Als Beauty-Profi im Ausland – Schweden und die Niederlande

Bevor Sie in Stockholms In-Viertel Södermalm oder im hippen Amsterdamer Jordaan-Viertel als Beauty Professional durchstarten, sollten Sie einiges beachten.

Eine berufliche Perspektive außerhalb der Heimatgrenzen aufzubauen, wird für immer mehr Menschen in Deutschland zu einer nennenswerten Herausforderung. Ganz oben auf der „Hitliste“ der beliebtesten Fernziele stehen dabei die Länder der Europäischen Union und der skandinavische Raum. Die Vorteile eines Berufsneustarts liegen hier klar auf der Hand: Mit rund 158 Millionen Beschäftigten ist der europäische Binnenmarkt der größte Arbeitsmarkt der Welt. Von Portugals Ostatlantikküste bis hinauf in skandinavische Regionen können Jobsuchende ohne Arbeitserlaubnis oder Visum ihrer Berufung nachgehen.

Schwedische Besonderheiten

Europas hoher Norden übt eine besondere Anziehungskraft aus. Doch nicht nur die aus deutscher Sicht geographische Nähe ist dafür entscheidend. „Es gibt viele, die jetzt aus der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Deutschland heraus nach Skandinavien wollen“, sagt Angela Griem, EURES-Beraterin beim Arbeitsamt Hamburg. Die Aussichten, auf dem Arbeitsmarkt in Schweden, Norwegen & Co. fündig zu werden, stehen nicht schlecht. Qualifizierte Arbeitskräfte sind vor allem im Gesundheitswesen rar. Ärzte, Pflegepersonal und Physiotherapeuten haben große Chancen auf ein lohnenswertes Stellenangebot. Doch auch die Fitness- und Wellnessbranche boomt, und gut ausgebildete Kosmetikprofis – gern mit Kenntnis der international bekannten Markensortimente von Transderma, MATIS Paris oder Ole Henriksen – können nicht nur in Stockholm und typischen Ferienregionen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten nutzen. Selbst „Quereinsteigern“ wird der Berufsstart leicht gemacht. Gefragt sind in erster Linie Persönlichkeit und grundsätzliche Kompetenzen.

Arbeiten in SchwedenIm Prinzip funktioniert die Jobsuche in Schweden ähnlich wie in Deutschland. Die direkte Bewerbung bei Unternehmen vor Ort ist genauso üblich wie die Bewerbung auf Stellenangebote in der schwedischen Presse. Eine wichtige Rolle kommt den staatlichen Arbeitsvermittlungsdiensten zu. Die örtlichen „Arbetsförmedlingen“ stehen Arbeitssuchenden offen und erfüllen zusätzlich auch Beratungs- und Auskunftsfunktion. Die großen Zeitungen „Platsjournalen“ und „Nytt job“ sind dort erhältlich und führen eine spezielle und umfangreiche Jobbörse.

Välkommen till Sverige!Kenntnisse der Landessprache sind für die Arbeit in Schweden unerlässlich. Staatsbürger in EU-Ländern und ihre Angehörigen können sich bis zu drei Monaten in Schweden aufhalten, danach ist lediglich eine Aufenthaltsgenehmigung erforderlich. Ausländer mit einem gültigen Arbeitsvertrag haben darüber hinaus Anspruch auf einen kostenlosen Sprachunterricht. Weitere Pluspunkte für potenzielle Bewerber sind die hohe fachliche Akzeptanz und ein positives Image deutscher Arbeitskräfte in Schweden. Speziell auf die Arbeitssuche in Skandinavien zugeschnitten sind das Baltic-Training-Center (BTC) in Rostock und das Nordic Training and Job Center in Flensburg. Erfolgreiche Bewerber absolvieren je nach Grad der Sprachkenntnisse kürzere oder längere Kurse in Landeskunde, Bewerbungstraining oder interkultureller Kompetenz. Berufliche Weiterbildung wird groß geschrieben und selbst die Vermittlung von Praktikaplätzen im Wunschland ist möglich. Interessant ist: Unterstützt das regionale Arbeitsamt den Arbeitnehmer bei der Jobsuche im Ausland, übernimmt es in der Regel alle anfallenden Ausbildungskosten.

Wer den Schritt auf den schwedischen Arbeitsmarkt wagt, sollte nicht nur die fachliche Qualifikation, das Wissen über arbeits-, steuer- und versicherungsrechtliche Gegebenheiten, Sprachkenntnisse und einen gültigen Arbeitsvertrag in der Tasche haben. Im hohen Norden Europas zu leben und zu arbeiten, erfordert eine bestimmte Mentalität. Die Einsamkeit und Ruhe, die Urlauber an Skandinavien schätzen, kann auf Dauer auch zu einer Belastung werden.

Der Arbeitsmarkt in den Niederlanden: Toleranz und kosmopolitisches Denken

Fremde Menschen – und fremde Münzen – halten die Niederlande seit knapp 400 Jahren in Schwung. In der Wirtschaftspolitik Europas nehmen die Niederlande heute eine führende Rolle ein. Das „Modell Niederlande“ mit moderaten Lohnabschlüssen, flexiblen Arbeitskontrakten, Strukturreform und strikt stabilitätsorientierter Haushalts- und Finanzpolitik wird international als vorbildlich und zukunftsweisend angesehen.

Für EU-Bürger gibt es keine Beschränkungen in Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt. Die deutsche Staatsbürgerschaft bedeutet automatisch auch den Erhalt einer Arbeitserlaubnis in den Niederlanden. Für die Anmeldung eines Wohnsitzes – möglichst gleich nach der Einreise – ist die Fremdenpolizei (Vreemdelingenpolitie) zuständig. Nach drei Monaten wird eine Aufenthaltsgenehmigung (Verblijfsvergunning) notwendig, die problemlos erteilt wird.

Arbeitszeiten und Lohnmodell

Die tariflich festgelegte Wochenarbeitszeit beträgt etwa 38 bis 40 Stunden, der gesetzlich geregelte Jahresurlaub liegt bei 20 Tagen – der Arbeitgeber gewährt jedoch häufig 5 Tage mehr. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Löhne in den Niederlanden durchschnittlich um 10 bis 15 Prozent niedriger liegen als die deutschen Gehälter. Grundkenntnisse der Sprache sind vorteilhaft, aber nicht Bedingung. Vor allem in großen Metropolen wie Amsterdam und Rotterdam spricht man „international“. Gute Englischkenntnisse helfen in den multikulturellen Niederlanden überall weiter, und auch die deutsche Sprache ist traditionell weit verbreitet.

Die Niederlande sind eine dynamische Dienstleistungsgesellschaft mit steigendem Wirtschaftswachstum. Insbesondere für Frauen hat sich dadurch die Arbeitsmarktsituation deutlich verbessert. Neben den Arbeitsämtern spielen Leih- und Zeitarbeitsfirmen, die Uitzendbureaus, eine besondere Rolle. Gerade in den Grenzregionen werden deutsche Jobsucher häufig von Zeitarbeitsfirmen befristet eingestellt. Schriftliche Bewerbungen werden in englischer Sprache akzeptiert und das Anschreiben sollte kurz und etwas lockerer als in Deutschland üblich formuliert werden.

Amsterdam – Arbeiten in der Grachtenstadt

Geschäftig und idyllisch, gediegen und exotisch: Amsterdam wird allen Klischees und vielen Erwartungen gerecht. Das Leben in einer der kleinsten Metropolen Europas ist bunt und schillernd. Wer hier für eine Saison oder länger arbeiten möchte, sollte vor allem das Talent mitbringen, sich selbst treu zu bleiben. Nicht die Höhe des Kontostandes oder das sorgfältig gepflegte Image machen hier den Menschen aus. Jobangebote gibt es viele, auch die Kosmetikerin oder der Massagespezialist werden garantiert fündig. Exklusive 5 Sterne-Hotels und modernste Health and Beauty Center mit internationalen Top-Marken wie AVEDA, DERMALOGICA, Couleur Caramel und Kiehl’s erfüllen schon mal ausgefallene Kundenwünsche. Nichts ist unmöglich in Amsterdam und Jobabenteurer erliegen schnell dem kosmopolitischen Flair.

Tipps zur Jobsuche in Schweden:

Informationen zur Aufenthaltsgenehmigung und Antragstellung auf der schwedischen Website Migrationsverket; Website des schwedischen Arbeitsamtes in schwedischer und deutscher Sprache mit umfangreichen Serviceangeboten; Homepage der schwedischen Botschaft in Berlin

Stellensuche in den Niederlanden:

Informationen über Arbeitsmöglichkeiten mit europaweiter und gezielter Jobsuche auf der EURES-Website; das Portal der Deutsch-Niederländischen Handelskammer bietet Hilfe bei der Arbeitsvermittlung in Deutschland und in den Niederlanden; die Internetseiten der privaten Arbeitsvermittlungen und Zeitarbeitsfirmen (nur in Landessprache) bieten Free-Jobs u. a.

Autorin Claudia Rakow, Claudia Rakow

Claudia Rakow - Liebe Lesefreunde, herzlich willkommen im "schönen" Musen-Zirkel! Mein Name ist Claudia Rakow; ich bin seit 24 Jahren ...

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