Als Perle der Niederlausitz wird Altdöbern, sorbisch Stara Darbnja genannt, im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Süden des Landes Brandenburg gern bezeichnet.

Um Altdöbern entstehen durch Flutung der ehemaligen Braunkohle-Tagebaue Greifenhain und Gräbendorf der 879 Hektar große Altdöberner und der 427 Hektar große Gräbendorfer See. Sie sind Teil der Niederlausitzer Seenkette. Die Flutung des Gräbendorfer Sees ist abgeschlossen. Die Flutung des Altdöberner Sees und die Rekultivierung seiner Umgebung werden voraussichtlich 2023 abgeschlossen.

Sehenswürdigkeiten in Altdöbern

Im Zentrum von Altdöbern steht, umgeben von einer weitläufigen Parkanlage, ein barockes sächsisches Schloss. Um 1720 ließ der sächsische General Alexander Dietrich von Eickstett das Schloss zu einem Barockschloss mit Lustgarten umgestalten. In der Mitte des 18. Jahrhunderts erlebte das Schloss eine Glanzzeit unter Karl Heinrich von Heineken. Er ließ durch Künstler des Dresdner Hofes ein außergewöhnliches Rokokoensemble schaffen. Ende des 19. Jahrhunderts ließ der Baron Heinrich von Witzleben das Schloss im Stiel des Historismus um- und ausbauen. Durch Eduard Petzold, ein Schüler des Fürsten Pückler, wurde der Schlossgarten auf insgesamt 50 Hektar erweitert und zu einem Landschaftspark umgestaltet. Seit 1917 bewohnte die Familie des Fabrikanten Eugen Laib Garbaty das Schloss Altdöbern als Sommersitz. 1938 musste der jüdische Industrielle das Anwesen verkaufen. Nach 1945 und bis 1974 nutzte die Caritas das Schloss als Kinder- und Altersheim. Dann setzte beschleunigter Verfall ein. 1996 übernahm die Brandenburgischen Schlösser GmbH das Anwesen und begann mit Unterstürzung durch die Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit Sanierungsmaßnahmen.

Die Brandenburgische Schlösser GmbH übergab im Juli 2012 die restaurierte Orangerie und Schlossgärtnerei an die Betreiberin. Hier werden Erzeugnisse der Schlossgärtnerei präsentiert und im Hofladen angeboten. Und ein Cafe lädt die Parkbesucher zu Rast.

Am 12. Mai 1914 ging der Vorgängerbau der heutigen Kirche durch Brandstiftung in Flammen auf. Der heutige neobarocke Kirchenbau entstand von 1918 bis 1921nach Plänen des Architekten Kurt Steinberg. Ihr Turm ist 41 Meter hoch und trägt das größte Geläut im Land Brandenburg. Das Kirchenschiff bietet Platz für 800 Menschen. Die Kassettendecke besteht aus 176 Feldern. Die Ausstattung plante der Berliner Bildhauer August Rhades. Im Altarraum ist eine mächtige goldene Darstellung des gekreuzigten Jesus zu sehen. Der Taufstein aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde aus der 1914 abgebrannten Vorgängerkirche gerettet. Die Orgel wurde 1920 von dem Orgelbauer Gustav Heinze aus Sorau erbaut.

Geschichte von Altdöbern

Der Beitrag „Geschichte von Altdöbern in der Niederlausitz“ informiert in knapper Form über die Historie des Ortes.

Lage und Anreise

Mit dem Auto geht es über die Autobahn A 13. Von Norden her ist die Anschlussstelle Calau günstig. Von dort via Calau in Richtung Drebkau fahren. 6 Kilometer hinter Calau rechts abbiegen und über Muckwar geht es nach Altdöbern. Von Süden ist die Abfahrt Großräschen zu nehmen. Via Großräschen gehr es nach Altdöbern.

Der Bahnhof Altdöbern ist mit der Regionalbahn RB 14 zu erreichen. Die verkehrt derzeit zwischen Berlin-Schönefeld Flughafen via Königs Wusterhausen nach Senftenberg.

Altdöbern liegt am Fürst-Pückler-Radweg durch die Lausitz.

Literatur

  • Angelika Fischer und Bernd Erhard Fischer: Altdöbern: Vergessenes Juwel in der Niederlausitz. Eine Spurensuche. arani-Verlag Berlin 1993, ISBN 3-7605-8649-X
  • Nicola Riedel-Bröcker: Schloß Altdöbern, Schriftenreihe des Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e.V., hrsg. von Sybille Badstübner-Gröger, Berlin 1995

Steckbrief von Altdöbern

  • Bundesland: Brandenburg
  • Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
  • Amt: Altdöbern
  • Höhe: 87 Meter über Normal Null
  • Fläche: 61,6 Quadratkilometer
  • Einwohner am 31.12.2010: 2.694
  • Gemeindegliederung in 3 Ortsteile: Altdöbern mit den Ortschaften Pritzen, Peitzendorf und Chransdorf, Ranzow und Reddern
  • Anschrift der Amtsverwaltung: Marktstraße 1, D-03229 Altdöbern

Quellen

  1. Gemeinde Altdöbern
  2. Amt Altdöbern
  3. Evangelischer Kirchenkreis Niederlausitz
  4. Brandenburgische Schlösser GmbH