Yacon Knollen werden ursprünglich in der Andenregion angebaut, aber auch in Mitteleuropa wird der Anbau von Yacon mittlerweile praktiziert. Die Pflanzen sind sehr robust und kennen nur die Nacktschnecken als Feinde, die sich an den Jungpflanzen gütlich tun, sowie Wühlmäuse, die den schmackhaften Knollen nicht aus dem Weg gehen können. Ansonsten wurden bisher keine Krankheiten und Schädlinge bei der Yacon Pflanze nachgewiesen.
Wie erfolgt der Anbau der Wurzelknolle Yacon?
Wer Yacon im Garten anbauen möchte, sollte sich eine Jungpflanze oder ein Teilstück von einer Basiswurzelknolle besorgen. Bei den Teilstücken ist es wichtig, die Schnittflächen vor dem Einpflanzen abtrocknen zu lassen und mit Holzkohlepulver "einzupudern". So kann der Entstehung von Fäulnis und Schimmelbildung entgegengewirkt werden.
Wie Kartoffeln, werden auch die Triebknollen im April gelegt, wenn es wärmer wird. Um die zarte Knolle vor kalten Frühlingsnächten zu schützen, kann sie zusätzlich mit einem Vlies (eine dünne, lichtdurchlässige Folie, die zum Schutz vor Kälte über ein Jungpflanzenbeet gelegt wird) oder einen Folientunnel (Tunnel aus Stahlreifen mit Folie überzogen als kostengünstige Alternative zum Gewächshaus) geschützt werden. Im Mai treiben die Pflanzen aus. Die Pflanze sollten allerdings weiterhin in den Nächten vor Kälte geschützt werden, bis keine Nachtfröste mehr vorhanden sind.
Yacon Wurzelknollen vortreiben lassen?
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Pflanzen ab März vorzutreiben. Dazu wird der Basiswurzelstock, zu erkennen an den hellen Triebknospen, einer Altpflanze in mehrere etwa faustgroße Teilstücke geteilt. Speicherknollen besitzen keine Triebknospen.
Die Teilstücke mit den deutlich erkennbaren Triebstücken werden in Erde getopft und bei 25 Grad warmgestellt. Sobald sich die ersten Sprossen zeigen, sollte das Pflänzchen ins Helle gestellt und an kühlere Temperaturen gewöhnt werden. Aber nicht unter 10 Grad. Ein Wintergarten oder ein frostgeschütztes Gewächshaus sind optimale Orte dazu, wobei man auch die Fensterbank nutzen kann, sofern es der Platz zulässt.
Die Auspflanzung des vorgezogenen, gut bewurzelten Pflänzchens erfolgt nach den Eisheiligen Mitte Mai. Alle frostempfindlichen Pflanzen sollten erst nach diesem Datum ins Freie gepflanzt werden.
Der Boden sollte gründlich gelockert und mit Kompost versorgt sein. Idealerweise sollte eine Pflanze einen Quadratmeter Platz erhalten. Yacon wird 1,5 bis 2,2 Meter hoch und etwa 1 Meter breit.
Um gute Ernten zu erzielen, brauchen die Pflanzen einen sonnigen Platz, ausreichenden Pflanzenabstand und gut vorbereiteten Boden.
Die Pflanzen sollten auch im Herbst vor den ersten Frösten mit Vlies überdeckt werden. Während längerer Trockenzeit ist es wichtig, die Pflanzen zu bewässern und ab und zu vergorene Pflanzenjauche (beispielsweise Beinwell und Brennesselkraut) und Gesteinsmehle zuzufügen. Künstliche Düngemittel sind nicht zu empfehlen, sonst besteht die Gefahr, dass unerwünschte Stoffe in den Speicherknollen lagern.
Wie erfolgt die Ernte und Lagerung der Wurzelknolle Yacon?
Die Ernte erfolgt im Herbst, nachdem das Laub und die gelben Blüten abgefroren sind. Der optimalste Tag für die Ernte ist ein trockener, sonniger Spätherbsttag. Yacon Pflanzen geben einen durchschnittlichen Ertrag von jährlich zwischen 3 und 8 Kilogramm je Pflanze.
Auf Grund des hohen Wassergehalts sind die Knollen spröde und können leicht brechen. Daher sollte man beim Graben nach den Knollen vorsichtig vorgehen. Unverletzte Knollen können im kühlen Keller mit Erde oder Sand bedeckt, eingelagert werden. Dort halten sie sich bis zu einem Jahr. Eine andere Methode ist, Yacon durch Dörren zu konservieren.
Der Wurzelstock mit den sichtbaren Triebknollen kann ebenso im kühlen dunklen Keller mit Sand bedeckt, überwintern.
Die Eigenschaften und Zubereitung der Wurzelknolle Yacon
Die Knolle Yacon besitzt viele wertvolle Eigenschaften. Die Zubereitung von Yacon kann auf verschiedene Art erfolgen. Wer einen Garten besitzt und freie Flächen zur Verfügung hat, sollte nicht zögern, diese Knolle als Nahrungsmittel auszuprobieren und bei Bedarf in den regelmäßigen Speiseplan aufnehmen.
Quellen:
Artikel von Benedikt Vierneisel über Yacon: Die wieder entdeckte Pflanze
