Ambulanter Kinderhospizdienst Familienhafen e.V.

Internetseite Familienhafen - Familienhafen e.V.
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Der Hamburger Verein Familienhafen e.V. ist ein ambulanter Kinderhospizdienst für Familien, in denen ein unheilbar krankes Kind betreut wird.

Am 13. November 2007 gründeten Marita Hoyer und Henry Beelitz den Verein „Familienhafen“ und damit den ersten ambulanten Kinderhospizdienst in Hamburg. Gemeinsam mit Stefan Eggert und Hubert Hoyer bilden sie auch heute noch den Vorstand eines Vereins, in dem sich viele ehrenamtliche Helfer einer sehr schwierigen und zugleich sehr dankenswerten Aufgabe widmen: Die freiwilligen Mitarbeiter begleiten und entlasten Familien, in denen ein Kind unheilbar krank ist. Und sie tun das dort, wo sich alle Beteiligten am wohlsten fühlen: zu Hause.

Ambulante Betreuung des Kindes und Hospizarbeit zu Hause

Jede Mutter, jeder Vater kennt die Situation: das Kind ist krank und die Sorgen sind groß. Bestenfalls ist der Nachwuchs nach ein paar Tagen wieder auf den Beinen, aber nicht alle Familien haben dieses Glück: Weit mehr als 20.000 Kinder in Deutschland leben mit einer sogenannten „lebensverkürzenden Diagnose“, das heißt, sie sind sterbenskrank. Jedes Jahr sterben mehr als 1.500 Kinder und Jugendliche, etwa ein Drittel davon aufgrund einer Krebserkrankung.

Kinderhospiz Sternenbrücke - einmal im Jahr für 4 Wochen Erholung

Alleine 500 betroffene Kinder leben im Großraum Hamburg. Die Stadt hat zwar mit dem Kinder-Hospiz „Sternenbrücke“ eine wunderbare Einrichtung, in der die ganze Familie einmal im Jahr für vier Wochen durch eine sogenannte „Entlastungspflege“ auf ihrem schweren Weg betreut und begleitet werden kann. Doch oft dauert der Sterbeprozess Monate und Jahre. Da reichen die vier Wochen Erholung pro Jahr nicht aus – zu vielfältig sind Sorgen, die mit der Erkrankung des Kindes verbunden sind; zu anstrengend und zeitaufwendig ist die Pflege; meist vergeblich bleibt es bei dem Versuch, die familiäre Situation trotzdem für alle Beteiligten stabil zu halten.

Ambulanter Kinderhospizdienst bietet Hilfe im Notfall und im Alltag

Selbst wenn das kranke Kind schläft, drehen sich die Gedanken aller um sein Leben, das so eng verbunden ist mit dem eigenen Leben aller Familienangehörigen. Angst beherrscht das Alltagsleben – Angst vor der Zukunft, Angst vor Verschlechterung und Isolation der Familie, Angst vor Notfall-Situationen, die jederzeit eintreten können und immer neue, größere Sorgen nach sich ziehen, Angst vor finanziellen Engpässen und Angst davor, dass die eigene Kraft nicht ausreichen könnte – nur nicht schlapp machen! Auch die Geschwister leiden unter diesen Ängsten – und darunter, dass die Eltern ständig erschöpft sind und viel zu wenig Zeit für sie haben.

„Lotsen“ schaffen Freiräume für die Eltern und sind für die Geschwister da

Hier setzt die Hilfe des Vereins „Familienhafen“ an, denn der Entlastungsdienst umfasst nicht nur die Betreuung des kranken Kindes, sondern auch die der Eltern und Geschwisterkinder. Die freiwilligen Mitarbeiter kommen ins Haus, sie spenden Trost und geben Zuwendung und unterstützen die Familie im Alltag – nicht in medizinischer Hinsicht, aber in allen praktischen Belangen vom Einkaufen bis zur Hausaufgabenhilfe. Die Helfer sind ganz individuell dort zur Stelle, wo sie gerade am meisten gebraucht werden: zum Reden, zum Spielen, zum Lachen und für all das, wofür im beschwerlichen Alltag mit dem kranken Kind einfach nicht genug Zeit und Ruhe bleibt.

Auch die Geschwisterkinder haben an manchen Tagen großen Redebedarf. Und anderen Tagen einfach nur Spaß daran, endlich einmal wieder ganz entspannt zu lesen, zu singen, zu tanzen und zu lachen oder gemeinsam etwas Schönes zu unternehmen – eine kleine Weile ohne Sorgen ist für alle ein großes Geschenk.

Ziel ist es, den Familien möglichst lange ihre Lebensqualität zu erhalten

„Nur die Familie bestimmt den gemeinsamen Kurs“, lautet des Credo des Vereins von der Waterkant. Nicht nur optisch gibt sich der "Familienhafen" regionaltypisch maritim. Die ehrenamtlichen Helfer zum Beispiel werden „Lotsen“ genannt, denn in der Seefahrt sind Lotsen bekanntermaßen erfahrene Nautiker oder Kapitäne, die ihre Schiffe sicher durch Untiefen und vorbei an Hindernissen geleiten können. Genau das ist die Aufgabe der Familienlotsen. Bevor sie im „Familienhafen“ „an Bord“ gehen, durchlaufen sie eine 100 Stunden umfassende Schulung, in der sie gründlich auf ihre Familieneinsätze vorbereitet werden.

Gedanken über das Sterben, den Tod und die Trauer sind nicht tabu

Thematisiert wird unter anderem die eigene Auseinandersetzung mit dem Sterben, dem Tod und der Trauer. Sie lernen Kommunikationsformen kennen und erfahren alles Wissenswerte über die Kinderhospizarbeit. Damit die psychische Belastung für die Lotsen nicht zu groß wird, gibt es regelmäßig Reflektionsmöglichkeiten und Supervisionen. Im Dienst sind die Helfer versichert und sie erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung.

Derzeit zählt der Verein, der sich im Internet unter www.familienhafen.de präsentiert, rund 50 Mitglieder. Freiwillige Helfer werden genauso mit offenen Armen empfangen wie Fördermitglieder, die diese Arbeit finanziell unterstützen. Bereits ab 2,50 Euro pro Monat kann jeder den ambulanten Kinderhospizdienst unterstützen. Ein informativer Flyer steht zum Download bereit

Silke Schlüter - (Freiberufliche) Journalistin seit 1995 Tätigkeitsfelder: Redaktion, Online-RedaktionProdukt- und Marken-PRStartUp-Beratung in ...

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