Am 6. Mai ist Internationaler Anti-Diät-Tag

Macht endlich Schluss mit Diäten - Flickr/Caro's Lines
Macht endlich Schluss mit Diäten - Flickr/Caro's Lines
"Lasst die Finger von Diäten!" Der International No Diet Day ist ein Aufruf gegen den Schlankheitswahn und für das Wohlfühlgewicht.

Eier-Kur, Hollywood-Diät, Kohlsuppen-Diät, Null-Diät ... Machen Sie Schluss damit! Zum 18. Mal findet am 6. Mai 2010 der Internationale Anti-Diät-Tag statt. Eine Initiative, die 1992 von der Engländerin Mary Evans Young ins Leben gerufen wurde.

Ursprung des Anti-Diät-Tages

1992 platzte Mary Evans Young, die selbst unter Anorexie litt, der Kragen. Sie hörte von einem 15-jährigen Mädchen, das sich das Leben genommen hatte, weil sie es nicht mehr länger ertragen konnte, so "fett" zu sein. Sie trug Kleidergröße 42.

Selbst geprägt von jahrelangen Diät- und Hungerkuren beschloss Mary Evans, dass irgendjemand sich dafür stark machen müsse, dem Schlankheitswahn ein Ende zu bereiten. Da niemand sonst es tat, trat sie selbst an die Öffentlichkeit: Ihr erster Artikel „Fat woman bites back“ brachte ihr einige Aufmerksamkeit, aber Mary wollte, dass ihr Aufruf nicht einfach wieder in Vergessenheit geriet und so rief sie spontan am Ende eines Fernsehinterviews zum Anti-Diät-Tag auf. Sie organisierte für diesen Tag ein Picknick im Hyde Park, das dann, dem englischen Wetter sei dank, in ihrem Wohnzimmer stattfand. Seit diesem 6. Mai 1992 hat sich der No Diet Day rund um den Globus verbreitet: Kanada, Australien, Südafrika, Russland, USA, Deutschland, Norwegen ... Weltweit nehmen immer mehr Länder am International No Diet Day (INND) teil. Es wird gegen den Schlankheitswahn protestiert und damit auch auf die Diskriminierung dicker Mitmenschen aufmerksam gemacht.

Wahrheiten über Diäten und Ziele des Anti-Diät-Tages

  • Diäten bringen meist nichts – außer Geld in die Taschen der Diät-Gurus und den unerwünschten Jojo-Effekt, der dann wieder neues Geld in die Kassen neuer Diät-Gurus schwemmt.
  • Diäten sind nicht unbedingt gesundheitsfördernd, sondern im Gegenteil oft so einseitig und radikal, dass man seinem Körper damit schadet. Ferner können sie zu schwerwiegenden Essstörungen führen.
  • Ständiges Diäthalten raubt Energie und Lebensfreude und verursacht Schuldgefühle mit jedem Scheitern.
  • Der Anti-Diät-Tag ist kein Aufruf, ungesundes Essen in sich hineinzustopfen! Zweifellos ist es sinnvoll, für Bewegung und ausgewogene Ernährung zu sorgen. Ziel ist es vielmehr, sich selbst zu akzeptieren, am eigenen Selbstvertrauen zu arbeiten und dem Size Zero-Schlankheitswahn zu trotzen.
  • Ziel ist es außerdem, auf die Diskriminierung dicker Mitmenschen aufmerksam zu machen. Menschen sind verschieden. Fakten und Zahlen beweisen, wie irrational und gefährlich der Schlankheitswahn ist. Es gibt nicht die eine richtige Figur für die gesamte Menschheit.

Vorschläge für Initiativen am Anti-Diät-Tag

  • Machen Sie es wie einst Mary Evans, laden Sie Freunde zu einem Picknick ein. Genießen Sie einen sonnigen Tag mit leckerem Fingerfood und guter Gesellschaft.
  • Backen Sie einen Kuchen und bringen Sie ihn Ihren Freunden oder Kollegen mit.
  • Misten Sie Ihren Kleiderschrank aus und trennen Sie sich von Kleidung, die zu klein geworden ist. Freunde oder soziale Einrichtungen freuen sich darüber.
  • Trennen Sie sich von Diät-Büchern und Anleitungen zum Abnehmen ebenso wie von Abnehmpülverchen und dergleichen. Hören Sie auf, mit Ihrem Geld weiter die Diätindustrie zu unterstützen.
  • Tun Sie etwas Gutes für Ihren Körper: eine Massage, eine Kosmetikbehandlung, ein Wellness-Bad ... Denken Sie daran, was Ihr Körper Tag für Tag für Sie leistet – auch mit ein paar Kilo Übergewicht.

Der Anti-Diät-Schwur

Das Symbol des Anti-Diät-Tages ist das Tragen einer blauen Schleife. Es gibt auch einen No-Diet-Pledge für den Tag, der da lautet:

  • Am 6. Mai, dem Anti-Diät-Tag, werde ich keine Diät halten.
  • Anstatt zu versuchen, meine Figur den gesellschaftlichen Vorgaben anzupassen, werde ich mich akzeptieren, so wie ich bin.
  • Ich werde essen, wenn ich hungrig bin.
  • Ich werde mich nicht schuldig fühlen, weil ich esse oder mich für mein Gewicht schämen.
  • Ich werde darüber nachdenken, ob das Diäthalten meine Gesundheit und mein Wohlbefinden verbessert hat oder nicht.
  • Und ich werde wenigstens eine Sache tun, die ich immer auf den Tag verschoben habe, da ich endlich schlank sein werde.

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