
- Bilderstapel Polaroid - fotolia/fotobi
Anfang des Jahres 2008 berichtete das Wall Street Journal, dass Polaroid die Fabrik für Sofortbildfilme in den USA schließen will und zum Jahresende die Produktion dieser beliebten, seit 1947 produzierten Filme ganz eingestellt wird. In der niederländischen Stadt Enschede wurden die Filme noch bis Ende 2009 weiter produziert dann war auch in Europa Schluss mit dem Sofortbild. Ein Aufschrei ging damals durch die Fachwelt, waren die Filme doch unter anderem bei den Profifotografen sehr beliebt. Professionelle Fotostudios fertigen in der Regel vor der endgültigen Aufnahme mit Mittel- oder Großformatkameras einige Polaroidaufnahmen als Stell- und Belichtungsprobe an. Zu diesem Zweck wurden spezielle Rückteile für diese Kameras verwendet in die der Polaroidfilm direkt eingelegt und belichtet wurde.
Wo bleibt das Polaroid Know How?
Die Technologie, die Handelsmarke und alles notwendige zur Polaroid- Filmproduktion wurde damals verkauft. Das nährte die Hoffnung später wieder Filme, die nach dem Sofortbildprinzip funktionieren, kaufen zu können. Es musste sich nur ein Produzent finden.
Ein neuer Produzent ist gefunden
Fotografen, die ihre Polaroidkameras oder Rückteile noch nicht verschrottet haben, können aufatmen. Es gibt wieder Filme für ihre Bildermaschinen. Die in Wien ansässige Firma Impossible hat im März 2010 den Schritt gewagt in das analoge Filmgeschäft einzusteigen und produziert nun wieder Sofortbildfilme unter dem Markennamen Polaroid. Dazu hat Impossible die letzte, in der niederländischen Stadt Enschede, noch vorhandene Produktionsstätte übernommen und dort in Zusammenarbeit mit der englischen Firma Ilford neue Filme entwickelt. Die alten Prozeduren und Rezepte konnten dabei nicht eins zu eins übernommen und weiterverwendet werden, da einige der erforderlichen Zutaten (Chemikalien) nicht mehr zugelassen sind oder nicht mehr hergestellt werden.
Die neuen Filme
Die Sofortbildfilme, die nun unter dem bekannten Namen hergestellt werden haben allerdings durchaus beabsichtigt zum Teil andere Eigenschaften als die bis Ende 2009 produzierten Filmpacks. Zielgruppe der neuen Filme sind hauptsächlich künstlerisch orientierte, analog arbeitende Fotografen. Die Filme bieten einen breiten Spielraum für kreative Experimente an. Technische Daten und weitere Details zu den Filmen finden Sie auf der Homepage der Impossible.
Das "Impossible Projekt"
Von Beginn an war geplant eigene Filme zu entwickeln und nicht die alten Rezepte zu übernehmen. Im März 2010 startete das Projekt mit einem aus über 30 Komponenten bestehen SW- Film, dem "Silver Shade monochrom". Dieser passte zunächst für die Polaroidkameratypen SX 70 und Polaroid 600. Später kamen Filme für die Modelle Spectra und Image 1200 auf den Markt. Jedes Filmpaket enthält 8 Aufnahmen und kostet in der Version PX 600 ca. 20,- Euro. Billig oder preiswert geht anders. Dafür erhält der Fotograf ein Kultobjekt mit dem er seine künstlerische Freiheit ausleben kann. Wie der Film eingesetzt wird und welche kreativen Möglichkeiten er bietet sehen Sie hier. Inzwischen gibt es auch schon wieder Filme für Farbaufnahmen.
Dazu beabsichtigt das Projekt den Aufbau einer umfangreichen Polaroid- Fotokunstsammlung. Wie weit sich diese Idee umsetzen lässt ist noch nicht bekannt und nicht zuletzt auch eine Preisfrage.
Fotokunst mit Polaroid: Der Künstler Chad Coombs arbeitet erfolgreich mit den neuen Polaroid Sofortbildfilmen. Die Foto- Künstlerin Katja Sonnewend hat auch mit dem Material gearbeitet.
In Ausgabe 4/2011 berichtet das Magazin Fotohits über die Künstler und das neue Polaroid- Filmmaterial.
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