Das Erdbeben unvorstellbarer Stärke, der darauf folgende Tsunami mit bis zu zehn Meter hohen Wellen und schließlich die Atom-Katastrophe in Fukushima machen die Welt betroffen und scheinen global zu einem Umdenken in den Zukunftsfragen der Menschheit zu führen. Noch ist das Ausmaß der Naturkatastrophe nicht abzusehen. Gewiss aber sind schon jetzt mehrere Tausend Tote, die Verwüstung ganzer Regionen und ein atomares Desaster. Die Skala für einen Atom-GAU reicht bis sieben. Japan selbst hat das Unglück unlängst von vier auf fünf hochgestuft, die USA haben es schon seit einigen Tagen bei sechs eingereiht.

Die AKWs in Deutschland

In Deutschland wurde ein Moratorium beschlossen. In Folge dessen wurden acht der 17 in Deutschland befindlichen Atomkraftwerke (AKW) für mindestens drei Monate abgeschaltet oder vom Netz abgehängt, nicht wieder in Betrieb genommen: Neckarwestheim und Philippsburg I in Baden-Württemberg, Biblis A und B in Hessen, Krümmel und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein, Isar I in Bayern und Unterweser in Niedersachsen. Treffen die Politiker jetzt kluge und weitsichtige Entscheidungen? Viele Menschen haben Angst und sind verunsichert; werden die Politiker verantwortungsbewusst und staatsmännisch handeln oder gewinnt das alte Parteiendenken und -gezänk schnell wieder die Oberhand?

Die AKWs um Deutschland herum

Kann Deutschland sich überhaupt der atomaren Gefahr entziehen, wenn es für sich allein entscheidet? Ein Blick auf die europäischen Nachbarländer zeigt schnell, wie sehr die Atomkraft Deutschland umschlossen hat: Frankreich (59 AKWs, eins im Bau), Russland (31, in Bau 18, geplant 20), Großbritannien 19, Ukraine (15, 2 in Bau, 2 in Planung), Schweden (10), Spanien (8), Italien (0, geplant fünf), Finnland (4, eins in Bau, eins geplant), Tschechien (6), Rumänien (2 in vier geplant), Ungarn (4).

Gäste bei Anne Will

Anne Will erwartet die folgenden Gäste:

Wolf von Lojewski, Fernseh-Journalist. Er war zuletzt 11 Jahre lang bis 2003 der „Mister heute-journal“, nachdem er Stationen beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) und als Korrespondent in Washington und London durchlaufen hatte.

Theo Sommer, Publizist. Nach einem Studium der Geschichte und politischer Wissenschaften landete Sommer als Journalist bei der „Zeit". Dort stieg er auf zum Chefredakteur und Herausgeber. Später war er nicht mehr für das Tagesgeschäft zuständig, aber stets in das Geschäft involviert.

Daniel Goeudevert, Schriftsteller, früherer Automobil-Manager. Er arbeitete sich hoch vom Verkäufer bis zum Vorstandsvorsitzenden französischer Automobilkonzerne sowie bei Ford und VW. Seine Karriere endete abrupt, als er, tätig für VW, eine bessere und schnellere Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie umweltfreundlicher Autos forderte.

Hiltrud Schwetje, engagierte Atomkraft-Gegnerin, studierte Politik und Sozialwissenschaften. Schwetje war 13 Jahre lang Ehefrau des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Sie engagiert sich in Stiftungen zur Hilfe für Tschernobyl-Opfer und leitet die Hilfsorganisation „Help! Hilfe für Menschen in Not“.

Prof. Dr. Arnulf Baring hat sein Jura-Studium an den Universitäten Hamburg, Paris, Freiburg, New York und Berlin absolviert. Der promovierte Volljurist lehrte als Professor für Zeitgeschichte, Politikwissenschaft und internationale Beziehungen von 1969 bis 1998 in Berlin und in den USA. Baring ist Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Als Autor vertritt Baring liberale und zuweilen patriotische Meinungen.

Anne Will: Aktuelle Themenänderung wegen Reaktorunfalls in Japan

Bildnachweis: © ndr/Sandra Schuck