
- Angeln auf Forelle an der Sauer - Pascal Witry
Am 15. Juni startete an den beiden deutsch-luxemburgischen Grenzflüssen Mosel und Sauer die neue Angelsaison. Bis zum 14. Juni dauerte die jährliche Schonzeit an den Flüssen, während der überhaupt nicht geangelt werden darf.
Angeln an der Mosel auf Zander und Wels
Die Mosel ist eine internationale Schifffahrtsstraße. Sie weist daher eine Fahrrinne mit einer durchschnittlichen Tiefe von etwa drei Meter auf. Die Mosel ist bei Anglern vor allem wegen ihrem guten Bestand an Zandern geschätzt. Gerade in den Staustufen der Mosel findet dieser Raubfisch ideale Lebensbedingungen vor. Leicht trübes Wasser und tiefe Gumpen bietet dieses Angelrevier an vielen Stellen. Auch Hechte gehen in der Mosel an den Haken. Die Obermosel bietet den Fischen nur wenige Laich-Gelegenheiten. Von den nationalen Behörden während der letzten Jahre angelegte Laich-Gebiete haben die Situation etwas verbessert. Lauben findet man in der Mosel an allen erdenklichen Angelstellen. An der Mosel in letzter Zeit häufiger auftretende Rapfen gehen oberflächennah an den Haken. Es gibt wegen den Kormoranen und Welsen nicht mehr so viele Rotaugen in dem Fluss wie noch vor zehn Jahren. Karpfen und Brachsen sind Top-Zielfische. Aale sollten wegen Umweltgiften nicht verzehrt werden, Weißfische hingegen nur selten.
Hotspots im Angelrevier Obermosel
Besonders beliebte Angelplätze an der oberen Mosel befinden sich in Schengen unterhalb des Wehres, in Remich an der Esplanade, in Ehnen am Uferparkplatz sowie unter der Wormeldinger Brücke. Weitere Topplätze befinden sich am Moselufer in den Orten Ahn, Machtum und Mertert. Die Ufer oberhalb der Staustufen in Palzem und Grevenmacher sind auch bei Anglern beliebt. Besonders interessant ist jedoch die Spatz genannte Sauermündung in Wasserbillig. Da es hier aber in den letzten fünf Jahren wiederholt zu Exzessen beim Angeln kam, ist das Angeln im Umfeld der Spatz ab Anfang November verboten.
Auf Äsche an der Sauer fischen
Der Grenzfluss Sauer ist weit weniger breit als der Strom Mosel. In Rosport wird das Wasser der Sauer gestaut, um an einem Kraftwerk Strom zu produzieren. Das Angeln am Rosporter Stausee ist bei vielen Anglern beliebt, da kostenlose Parkplätze sowie gemähte Wiesen unmittelbar am Seeufer den Anglern ein ideales Umfeld bieten. Hier werden öfters größere Karpfen gefangen. An verschiedenen Stellen entlang dem Lauf der unteren Sauer wurden in den letzten fünf Jahren umfangreiche Bauarbeiten durch geführt. So entstanden zum Beispiel im Raum Steinheim große Polder zum Schutze vor Hochwasser. Wegen der von Brüssel geforderten Durchgängigkeit im Rahmen der europäischen Wasserrahmen-Richtlinie wurde vor etwa zehn Jahren ein Wehr gesprengt. An der Sauer, so etwa im Raum Echternach, Bollendorf und Dillingen beißen sehr schöne Äschen. Da es an dieser Strecke legal ist, gehakte Fische zurück zu setzen , wird hier oft No kill als Angelmethode praktiziert. Welse findet man sowohl in der Mosel wie auch Sauer.
Angelscheine und Ausgabestelle
Angelscheine für das Angeln an der Grenzmosel gibt es zum Beispiel im Tourismusamt in Wasserbilligerbrück, beim Angelgeschäft Tony van der Molen in Echternach, bei der Echternacher Gemeinde, beim Distriktkommissariat in Grevenmacher sowie an weiteren Ausgabestellen. Der Jahresschein für das Angeln vom Ufer aus kostet 15 Euro, Monatsschein 10 Euro und Wochenschein 5 Euro. Für das Angeln an diesen Grenzflüssen braucht man weder eine deutsche Angelprüfung zu absolvieren, noch einen deutschen Fischereischein.
