Analgetika: Welche Schmerzmittel gibt es zur Selbstmedikation

Welches Schmerzmittel für welchen Schmerz? - Euro Nutrador B.V.
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Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Naproxen, Ibuprofen, Diclofenac - was Sie wissen sollten, wenn Sie Schmerzen haben.

Bei der Schmerztherapie in Eigenregie führt kein Weg an der Apotheke vorbei. So gelten beispielsweise Kopfschmerzen als Alltagsleiden und viele Betroffene versuchen damit umzugehen, ohne ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel (Analgetika) eignen sich bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, wobei sie nur symptomatisch behandeln. Das heißt: Sie bekämpfen den Schmerz, aber nicht die Ursache.

OTC, NSAID, NSAR

Wer seine Schmerzen selbst behandelt, bekommt in Apotheken nur OTC-Produkte. OTC steht dabei für die Wortfolge „Over the counter“, zu Deutsch „über die Ladentheke“, also frei verkäuflich. Diese Produkte werden von den Herstellern als „kleine Analgetika“ bezeichnet. Sie alle enthalten entweder die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Naproxen, Ibuprofen, Diclofenac oder Kombinationen davon. Sie sind bei Kopf-, Zahn-, Rücken- oder Regelschmerzen indiziert, sollten aber nicht länger als drei oder vier Tage ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Bis auf Paracetamol handelt es sich bei vorgenannten Wirkstoffen um so genannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und nicht-steroidiale Antiphlogistika, denn sie enthalten kein Kortison und sind damit steroidfrei, hemmen aber Entzündungen.

Paracetamol

Paracetamol ist ein nicht-saures Analgetikum, dessen Wirkmechanismus noch nicht vollständig geklärt ist. Es hemmt die Prostaglandinsynthese im Zentralen Nervensystem. Prostaglandine sind für den Schmerz verantwortlich. Paracetamol verhindert somit, einfach gesprochen, dass der Schmerz vom Nervensystem aufgenommen wird. Es wirkt schmerzstillend und fiebersenkend, aber nicht entzündunghemmend. Paracetamol ist ein bewährter Wirkstoff mit hohem Bekanntheitsgrad. Er ist für Schwangere und Stillende geeignet und es gibt ihn in vielen Darreichungsformen und für alle Altersklassen – vom Säugling bis zu Oma sozusagen. Die Dosis für einen Erwachsenen bei mittleren Schmerzen beträgt 500 bis 1000 mg.

ASS und Ibuprofen

Beide Wirkstoffe reichern sich wegen ihrer sauren Eigenschaften im entzündeten Gewebe an und sind daher sowohl schmerzstillend als auch fiebersenkend und entzündungshemmend. Auch sie schalten die Prostaglandine, die für den Schmerz verantwortlich sind, aus. Doch keine Wirkung ohne Nebenwirkung: Die Mittel verursachen oft Schleimhautschäden und sind daher für Asthmatiker und Menschen mit Magen-Darm-Geschwüren nicht geeignet.

ASS oder Acetylsalicylsäure ist der Klassiker unter den Schmerzmitteln und wird als Erkältungsmittel oft mit Vitamin C kombiniert angeboten. Man nimmt im allgemeinen eine Menge von 500-1000 mg ein. Aber es hemmt die Blutgerinnung irreversibel für eine Woche.

Ibuprofen lindert Kopf-, Zahn-, Regel- und Bewegungsschmerzen und ist magenverträglicher als ASS. Es hat auch keinen Einfluss auf die Blutgerinnung und ist auch für Stillende geeignet. Meist reicht eine Einmaldosis von 500 mg.

Welches Schmerzmittel für wen?

Hinsichtlich der analgetischen Potenz sind die genannten Mittel als gleichwertig einzustufen. Ist nur eine schmerzlindernde und fiebersenkende Wirkung erforderlich, ist Paracetamol das Mittel der Wahl. Acetylsalicylsäure und Ibuprofen haben außer der schmerzlindernden und fiebersenkenden auch eine entzündungshemmende Komponente. Wird ein möglichst rascher Wirkungseintritt gewünscht, wie z. B. bei akuten Kopfschmerzen, so empfiehlt sich Ibuprofen mit einem D,L-Lysinsalz, weil es sich im Magen schneller auflöst als reines Ibuprofen. Der Wirkstoff kann dann früher resorbiert werden und es tritt schneller eine schmerzlindernde Wirkung ein.

Bei der Frage nach dem wirksamsten bzw. sinnvollsten Präparat sollte berücksichtigt werden, in welcher Situation oder unter welchen Umständen Schmerzen auftreten. Eine kompetente Beratung, um aus der großen Palette der rezeptfreien Schmerzmittel das jeweils passende zu finden, ist für die optimale Schmerzbehandlung wichtig. Hier kann der Apotheker weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Quellen:

  • Dr. rer. nat. Yukiko Imamichi, Diplom-Biologin
  • Dr. med. Jan-Peter Jansen, Schmerztherapeut
Brigitte van Hattem, www.starphotografie.de

Brigitte van Hattem - Mein Name ist Brigitte van Hattem. Ich bin Medizinjournalistin, Fernsehredakteurin, Autorin und Texterin und betreibe ein medizinisches ...

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