Anke Engelke: vom Radio ins TV- und Filmgeschäft

Als Kind trat sie an der Seite von Volksmusikstars auf. Heute ist sie die unerreichte Comedy-Königin. Die Karriere einer beliebten Erfolgsfrau im Fokus.

Lange Zeit galt sie als die ultimative Comedy-Queen in Deutschland. Erst nach Jahren, gar nach einem guten Jahrzehnt nachdem Engelke erfolgreich ihre Entertainmentkarriere gestartet hatte, brachte die Branche weitere Gesichter auf den Bildschirm, die ernsthaft in der Lage waren, an ihrem Thron zu rütteln. Cordula Stratmann und Cindy aus Marzahnnennen sich diese. Auch wenn die Konkurrenz stärker geworden ist: noch immer kann sich Anke Engelke als Nummer 1 unter den Frauen dieses Genres sehen.

Als Elfjährige wurde Engelke für den Rundfunk entdeckt und kurze Zeit später zur Redakteurin ausgebildet

Sechs Jahre nach ihrer Geburt in Montreal zog die gebürtige Kanadierin mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie lebte in der Nähe von Köln, woEngelkeauch in den Schulchor des Gymnasiums eintrat, welches sie später besuchte. Mit dem Chor bestritt sie Auftritte mit den Schlagerstars Heino und Udo Jürgens. Als sie elf Jahre alt war, sang sie mit Letzterem sogar ein Duett und wurde prompt für den Rundfunk entdeckt. Von 1978 bis 1986 fungierte sie als Moderatorin für Radio Luxemburg und das ZDF, bis sie der damalige SWF, heute SWR, in der Senderheimat Bade-Baden zur Redakteurin ausbildete.

Die Wochenshow garantierte Engelke eine große Karriere und einen Medienpreis nach dem Anderen

1996 dann der Auftakt einer großen Karriere: Engelke wurde Fragment des Ensembles der Wochenshow, die schon kurz nach ihrem Start überaus erfolgreich wurde und stets hohe Einschaltquoten erreichte. An der Seite von u.a. Marco Rima, Ingolf Lück, Markus Maria Profitlich und Bastian Pastewka drehte sie bis zum Jahr 2000 gut gelungene Sketche für das Sat.1-Format. 1999 wurde ihr bereits ein Bambi für ihre Leistungen im Comedybereich verliehen. Gemeinsam mit ihren Kollegen der Wochenshow erhielt sie außerdem die goldene Kamera, den Adolf-Grimme-Preis, die goldene Rose von Montreaux und die goldene Romy.

Mit Ladykracher wurde Anke Engelke 2003 sogar für einen Emmy nominiert!

Zwar wurde eine nach ihr benannte Sitcom, Anke, von 1999-2001 ausgestrahlt, doch erst mit der Sketch-Show Ladykracher konnte sie 2002-2004 an die Erfolge der Wochenshow anknüpfen. Die Sendung erhielt mehrere Deutsche Comedypreise, den Deutschen Fernsehpreis, zwei Rose d'Or-Awards (weltweit bedeutendstes Festival der Fernsehunterhaltung) und 2003 sogar eine Emmy-Nominierung. Zur Erinnerung: der Emmy ist der wichtigste TV-Preis der USA! Kein Wunder, dass Ladykracher ab 2008 fortgesetzt wurde (die Unterbrechung entstand durch Engelkes Arbeiten an Ladyland und Anke Late Night).

Engelke trat auch in Filmen auf und leiht Marge von den Simpsons seit 2007 ihre Stimme

Auch diverse Rollen in Filmen trugen zu ihrer erfolgreichen Karriere bei. So imponierte sie mit ihren Darstellungen beispielsweise in Germanikus (2004), Vom Suchen und Finden der Liebe (2005) und Vollidiot (2007). Seit 1999 ist ihre Stimme auch immer wieder bei den verschiedensten Produktionen zu hören. Sie synchronisierte zum Beispiel die Jane in Tarzan (1999), die Eisbärenmutter in Der kleine Eisbär (2002 und 2005), Dorie in Findet Nemo (2004) und das Känguru in Horton hört ein Hu!. Seit 2007 leiht sie der Marge in den deutsch-synchronisierten Folgen der Simpsons ihre Stimme, nachdem ihre Vorgängerin, Elisabeth Volkmann, an Herz- und Kreislaufversagen verstarb.

Im Jahr 2011 wird Anke Engelke ihren persönlichen Zuschauerrekord brechen. Als Teil des Moderatorenteams (mit Stefan Raab und Judith Rakers) beim Eurovision Song Contest 2011, werden ihr mehrere 100 Millionen Zuschauer bei ihrer Tätigkeit zusehen.