Als Freelancer muss man bestimmte Eigenschaften mitbringen

Arbeitet wo sie will: Freelancerin mit Laptop - lvsconsulting.com
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Die Freiheit eines Freiberuflers oder Freelancers ist erstrebenswert. Doch man muss auch das Zeug für den Berufsalltag eines Freelancers haben.

Als Freelancer hat man viele Freiheiten. Man kann sich zum einen die Zeit, wann man arbeitet und wie lange, selbst einteilen. Außerdem kann man sich als Freiberufler oft auch den Ort, an dem man beispielsweise mit dem Laptop sitzt, aussuchen. Nicht wenige erledigen diesen Teil der Arbeit im Sommer auf der Terrasse oder dem Balkon. Das klingt erstrebenswert - und ist es auch, wenn alles gut läuft. Doch es gibt einige Eigenschaften, die man als Freelancer mitbringen muss. Die kann man sich auch kaum antrainieren oder erlernen, denn dann wird es verkrampft.

Man muss Selbstmotivation schon in sich haben

Der Freiberufler muss aus sich heraus motiviert sein. Und sich auch in Krisenzeiten, wenn die Geschäftsidee angezweifelt wird und alle Freunde fragen, ob das wirklich das Richtige für einen ist, am Schopfe packen und motivieren. Selbstmotivation ist ein Muss. Wer schnell bei Schwierigkeiten und Durststrecken die Flinte ins Korn wirft, der ist eindeutig nicht geeignet. Motivation von außen wird der Freelancer nur dann erhalten, wenn er Erfolg hat. In den schwierigen Phasen, wenn die Aufträge mal ausbleiben oder es finanziell knapp wird, fällt die Motivation von außen ganz weg. Was man dann erhält ist Trost, Mitleid und ein bisschen Aufmunterung. Motivation ist etwas ganz anderes. Deshalb muss man die innere Stärke haben, sich selbst motivieren zu können.

Mit unregelmäßigem Einkommen anders leben

Das Einkommen eines Freelancers ist unweigerlich schwankend, da die Auftragslage nicht jeden Monat identisch ist. Das ist eine der Herausforderungen, denn neben der Erledigung der vorhandenen Aufträge muss man unbedingt weiter akquirieren, neue Kontakte suchen, die eigene Arbeit bewerben, viele Gespräche geschickt führen und sein Gesicht zeigen. "Nur" arbeiten und sich abends fallen lassen ist nicht drin. Da müssen E-Mails geschrieben und versendet werden, die website aktualisiert, das Social Network ausgebaut und das Online-Marketing optimiert werden. Dennoch wird das Einkommen unregelmäßig sein, vielleicht sogar am Anfang mal eine Lücke entstehen, die man mit Reserven überbrücken muss. Wem das zu unsicher ist, wer unbedingte Absicherung und ein ganz regelmäßiges Einkommen benötigt, der sollte das Leben als Freelancer nicht in Erwägung ziehen. Es kann zwar sein, dass mal ein Einkommen hoch genug ist, dass es für zwei oder drei Monate zum Leben reichen würde, doch auch für die Bildung von Rücklagen muss man ganz konsequent und diszipliniert vorgehen und das auch privat konsequent leben.

Man sollte Überstunden mögen

Das klingt blöd, schon klar. Aber Überstunden lösen bei den Menschen nur deshalb so eine schlechte Laune aus, weil es im Allgemeinen Zeit ist, die man jemand anderem, nämlich dem Arbeitgeber schenkt. Die Familie und Freunde, das gesamte Privatleben muss zurückstehen, nur weil ein Unternehmen vorwärtskommen will. Nun, eines vorweg: das ist als Freelancer nicht anders - aber: es ist das eigene Unternehmen und man kann seine Arbeit auch in der Nähe der Familie erledigen oder erst nachdem die Kinder im Bett sind. An dieser Stelle muss man einfach hart zu sich selbst sein, die erwähnte Selbstmotivation einschalten und die ebenfalls erwähnte Disziplin walten lassen. Der Trick: die Überstunden machen Freude, weil man das eigene Unternehmen voranbringt.

Multi-Tasking und das in verschiedenen Rollen

Der Freelancer muss ganz einfach alle anfallenden Aufgaben kennen und sie auch alleine lösen können. Er muss sich schlicht in allen Geschäftsbereichen seines Unternehmens auskennen und am Anfang der Selbständigkeit immer in die jeweiligen Rollen schlüpfen können. In der Büroarbeit ist er sowohl die Telefonistin und Sekretärin als auch der Buchhalter und Finanzchef, der mit Steuerberatern und Banken verhandelt. Er ist in der Rolle des Geschäftsführers beim Kundengespräch und in der des Marketingmanagers, wenn er das Layout für eine Anzeige entwirft.

Im schlimmsten Fall muss man alles gleichzeitig sein, weil die Steuererklärung gemacht werden muss, die Werbemaßnahmen gewirkt haben und die Kunden das Telefon nicht zur Ruhe kommen lassen, Angebote geschrieben werden müssen, ein neues Projekt geplant werden muss und unendlich viele andere Dinge. Zum guten Schluss steht das Privatleben da und hat auch noch Ansprüche. Man muss versuchen, das Privatleben außen vor zu lassen und die Familie nur dann um Mithilfe bitten, wenn es wirklich zeitlich nicht anders zu managen geht. "Privat" sollte für einen Freelancer einfach entspannend sein und nicht auch noch Diskussionszeit für alles Geschäftliche werden. Der Trick: genießen, dass man Freelancer ist und einfach durchhalten, auch wenn es gerade eine arbeitsreiche Zeit ist.

Wer diese Dinge gern tut und sich bewusst macht, dass jeder Fehler auch gern getan werden muss, weil er einen weiterbringt, der hat gute Chancen sein Leben als glücklicher Freelancer zu führen. Thomas Edison, der Erfinder der Glühbirne, soll gesagt haben: "Die ersten 999 Versuche, die alle nicht geklappt haben, waren keine Fehlversuche, sie waren einfach Versuche, die zeigten wie es nicht funktioniert. Ich musste nur auf den einen warten, der funktionierte." Vertrauen in sich selbst gehört übrigens auch dazu!

E.R.M, ©Elisabeth R. Meier

Elisabeth R. Meier - Elisabeth R. Meier ist Architekturfotografin und Autorin/Bloggerin mit Bachelor in Betriebswirtschaft und 10 Jahren Berufserfahrung im ...

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