizierten Bewerbungsmuster erheblich unterscheiden. Jede korrekte Bewerbung (lettre de motivation, lettre de candidature) besteht aus zwei Teilen: dem handschriftlichen Anschreiben und dem computergetippten Lebenslauf. Das Anschreiben sollte an einen zuständigen Ansprechpartner adressiert sein und nicht mehr als eine Seite Umfang aufweisen. Manche Unternehmen lassen zudem graphologische Gutachten erstellen. Der französische Lebenslauf (curriculum vitae) enthält keine Überschrift, er wird nicht unterschrieben und ein Foto ist gleichfalls nicht notwendig.
Ein chronologischer Aufbau, angefangen mit der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, muss erkennbar sein und auch besondere Abschlüsse und Zeugnisnoten sollten erwähnt werden, da grundsätzlich keine weiteren Dokumente, Zeugnisse oder Kopien mit der Bewerbung eingereicht werden. Das überzeugende Bewerberprofil und geeignete berufliche Fähigkeiten resultieren daher ausschließlich aus dem aussagekräftigen Lebenslauf des Jobkandidaten.
Elsass oder Eiffelturm?
Römer, Alemannen und Merowinger prägten nachhaltig das Bild einer Region, die zur Heimat vieler wurde: das Elsass. Pittoreske Städtchen, Burgen und Schlösser, endlose Wälder und malerische Seen – die Vogesen bieten ihren Besuchern eine Fülle an Möglichkeiten, französische Lebensart zu genießen. Urlaub vom Alltag heißt die Devise; das milde Klima, erlesene Weine und die berühmte elsässische Küche tragen ihren Teil dazu bei.
Niveauvolle Hotellerie mit vielseitigen Angeboten für aktive Sportler und Wellnessbewusste wird groß geschrieben – entlang der Elsässischen Weinstraße genauso wie in den Wintersportgebieten im oberelsässischen Teil der Vogesen. Sauna, Hamam, Jacuzzi, Balneo- und Massagetherapie sowie verschiedene Behandlungen im Beauty-Center gehören zu den Wellnessinhalten. Ästhetik-Spezialisten mit Französischkenntnissen können sich durchaus spontan bewerben. Wo die Geschichte ihre Spuren hinterlassen hat, dort wird in der Elsass-Region noch weit verbreitet Deutsch gesprochen, wenn auch mit starkem Dialekt, so etwa in der elsässischen Hauptstadt Strasbourg.
Paris, mon amour ...
Wer einmal in der „Stadt der Liebe“ war, wird Paris so schnell nicht vergessen. Der Zehn-Millionen-Koloss an der Seine bietet vielfältige Eindrücke und Sinnesfreuden. Dennoch ist Paris eine Stadt mit ganz normalem Alltagsrhythmus, großstädtischem Verkehrschaos und wenig charmanter Betriebsamkeit. Gerade die „unpolierten“ Seiten der Metropole offenbaren ihre ganz eigene Liebenswürdigkeit, bisweilen auch mit ungeahnter Gastfreundschaft. Fremde erliegen in Paris schnell dem typisch französischen Flair; die Stadt kultiviert geradezu Schönheit und feine Lebensart – ein Eldorado für Jobwillige mit kosmetischen Ambitionen. Es gibt viel zu sehen und noch mehr zu lernen, ob nun im Day Spa, im Institut de Beauté oder im Centre de Esthétique et de Beauté. Die Frage, wie Sie auf kürzestem Wege mit der Metro zum Nordbahnhof kommen, sollten Sie spätestens bei Jobantritt perfekt beherrschen: S’il vous plaît, pour aller à la Gare du Nord, c’est quelle direction? Bon voyage – gute Reise!
Buchtipp: Michael Kuss: Lust auf Frankreich. Leben, Urlaub, Arbeit, Freizeit. Vom beruflichen Aufenthalt bis hin zu alternativen Ferien. Ferienjobs, Praktika und feste Stellen. Inforatgeber, Verlag Interconnections.
Jobangebote und Adressen von deutschen Firmen in Frankreich: Website der CFACI (Deutsch-französische Industrie- und Handelskammer); zahlreiche Business-Links im Deutsch-französischen Wirtschaftsportal; europäische Arbeitsvermittlung im Rahmen des EURES-Programms.
