Der Altweibersommer ist da. In sieben von zehn Jahren gibt es über Mitteleuropa eine Großwetterlage, die Altweibersommer genannt wird. Auch 2011 erleben wir jetzt und zumindest in der ganzen nächsten Woche dieses schöne Spätsommer- oder Frühherbstwetter. Dann ist ein kräftiges Hoch über Mitteleuropa fest eingekeilt zwischen einem Tief auf dem Atlantik und einem Tief über Osteuropa. Dieses Hoch kann sich nicht bewegen, bestimmt deshalb für längere Zeit unser Wetter und verhindert auch Bewegungen des Tiefdruckgebietes über dem Atlantik. Das würde sich nämlich gern wie immer um diese Jahreszeit über Großbritannien nach Skandinavien bewegen und uns deshalb wechselhaftes Wetter bringen.

Gegensätze

Frühling und Herbst sind meteorologisch gesehen Übergangsjahreszeiten zwischen Sommer und Winter. Auch der Frühherbst mit einem schönen Altweibersommer ist nach der Wetterkunde immer für Gegensätze gut, weil die Temperaturen jetzt, da Tage und Nächte gleich lang sind, stark schwanken. In den 12 Stunden dauernden Nächten können sich die Temperaturen vor allen Dingen bei klarem Nachthimmel schon sehr deutlich abkühlen, die Sonne und die Helligkeit haben aber in ihren 12 Stunden täglichem Einsatz genügend Zeit für eine kräftige Erwärmung der Luft, denn die Sonne hat Ende September noch viel Kraft.

Gegensätzliche Temperaturen

Wie der Deutsche Wetterdienst am 25. September meldete, sanken in der Nacht zum 25. September die Temperaturen in vielen Orten in Deutschland schon sehr deutlich ab. Von wenigen Ausnahmen abgesehen lagen die Tiefstwerte der Temperaturen im einstelligen Bereich, in breiten Landstrichen sogar nur um 5 Grad. Einzelne Stationen wie Hof und Bad Königshofen registrierten mit minus 1 Grad sogar leichten Bodenfrost und Nürnberg, Kronach und Klettwitz lagen bei knapp unter 0 Grad. Allerdings wird diese bodennahe Kaltluftschicht im Tagesverlauf vielfach durch die noch starke Kraft der Sonne wieder bis zum späten Mittag auf Werte um meistens 20 Grad erwärmt.

Nebelfelder

Gegensätze gibt es im Altweibersommer nicht nur zwischen kalt und warm, sondern auch zwischen Sonne und Nebel. In Tälern und Niederungen und über Wasserläufen liegen bei diesen herbstlichen Hochdruck-Wetterlagen große Nebelfelder. Noch schafft die Sonne zwar bis zum frühen Mittag die Auflösung dieser Nebelfelder, aber in den nächsten Wochen wird die Sonne damit immer mehr Probleme haben.

2011 mit klassischem Altweibersommer

In diesem Jahr haben wir von den Temperaturen her einen „normalen“ Altweibersommer. 2003 zum Beispiel erreichten die Temperaturen durch eine Südströmung mit sehr warmer Luft an den Rändern eines Tiefdruckgebietes entlang Höchstwerte mit maximal 31 Grad. Nur ein Jahr zuvor im Jahre 2002 gab es einen Altweibersommer – der eigentlich keiner war – mit Temperaturen zwischen fünf und maximal zehn Grad im mittleren und südlichen Deutschland.

In diesem Jahr gibt es das klassische Altweibersommerwetter. Nach derzeitigem Stand ergeben die Vorausschauen nach dem Computer und nicht nach dem 100-jährigen Kalender auf die Wetterprognosen, dass zu Wochenbeginn einige dichtere Wolkenfelder mit nur wenigen Schauern vor allen Dingen den Norden Deutschlands überqueren werden. Aber danach stellt sich wieder vielfach sonniges und angenehm warmes Wetter ein. Ein paar zähe Nebelfelder werden uns dann an den schönen Altweibersommer im schon ziemlich weit fortgeschrittenen Jahr 2011 erinnern.

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Quelle: Deutscher Wetterdienst vom 25.9.

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