Clint Eastwood, Tommy Lee Jones, Morgen Freeman, Jack Nicholson, Michael Caine, Robert Duvall, Sean Connery, Anthony Hopkins – sie alle sind zwischen 65 und 80 Jahre alt und nichts hat sich im Alter für sie und ihre Kollegen geändert. Bis auf die Rollen, die sie jetzt übernehmen oder die ihnen zum Teil „auf den Leib geschrieben“ werden und wurden: Nun spielen sie alte Männer – erzählen deren bewegende Lebensgeschichten, zeichnen starke Charaktere, ziehen Bilanz. Aber auch schon vor ihnen gab es beeindruckende Filme mit alten Männern.
Die vorliegende Auswahl an Filmtipps erhebt keineswegs den Anspruch vollständig zu sein, gibt aber einen abwechslungsreichen Überblick:
Wenn alte Männer noch mal loslegen
Space Cowboys (Space Cowboys, 2000): James Garner, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland und Clint Eastwood spielen ehemalige Astronauten, die aus ihrem Rentnerdasein herausgeholt werden, um im Orbit technisch veraltete Systeme wieder auf Vordermann zu bringen.
Das Beste kommt zum Schluss (The Bucket List 2009): Zwei krebskranke Bettnachbarn im Krankenhaus, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten: Während der Therapien kommen sich der schwarze Automechaniker (Morgen Freeman) und der reiche, weiße Milliardär (Jack Nicholson) näher, werden Freunde und arbeiten schließlich gemeinsam eine umfangreiche Liste „unerledigter Dinge“ ab.
Löwen aus zweiter Hand (Secondhand Lions, 2003): Zwei unverhofft zu Geld gekommene Farmer (Michael Caine, Robert Duvall) mit seltsamen Lebensgewohnheiten übernehmen die Erziehung eines Jungen und erfüllen sich nebenbei skurrile Lebensträume.
Ein verrücktes Paar – Alt verkracht und frisch verliebt (Grumpy Old Men, 1993): Traumduo Jack Lemmon und Walther Matthau in einer Komödie um zwei verfeindete Nachbarn im Kampf um eine Frau.
Robin und Marian (Robin and Marian, 1976): Erschöpft von jahrelangen Kreuzzügen kehrt Robin Hood (Sean Connery) zurück in die Arme seiner Maid Marian (Audrey Hepburn), um sie recht schnell für seinen letzten Kampf wieder zu verlassen.
Pappa ante Portas (1991): In der Komödie von Loriot wird Einkaufsdirektor Lohse in den Vorruhestand geschickt und treibt anschließend in seinem Eifer, sich nützlich machen zu wollen, zu Hause seine Frau (die 2007 verstorbene Evelyn Hamann) fast in den Wahnsinn. Glück finden die beiden am Ende im gemeinsamen Blockflötenspiel.
Reisen in die eigene Vergangenheit
About Schmidt (About Schmidt, 2002): Warren Schmidt (Jack Nicholson) wird pensioniert und fühlt sich mit seiner eigenen Nutzlosigkeit konfrontiert. Er übernimmt die Patenschaft für einen afrikanischen Jungen. Seine Briefe an Ndugu werden eine Art Lebensbeichte. Als ihn der plötzliche Tod seiner Frau vollkommen aus der Bahn wirft, macht er sich im Wohnmobil auf den Weg zur Hochzeit seiner Tochter und besucht auf dieser Reise die Orte seiner Kindheit.
Wilde Erdbeeren (Smulltronstrället, 1957): Regisseur Ingmar Bergmann lässt den Medizinprofessor Borg mit der Schwiegertochter zu seiner 50-jährigen Promotionsfeier quer durch Schweden reisen. Die Autofahrt führt die beiden an Orte seiner Kindheit, Tagträume und surreale Albträume quälen ihn dabei. Er erkennt, dass aus ihm ein gefühlskalter, egoistischer Mensch geworden ist, findet aber dennoch am Ende seinen Frieden, indem er sich zum ersten Mal für die Menschen interessiert, die ihm nahe stehen.
Was vom Tage übrig blieb (The Remains Of A Day, 1993): In der Verfilmung des gleichnamigen Buchs von Kazuo Ishiguro versucht der alte Stevens Butler (Anthony Hopkins) eine ehemalige Kollegin für eine Arbeitsstelle bei seinem neuen Dienstherrn zu gewinnen, auf der Fahrt dorthin blickt er auf sein Leben zurück.
Starke Charaktere
No Country For Old Men (No Country For Old Men, 2007): Der amtsmüde, kurz vor der Pension stehende Sheriff (Tommy Lee Jones) einer Kleinstadt an der Grenze zwischen Texas und Mexiko, wird in einen Krieg zwischen einem Vietnamkriegsveteranen und der Drogenmafia verwickelt. Es ist für ihn eine Welt, mit der er nichts mehr anfangen kann.
Gran Torino (Gran Torino, 2008): Hauptdarsteller und Regisseur Clint Eastwood spielt einen Koreakriegsveteranen und pensionierten Fordarbeiter, der seinen Wagen, einen 72er Gran Torino erst gegen eine asiatische Gang verteidigt, nach und nach Freundschaft schließt mit seinen asiatischen Nachbarn und sich später regelrecht opfert.
Großväter
Am goldenen See (On Golden Pond, 1981): Das alte Ehepaar Ethel (Kathrin Hepburn) und Norman (Henry Fonda) bekommen zu seinem 80. Geburtstag Besuch von der Tochter (Jane Fonda). Deren Sohn bleibt anschließend über die Sommerferien bei den Großeltern, was die beiden, vor allem aber Norman, schließlich vollkommen verändert.
Little Miss Sunshine (Little Miss Sunshine, 2006): Schräger Opa fliegt nach Drogenmissbrauch aus dem Altenheim und trainiert seine Enkelin für den Auftritt bei einem Talentwettbewerb. Auf der turbulenten Fahrt dorthin schockt er mit seinen coolen Sprüchen den Sohn, muntert aber auch dessen suizidgefährdeten Schwager sowie den schwer pubertierenden Sohn auf. Noch unterwegs stirbt er an einer Überdosis Heroin und schweißt so die bunte Truppe zusammen.
Wahre Lebensgeschichten
Mit Hand und Herz (The World’s Fastest Indian, 2005): Der neuseeländische Rentner Burt Munro (Anthony Hopkins) stellt in den 60er Jahren mit seinem Motorrad – einer Indian, Baujahr 1920 – während der Speed Week in der Wüste von Utah einen Geschwindigkeitsweltrekord auf, der übrigens bis heute besteht.
Eine wahre Geschichte – die Straight Story (Straight Story, 1999): Der 73-jährige Alwin Straight fährt 1994 in sechs Wochen von Iowa nach Wisconsin mit seinem Aufsitz-Rasenmäher, um seinen nach einem Schlaganfall kranken Bruder zu besuchen. Der Film zeichnet die Reiseerlebnisse nach.
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