Am 15. Mai geboren: Pierre Curie - Mann im Schatten seiner Frau

Pierre Curie kam in Paris auf die Welt. - Kurt Schubert/pixelio.de
Pierre Curie kam in Paris auf die Welt. - Kurt Schubert/pixelio.de
Den Namen von Pierre Curie verbindet man mit dem seiner Frau und mit ihrem gemeinsamen Nobelpreis für Physik.

Am 15. Mai vor 151 Jahren kam Pierre Curie in Paris auf die Welt, ein Physiker und Forscher, der von seiner ebenso talentierten Frau überschattet zu sein scheint.

Pierre Curie - der Entdecker

Bevor Pierre Curie mit 35 Jahren Maria Sklodowska zum ersten Mal getroffen hatte, war er schon als Forscher bekannt. Zusammen mit seinem Bruder Jacques entdeckte er 1880 den piezoelektrischen Effekt. Es handelt sich dabei um ein Phänomen, das bestimmte Kristalle betrifft: Wird ein solcher Kristall, zum Beispiel Quarz, unter Druck gesetzt, baut sich eine elektrische Spannung auf. Und umgekehrt, wenn man an den Kristall eine Spannung anlegt, zieht er sich zusammen. Beim Wechselstrom beginnt er zu vibrieren. Diesen Effekt nutzt man heute in vielen technischen Geräten: unter anderem in Feuerzeugen, Mikrophonen, Tintenstrahldruckern und Quarzuhren.

Einen wirklichen Durchbruch und weltweiten Ruhm erlangte Pierre Curie jedoch erst zusammen mit seiner Frau. Gemeinsam gelingt es ihnen 1898 die radioaktiven Substanzen Polonium und Radium aufzufinden. Die beiden Forscher gebrauchten in ihren Publikationen darüber zum ersten Mal das Wort „radioaktiv“. Zur Entdeckung kam es im Zuge der Doktorarbeit von Maria Curie. Pierre wollte ihr zu Beginn nur helfen. Später entschloss er sich eigene Projekte aufzugeben, um zusammen mit seiner Frau zu arbeiten.

Ein Träumer und Naturliebhaber

Pierre Curie galt als Träumer und Naturliebhaber. Im Kindesalter freute er sich über Ferien auf dem Land, wo er lange Wanderungen unternahm. Er besuchte keine Schule. Zusammen mit seinem um vier Jahre älteren Bruder Jacques wurde er zu Hause von den Eltern und Freunden unterrichtet. Seine vielseitigen Interessen bestimmten die Auswahl des Lernstoffs; das Tempo wurde seiner angeblichen geistigen Langsamkeit angepasst. Eine opulente Bibliothek des Vaters stand den Söhnen zur Verfügung.

Mit 16 Jahren machte Pierre das naturwissenschaftliche Fachabitur und bereitete sich danach auf das Physikstudium vor. Die Zulassung bekam er mit 18 Jahre. Er studierte sechs Jahre lang und arbeitete gleichzeitig in verschiedenen Labors. Nach dem Studium unterrichtete er in der städtischen Schule für industrielle Physik und Chemie und führte mit seinem Bruder Jacques, einem Assistenten an der Sorbonne, Experimente durch. Später arbeitete Pierre ebenso an der Sorbonne im Physiklabor der naturwissenschaftlichen Fakultät. Er publizierte viel und schrieb an seiner Doktorarbeit.

1895 heiratete er Maria Sklodowska, eine 26-jährige Polin, die in Frankreich Physik und Mathematik studierte, weil dies in ihrer Heimat den Frauen untersagt war. Für das geschenkte Hochzeitsgeld kauften sie sich zwei Fahrräder und machten Ausflüge ins Umland. Ihren gemeinsamen Weg begannen sie in bescheidenen Verhältnissen in einer sparsam möblierten Wohnung, um die unnötige Ablenkung zu vermeiden. Ihr Labor richteten sie in einem Schuppen ein.

Nobelpreis für das Ehepaar Curie

Im Jahre 1903 verlieh die Akademie der Wissenschaften in Stockholm die Hälfte des Nobelpreises für Physik für die Arbeiten von Pierre und Marie Curie über die Strahlungsphänomene. Den anderen Teil bekam Henri Becquerel, der Entdecker der spontanen Radioaktivität. Die Nominierung von Marie Curie versuchten einige französischen Forscher zu verhindern. Sie behaupteten, dass die Entdeckungen von Polonium und Radium allein Pierre Curie zu verdanken seien und seine Frau lediglich als Helferin agiere. Im Archiv der schwedischen Akademie befindet sich dieses fragwürdige Schriftstück mit 20 Unterschriften.

Tragischer Tod

Pierre Curie starb am 19. April 1906 bei einem Verkehrsunfall. An diesem verregneten Tag wollte er, mit dem Schirm in der Hand, die Straße überqueren und wurde von einem Pferdefuhrwerk erfasst. Er versuchte sich noch an der Mähne des Pferdes festzuhalten, dann fiel er unter die Räder. Er war sofort tot.

Bildnachweis: Kurt Schubert/pixelio.de

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Grazyna Gintner - Ich habe als Journalistin in Polen gearbeitet. Seit Jahren lebe ich in Deutschland. Neulich brachte ich unter dem Pseudonym Lydia Sanojar ...

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