Am 26. März feiern wir den Tag des Nougats

Ein Gedenktag für eine Süßigkeit - skurril, lustig oder dekadent?

Mandeln für Nougat - Rainer Sturm / PIXELIO
Mandeln für Nougat - Rainer Sturm / PIXELIO
Neben vielen alten und neuen Festtagen hat sich nun auch der Nougat einen Platz erobert. Grund genug, sich mit der Herkunft und seinen Varietäten zu beschäftigen.

Man findet ihn bei uns in Deutschland zu allen Zeiten in den Regalen der Supermärkte und in Fachgeschäften, entweder als Backzutat oder bereits in Kuchen und zu Schokolade verarbeitet oder als edle Praline. Meist ist er von hellbrauner Farbe und führt den Zusatz für Allergiker, dass er Haselnüsse enthalte.

Die Herkunft des Nougats

Wer hat’s erfunden? Es ist nicht so einfach zu beantworten. Surft man mal eben schnell im Internet, erhält man recht unterschiedliche Ergebnisse. Mal wird behauptet, die Griechen hätten die Rezeptur nach Sizilien gebracht, dann wieder waren es die Römer oder auch die Araber. Alles ist vorstellbar, da sie den Mittelmeerraum zu Handels- und Eroberungszwecken durchquerten. Der Name ist auf jeden Fall lateinischen Ursprungs: nux, die Nuss und gatum, der Kuchen. Auch über den genauen Zeitpunkt, wann der Nougat entstand, besteht Uneinigkeit. Für Italien wird das Jahr 1543 in Zusammenhang mit der Stadt Cremona genannt, für den Turrón aus Alicante ebenfalls das 16. Jahrhundert. Geschichtsinteressierte mögen sich der Herausforderung stellen und weiter forschen. Wer schlicht genießen will, wendet sich von der Historie ab und den verschiedenen Nougatarten zu.

Seine Varietäten: Andere Länder – anderer Nougat

Nougat gibt es heute in allen Ländern zu kaufen, doch als Vorreiter bei der Herstellung sind die Mittelmeerländer Frankreich, Spanien und Italien zu nennen, wo die süße Leckerei aus Schalenfrüchten – ob nun Mandeln, Haselnüssen, Pistazien – sowie Honig und anderen Bestandteilen hergestellt wird. Der ursprüngliche Nougat kam immer in unschuldigem Weiß daher, da seine Grundbestandteile Eiweiß, Mandeln und Zucker bzw. Honig waren. Weitere Zutaten variieren nach wie vor je nach Land, Region, Hersteller und Zeitgeschmack.

Französischer Nougat – Nougat de Montélimar

Bei französischem Nougat fällt einem sofort die Stadt Montélimar in der Provence ein. Auch hier ist der Nougat weiß. Die Zutaten für den Sirup bestehen aus: Lavendelhonig, Zucker, Glukosesirup, Eiweiß, Puderzucker und Wasser. Sie werden aufgekocht und die Temperatur entscheidet über die Konsistenz des Endprodukts. Dem Sirup wird nochmals Honig zugesetzt, dann kommen echte Vanille, die geschälten Mandeln und ungeröstete sizilianische Pistazien hinzu. Das Ganze wird auf die Oblaten gestrichen und muss nun trocknen, bevor der Nougat geschnitten und verpackt werden kann. Als Gütesiegel darf dieser Nougat die Bezeichnung AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) führen. Dieses ist das Grundrezept. Es gibt den Nougat aber auch mit kandierten Früchten und in unterschiedlichen Formen. Aus Frankreich stammt auch die schöne Legende, wie der Nougat zu seinem Namen kam, nämlich dass zur Gastgeberin, welche die Leckerei anbot, gesagt wurde: Tu nous gâtes (Du verwöhnst uns).

Italienischer Nougat - Torrone

Der erstmals im Zusammenhang mit Cremona genannte Nougat bestand wie der aus Montélimar ebenfalls aus Honig, Mandeln und Eiweiß. Heute werden ihm je nach Hersteller noch Haselnüsse, Pistazien und Schokolade zugesetzt, was ihm die schöne braune Farbe schenkt. Piemont gilt als die Nougatregion schlechthin, wobei er allerdings auch in anderen Gegenden bis hinunter nach Sizilien produziert wird. Einen dunkleren Nougat erhält man, wird dem Ganzen viel Schokolade oder eine Haselnuss-Kakaomischung hinzugesetzt, die im Italienischen als Gianduia bekannt ist. Ihren Ursprung verdankt diese Creme Napoleon. Als dieser die Importzölle für Kakao aus Amerika drastisch anhob, konnte man dem Nougat nicht mehr reine Schokolade zusetzen, sondern musste diese mit gerösteten Haselnüssen strecken. Und eben diese Giandiua-Creme ist zu einem nicht mehr wegzudenkenden Brotaufstrich geworden, der schon so manche Kinderträne hat fließen lassen, wenn er auf dem Frühstückstisch fehlte. Selbst die Fernsehwerbung will uns vermitteln, dass diese süße Creme für Fußballmannschaften im Trainingscamp unverzichtbar sei.

Spanischer Nougat – Turrón

Von dem einen spanischen Nougat zu sprechen, wäre schlicht nicht korrekt. Es gibt viele Varianten und die Ursprungsbezeichnungen Turrón de Alicante und Turrón de Jijona sind gesetzlich geschützt. Der Turrón de Alicante ist der härtere, der Turrón de Jijona fällt etwas weicher aus. Für die Anteile an Mandeln gibt es genau vorgeschrieben Prozentsätze. Bei beiden ist beim Kauf auf das Wappen auf der Packung zu achten, damit man auch den echten erhält. In Alicante gibt es übrigens ein Turrón-Museum (Museo del Turrón).

Nougat wird zwar vor allem im Winter gegessen und dies traditionell zur Weihnachtszeit, aber dennoch ist ihm kurz nach Frühlingsbeginn ein Tag gewidmet worden. Und wer ihn liebt, wird ohnehin bestätigen, man kann ihn immer genießen.

Wer weitere Feiertage, die bei der Herausgabe von Kalendern normalerweise keine Berücksichtigung finden, nicht verschlafen möchte, z. B. den Weltschlaftag am 19. März, findet diese beispielsweise in einem Artikel der Südwestpresse Metzingen aufgeführt.

Bildnachweis:

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Vera Carius, Sieke-Marthe Hamann

Vera Carius - Meine Geburtsstadt ist Hannover, dort wo man angeblich das beste Deutsch spricht. Nach dem Studium der Romanistik und Geschichte in ...

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