Jeder, der sich im Internet bewegt, ist ein potenzielles Angriffsziel für Datenspione. Dies betrifft nicht ausschließlich die Gefahr, die von professionellen Hackern ausgeht. Auch der eine oder andere Chef oder misstrauische Ehegatte möchte wohl ganz gerne wissen, was der Angestellte oder Ehepartner im Internet so alles treibt.

Mit dem Anonymisierungsdienst der TU Dresden unerkannt bleiben

Um möglichen Gefahren aus dem Internet von vorneherein aus dem Weg zu gehen und externen Lauschern, die keinen physikalischen Zugriff auf den PC haben, das Abhören möglichst schwer zu machen, bieten sich Anonymisierungsdienste an. Um im Internet anonym zu bleiben, kann man zum Beispiel einen besonderen Dienst der TU Dresden nutzen. Auf der TU-Homepage findet man des kostenlosen Service JonDo.

Um diesen Dienst zum anonymen Surfen im Internet zu nutzen, muss sich der Anwender zunächst eine Software auf seinen PC herunterladen. Anschließend ist nur noch eine Anpassung der Proxy-Einstellungen im Webbrowser erforderlich, um sich zukünftig unerkannt im www zu bewegen. Um ein anonymes Surfen im Internet zu gewährleisten, gehen alle Anfragen vom eignen PC direkt zu den Servern der Technischen Universität. Erst von dort gelangen sie ins Internet. Da man auch die Antwort ausschließlich über die Server aus Dresden erhält, ist der eigene PC im Internet unter einer IP-Nummer aus Dresden versteckt, sodass ein sicheres und unerkanntes Surfen im Internet weitgehend sichergestellt werden kann. Als Nachteil dieser Lösung muss der Nutzer allerdings Geschwindigkeitseinbußen in Kauf nehmen, da der Umweg über die Proxy-Server die Surfgeschwindigkeit spürbar drosseln.

Mit dem Tor-Netzwerk im Internet unerkannt bleiben

Einen ähnlichen Service zum anonymen Surfen im Internet bietet das ebenfalls kostenlose Tor-Netzwerk. Allerdings stehen bei diesem Service die vermittelnden Proxy-Server nicht zentral an einem Ort, sondern sind über die ganze Welt verteilt. Um im Internet unerkannt zu bleiben, schickt das zu installierende Programm die Anfragen an zufällig ausgewählte Rechner, welche die Anfrage dann ins Internet weiterleiten. Hierdurch bleibt man im Internet anonym, da sich der Weg mit keinen Mitteln zurückverfolgen lässt.

Neben noch etwas höheren Geschwindigkeitseinbußen wie bei JonDo ist hierbei vom Nutzer zusätzlich in Kauf zu nehmen, dass die Betreiber der jeweiligen Server unbekannt sind und man nicht genau wissen kann, wie vertrauenswürdig diese sind und wie mit den Daten umgegangen wird. Absolut sicher kann nur sein, wer ausschließlich verschlüsselte Webseiten aufruft, die mit https beginnen.

Der Ansatz von I2P zum sicheren Surfen im Internet

Beim Projekt I2P wird das anonyme und sichere Surfen im Internet sichergestellt, indem man ein eigenes Netzwerk schafft, welches das Internet lediglich als Transportmittel nutzt. Zusätzlich zur kostenlosen Software ist ein Router erforderlich, der auch zur Weiterleitung von Anfragen anderer Rechner des I2P-Netzwerkes verwendet wird. Die beteiligten PCs kommunizieren ausschließlich verschlüsselt miteinander. Das System benötigt Java und zudem entsprechend angepasste Spezialprogramme zum Surfen sowie zum Senden bzw. Empfangen von E-Mails.

Da keine direkte Verbindung in das Internet besteht, ist die Kommunikation noch etwas sicherer als bei JonDo bzw. dem Tor-Netzwerk. Um die gewohnten Programme weiter nutzen zu können, ist es - bei etwas höherem Risiko - ferner möglich, die angeschlossenen Router der Teilnehmer als Proxy-Server zu verwenden.

Mit VPN-Lösungen anonym im WWW bleiben

Bei einer VPN-Lösung (Virtuelles Privates Netzwerk) baut der Teilnehmer zum anonymen Surfen im Internet eine Verbindung zu einem Server auf, der die Abwicklung des Netzwerkverkehrs übernimmt und alle Daten weiterleitet. Die Verbindung dorthin wird über einen verschlüsselten Tunnel realisiert, der selbst für den Provider unsichtbar ist. Damit ist ein anonymes Surfen im Internet absolut gewährleistet.

Ein VPN-Service ist daher ein ideales Instrument, um sicher in öffentlichen WLAN-Hotspots zu surfen, da die Daten nicht einmal von versteckten Hackern abgefangen werden können. Leider ist dieser Service nicht ganz kostenlos. Entsprechende Angebote findet man zum Beispiel bei ArchiCrypt, Steganos oder Trackbuster ab etwa 5 Euro Monatsgebühr.

Auf fremden PCs anonym surfen

Auf fremden Rechnern, etwa in einem Internet-Café, lässt sich das anonyme Surfen im Internet über webbasierte Proxy-Dienste realisieren. Hierzu trägt man auf Webseiten wie proxy.org die gewünschte Zieladresse in ein Eingabefenster ein und gelangt nach einem Bestätigungsklick auf die entsprechende Seite. Dafür muss der Anwender allerdings eine kleine Verzögerung in Kauf nehmen.