
- Tasche mit Schulterträger - Ricarda Schünadel
Ob klein oder groß, rustikal, witzig oder elegant: Mit dieser Grundform lassen sich unzählige Modelle herstellen. Für ein elegantes Abendtäschchen ist es möglicherweise angebrachter, auf den bequemen Schulterträger zu verzichten. Ganz einfach: Die Schlaufe, die durchgezogen wird, wird nur so kurz gemacht, dass man das Täschchen an der Hand tragen kann.
Möchte man Stoffreste verarbeiten, ist es kein Problem, wenn man die Grundform aus Stoffmangel etwas verändert. Der Kreis kann abgeflacht sein oder das Modell wird längs-oval gearbeitet. Aus (Stoff)not können interessante Variationen entstehen. Die Größe ist natürlich dem gewünschten Zweck anzupassen: Eine Abendtasche ist kleiner als ein Einkaufsbeutel. Natürlich verlangt der Einkaufsbeutel einen stabileren Stoff. Sehr hübsch sieht es übrigens auch aus, wenn verschiedene, zusammen harmonierende Stoffe verarbeitet werden. Pelze, Knöpfe, Schleifen, Spitzen applizieren – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Die großen Vorteile dieser Tasche sind zum einen die einfache Herstellung und zum anderen der praktische Aspekt, dass die Tasche schon recht gut verschlossen ist durch die ineinander gesteckten Schlaufen.
Der Schnitt
Es ist empfehlenswert, einen Papierschnitt anzufertigen. Bei einem Gang durch die Küche lässt sich bestimmt ein in der gewünschten Größe passender Gegenstand finden, der als Schablone für das Rund geeignet ist. Der Papierkreis wird ausgeschnitten, das Papier halbierend zusammengelegt und etwas weniger als ein Viertel, leicht geschwungen (siehe Zeichnung Schablone) wird herausgeschnitten. Das ist der fertige Schnitt. Dieser Schnitt wird jetzt auf zwei Stofflagen, rechts auf rechts, gelegt, festgesteckt und der Stoff wird zugeschnitten. Mit dem Futterstoff wird genauso verfahren.
Für den Träger wird noch ein Streifen des Oberstoffs benötigt mit den Maßen 8x110cm. Für die zweite Schlaufe ein Streifen von 8x15cm.
Nähen
Die Streifen längst zusammennähen und wenden.
Den Oberstoff und das Futter jeweils an der Außenkante der Rundung zusteppen, beim Futter eine Öffnung von circa 6cm lassen, durch die die Tasche am Schluss gewendet werden kann.
Jetzt wird die kurze Schlaufe 3cm neben der Seitennaht - unsaubere Schnittkante an unsaubere Schnittkante - an den Oberstoff genäht. Das andere Ende ebenso an das gegenüber liegende Stoffteil. An der anderen Seitennaht wird mit der langen Schlaufe genauso verfahren.
Dann das Futter Naht auf Naht feststecken. Es kann jetzt ringsum alles festgesteppt werden. Die Schlaufen bekommen so eine doppelte Naht, was der größeren Stabilität dient.
Die Tasche muss nur noch gewendet werden und die Öffnung im Futter wird von Hand zugenäht.
Fertigstellung
Die große Schlaufe, der Träger, wird durch die kleine Schlaufe gesteckt. Zieht man die Öffnung zu, bildet sich eine Falte. Diese kann man mit einem Knopf (siehe Bild schwarze Tasche), sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite befestigen. Damit ist die Taschenöffnung besser geschlossen. Zum Reingreifen kann man den Knopf öffnen – deshalb also besser nicht fest verschließen.
