Annika Tepelmann Drehbuchautorin des Thrillers "Moor der Angst"

Annika Tepelmann - Andrea Weber
Annika Tepelmann - Andrea Weber
Es sind „magische Momente, wenn Text zum Film wird", sagt die Autorin. Der Thriller „Moor der Angst" wird voraussichtlich im Herbst im ZDF gesendet.

Sie fühlte Beklemmung in sich aufsteigen, als sie an jenem Tag alleine in der verlassenen Molkerei stand, inmitten der stillgelegten Maschinen und Schwungräder, einsam im Moor. Solche emotionalen Augenblicke der Angst, wenn es im Unterholz knackt und Licht und Schatten unheimlich tanzen, sucht Annika Tepelmann. Es ist die Inspiration, die sie für ihre Arbeit braucht. Tepelmann ist Drehbuchautorin, und diesen Ort im Moor gibt es tatsächlich. Es ist der Boschhof bei Königsdorf, wo Künstler leben und arbeiten. Genau hier entstand 1992 die Idee zu ihrem ersten Drehbuch unter dem Titel „Moor“.

Spannender Moment, wenn aus dem Drehbuch ein Film wird

Damals lernte Annika Tepelmann gerade das Schreiben in der Drehbuchwerkstatt München. Zuvor hatte die gebürtige Oberhachingerin Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Amerikanistik und Italienische Literatur studiert. „Damit ich in meinen Texten auch etwas zu sagen habe.“ Für sie war klar, sie will zum Film. Drehbuchautorin wurde sie deshalb, weil anders als im Roman ein „magischer Moment“ entsteht, wenn aus dem Text ein Film wird. Das Resultat ist immer spannend, denn es kann sowohl positiv überraschen, als auch schmerzlich enttäuschen, weiß die Autorin. „Wir dürfen unsere Vorschläge zwar einbringen was Schauspieler und Ort angehen, letztlich entscheiden aber Regisseur und Produzent.“

3. Preis im Drehbuchwettbewerb von Altötting gewonnen

Diese Spannung gehört zum Leben der Autorin, die mit ihrem Mann, dem Künstler Herbert Nauderer, ihrer sechsjährigen Tochter Lucia und dem 17-jährigen Sohn Oscar einen alten Bauernhof in Weipertshausen bewohnt. „Es darf schon mal gruseln, wenn man sich an den dunklen Abgrund wagt“, findet sie. Thriller sind dessen ungeachtet nicht ihr einziges Metier. Für das Drehbuch der Tragikomödie „Wallfahrt zur Schwarzen Madonna“ gewann Annika Tepelmann den 3. Preis des Drehbuchwettbewerbs des Landkreises Altötting. Ein Film wurde daraus aber bisher noch nicht.

Drehbücher für „Den Bullen von Tölz“ geschrieben

Annika Tepelmann weiß, dass man in dieser Branche einen langen Atem braucht. Daher arbeitet sie meist an mehreren Projekten gleichzeitig. Zurzeit entsteht ihr erster Kinofilm. Ein Kammerspiel soll es werden. Nur zwei Personen und ein Ort bestimmen die Handlung. Die Spannung entsteht durch die Psychologie. Ein Ehepaar verstrickt sich zusehends im eigenen Alltagskonflikt. Weniger anspruchsvoll, dafür effektiver um Geld zu verdienen sind Drehbücher für Daily Soaps und TV-Serien. Einige Episoden hat Tepelmann in den vergangenen Jahren verfasst. „Der Bulle von Tölz“ ist eines ihrer Referenzprojekte. Dass der Weg zur Königsklasse – dem 90-Minuten-Spielfilm – der längste sein wird, musste auch Annika Tepelmann erfahren. „Eine solche Produktion kostet in Deutschland rund eineinhalb Millionen Euro, da überlegen Produzenten genau, welchen Stoff sie nehmen“, weiß sie.

Jetzt endlich hat sie es geschafft. Im Herbst wird der Thriller „Moor der Angst“ im ZDF gesendet. Die Dreharbeiten sind abgeschlossen, die Regie führte Hans Horn und in den Hauptrollen spielen Franz Xaver Kroetz und Maria Simon. Die Handlung basiert auf ihrem Erstlingswerk „Moor“. Dieses beklemmende Gefühl, dass sie einst selbst beschlich, schleicht nun in Josefine hoch, die nach dem Tod ihrer Mutter in eine zerfallene Molkerei zieht, sich mit dem merkwürdigen Nachbarn anfreundet und immer mehr in die unheimlichen Geschehnisse im Moor verwickelt wird.

Andrea Weber, Andrea Weber

Andrea Weber - Ich arbeite als freie Journalistin für die Tageszeitung Münchner Merkur, Lokalredaktion in Wolfratshausen und für die ...

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