Andy Warhol ist auch heute noch einer der bekanntesten amerikanischen Pop Art Künstler. Mit seinen Siebdruckserien bekannter Persönlichkeiten und den Darstellungen scheinbar banaler Alltagsgegenstände wurde der Künstler selbst zum Star.

Kindheit und Familie

Als Andrew Warhola wird der Künstler am 6. August 1928 in Pittsburgh geboren. Seine Eltern Julia und Ondrej stammen aus einem Dorf auf dem Gebiet der heutigen Slowakei. Warhol wächst in einfachen Verhältnissen auf. Er hat zwei ältere Brüder. Die Eltern arbeiten beide für den Familienunterhalt und sind streng gläubig. Warhols künstlerisches Talent wird jedoch früh erkannt und gefördert. Der Vater stirbt 1942. Nach seinem Wunsch unterstützt die Familie Andrews Studium am Department of Painting & Design des Carnegie Institute of Technology. 1949 zieht er nach New York. Seine Mutter Julia folgt ihm 1950. Die beiden leben dort gemeinsam bis kurz vor ihrem Tod im Jahr 1972.

Erste berufliche Erfolge als Grafiker

Bereits während des Studiums nimmt Warhol Kontakte zu New Yorker Redaktionen auf, um seine Talente als Gebrauchsgrafiker anzupreisen. Er erhält auch sofort nach seinem Umzug nach New York erste Aufträge. Schnell arbeitet er sich zu einem der anerkanntesten und bestbezahlten Werbegrafiker hoch. Sein Ziel ist jedoch die künstlerische Anerkennung. Nach ersten Ausstellungserfolgen gibt er daher die Auftragsarbeit in der Werbung auf. Die Techniken des kommerziellen Druckes, ganz besonders der Siebdruck, bleiben für das künstlerische Werk Warhols jedoch entscheidend.

Warhol etabliert sich als Ikone der Pop Art

Seit Ende der 50er Jahre setzt sich die sogenannte Pop Art durch. Konsumwelt, billige Massenwaren und banale Alltagsgegenstände werden zum Gegenstand der Kunst. Einige der Künstler stammen wie Warhol aus dem Bereich der Gebrauchsgrafik. Warhol benutzt Motive, die für den amerikanischen „way of life“ stehen: Dollarscheine und Coca-Cola-Flaschen. Damit trifft er den Nerv der Zeit. 1962 entsteht die Serie der Campbells Suppendosen. Damit beginnen die künstlerisch erfolgreichsten Jahre Andy Warhols. Der Tod Marilyn Monroes am 5. August 1962 inspiriert ihn zu seiner berühmten Marilyn-Porträtserie. Serien colorierter Siebdruck-Porträts bleiben sein Markenzeichen.

Factory, Filme und das Attentat

1963 ist die Geburtsstunde der legendären „Silver Factory“, einer zum Atelier umgebauten Fabriketage. Hier entstehen die ersten von Warhols Filmen. Diese Filme entstehen bewusst unprofessionell und ohne technische Raffinessen. Zum Beispiel lässt er Freunde oder Besucher der Factory vor die Kamera, ohne ihnen Anweisungen zu geben. Vor allen Dingen entwickelt sich die Factory zum Szene- und Partytreff. Hier scharte Andy Warhol seine Superstars wie Baby Jane Holzer und „Viva!“ um sich. 1967 entwirft er das Cover für das erste Album von The Velvet Underground, damals noch mit der von ihm protegierten deutschen Sängerin Nico. 1968 endet diese Phase des Erfolgs mit einem Anschlag auf das Leben von Andy Warhol: Am 3. Juni wird er von Valerie Solanas, einer radikalen Anhängerin der Frauenbewegung, niedergeschossen. Warhol überlebt, behält aber physische und psychische Schäden zurück.

Das Leben nach dem Attentat

In den folgenden Jahren widmet sich Warhol vor allem dem Film und Medien abseits der Malerei. 1969 gründet Warhol seine Zeitschrift inter/VIEW, für die er seine umfangreichen gesellschaftlichen Kontakte nutzt. 1971 wird sein Theaterstück „Pork“ in New York aufgeführt. Aus wirtschaftlichen Gründen nimmt er jedoch wieder die Produktion von Bildern auf. Es entstehen Auftrags-Serien für Konzerne und „jeden der zahlt“. Dies bringt ihm nicht nur gute Kritiken ein. 1986 wird die Show „Andy Warhol's 15 Minutes“ auf MTV ausgestrahlt, nach seinem berühmten Ausspruch, dass in Zukunft jeder für 15 Minuten berühmt sein könne. 1987 stirbt Andy Warhol nach einer Gallenoperation.