Anonymus - Spakespeare-Thriller am 10. November 2011 im Kino

Anonymus - 2011 - Roland Emmerich - Filmplakat - Sony Pictures
Anonymus - 2011 - Roland Emmerich - Filmplakat - Sony Pictures
Roland Emmerich, Regisseur zahlreicher Action-Feste wie Independence Day, inszeniert mit Anonymus einen Historien-Thriller. War Shakespeare ein Betrüger?

"Anonymus" erzählt die Geschichte von William Shakespeare, dem großartigsten Autoren aller Zeiten. Oder doch nicht? Gleichzeitig erzählt der Film von Edward de Vere, dem Earl of Oxford, der laut häufig bemühter Theorien der eigentliche Autor der Stücke und Sonette ist, während Shakespeare ein überkandidelter, überzogener Schauspieler ist, der sich lediglich für den Größten hielt. Roland Emmerich erzählt diese Version der Geschichte ab 10. November 2011 im Kino.

"Anonymus" - Die Handlung des Shakespeare-Thrillers

Der adelige Edward de Vere, Earl of Oxford (Rhys Ifans) lebt nicht gerade unbeschwert im elizabethanischen Zeitalter. Statt sich prunkvoll zu geben, würde er sich gerne seiner eigentlichen Leidenschaft hingeben: Edward schreibt für sein Leben gern und weiß, dass seine Schriftstücke großartig sind. Doch unter Adeligen ist es nicht nur verpöhnt, sondern gar untersagt, sich mit derartigen Künsten auseinander zu setzen. Wie gern doch hätte Edward jedoch seine Stücke aufgeführt. Edward geht einen Handel mit dem Theater-Regisseur Ben Jonson (Sebastian Armesto) ein, den er dafür extra aus dem Gefängnis holt. Jonson soll seine Stücke aufführen und sich selbst als Autor ausgeben. Doch der Plan geht schief, denn der selbstverliebte und analphabetische Schauspieler William Shakespeare (Rafe Spall) nutzt die Gunst der Stunde und gibt sich als Autor der gefeierten Werke aus. De Vere und Jonson bleibt nichts anderes übrig, als das Spiel mit zu spielen. Derweil kämpft Königin Elizabeth (Vanessa Redgrave) um ihren Thron. Die aktuelle Geschichte führt zurück in eine Zeit, in der sich Elizabeth und Edward in jungen Jahren (Joely Richardson, Jamie Campbell Bower) kennen lernten.

Roland Emmerich - Regisseur von "Independence Day" und "Godzilla"

Eine ungewöhnliche Wahl des Regisseurs war die Verpflichtung von Roland Emmerich für die Inszenierung von "Anonymus". Der 1955 in Stuttgart geborene Autor, Regisseur und Produzent schuf mit "Anonymus" seinen fünfzehnten Film seit 1979 und dem Kurzfilm "Wilde Witwe". Zu seinen Filmen zählen in erster Linie große, actionreiche Bombast-Filme wie "Universal Soldier" (1992), "Stargate" (1994) und die Mega-Blockbuster "Independence Day" (1996) und "Godzilla" (1998). Nachdem der Schwabe im Jahr 2000 mit "Der Patriot" bereits einen Historienfilm inszeniert hatte, kehrte er mit "10.000 BC" (2008) in die deutlich fiktivere Schiene zurück. Zu den großen, visuell beeindruckenden Streifen der letzten Jahre zählen außerdem die Welt-Untergangs-Szenarien "The Day After Tomorrow" (2004) und "2012" (2009). Für das Drehbuch von "Anonymus" zeichnete John Orloff verantwortlich, der eine Emmy-Nominierung für die Tom-Hanks-Kriegsreihe "Band of Brothers" (2001) erhielt und auch schon die Skripte zum anspruchsvollen "Ein mutiger Weg" (2007) und dem Zack-Snyder-Animationsfilm "Die Legende der Wächter" (2010) schrieb.

Rhys Ifans aus "Notting Hill" und Jamie Campbell Bower aus "Twilight" in "Anonymus"

Insgesamt wurden hervorragende Darsteller für "Anonymus" gewählt, auf männlicher Seite ganz besonders beeindrucken kann jedoch mal wieder Rhys Ifans. Der 1968 geborene Waliser startet mit einer beachtlichen Leistung, die im Gedächtnis bleibt, noch mal richtig durch, was er im Jahr 2012 mit seiner Rolle als Lizard alias Dr. Curt Connors im "Spider-Man"-Reboot weiterführen wird. Ifans, seit 1991 Schauspieler, hatte seinen großen Durchbruch acht Jahre später mit seiner verrückten Rolle in "Notting Hill" (1999). Seitdem spielte er im Michel-Gondry-Film "Human Nature" (2001), dem Schweigen-der-Lämmer-Prequel "Hannibal Rising" (2007), der knallbunten Komödie "Radio Rock Revolution" (2009), als Xenophilius Lovegood bei "Harry Potter 7.1" (2010) und passenderweise in "Elizabeth - Das goldene Königreich" (2007). In Rückblenden wird in "Anonymus" die Rolle des Edward de Vere vom jungen Schauspieler Jamie Campbell Bower verkörpert. Der 1988 geborene Londoner überzeugte bereits durch Rollen in Tim Burtons "Sweeney Todd" (2007), Guy Ritchies "RocknRolla" (2008) und als König Arthur in der TV-Serie "Camelot" (2011). Außerdem spielte er in zwei der größten Kinofranchises der Moderne, als Gellert Grindelwald in "Harry Potter 7.1+7.2" (2010, 2011) und als Caius in "Twilight", genauer gesagt den Teilen "New Moon" (2009) und "Breaking Dawn 1+2" (2011, 2012).

Vanessa Redgrave, Joely Richardson und mehr in "Anonymus"

Auch die weiteren Rollen werden bravourös gemeistert von ihren jeweiligen Schauspielern. Königin Elizabeth wird hier in den beiden dank Rückblenden dargestellten Zeitepochen von gleich zwei talentierten Damen verkörpert. Als junge Frau von Joely Richardson, als ältere Frau von Joelys Mutter Vanessa Redgrave. Die 1965 geborene Richardson erhielt bereits zwei Golden-Globe-Nominierungen für die TV-Serie "Nip / Tuck - Schönheit hat ihren Preis" (2003-2010), spielte zudem im Emmerich-Film "Der Patriot" und passenderweise in "Die Tudors" (2010) und als Marie-Antoinette in "Das Halsband er Königin" (2001). Demnächst ist sie im US-Remake "Verblendung" (2011) zu sehen. Die 1937 geborene Vanessa Redgrave wiederum gewann bereits einen Oscar ("Julia", 1977) und wurde fünf weitere Male für diesen Preis nominiert. Glänzen in "Anonymus" können zudem David Thewlis (Remus Lupin in "Harry Potter") und Edward Hogg ("Alfie") als Bösewichte des Films, Rafe Spall ("Prometheus", "Hot Fuzz") als Shakespeare, Sebastian Armesto ("Die Tudors", "Marie Antoinette") als Theater-Regisseur und Xavier Samuel ("The Loved Ones", Riley in "Twilight - Eclipse") als Earl of Southampton.

Film-Kritik - Shakespeare-Thriller "Anonymus" von Roland Emmerich

Großartige Schauspieler, eine klasse Atmosphäre, perfekte Ausstattung, schöne Effekte im Zusammenspiel mit toller Kamera- und Lichtarbeit sind das Herzstück von "Anonymus". Ob die Geschichte nun stimmt oder nicht, ist hierbei egal, denn sie wird höchst spannend erzählt, sodass man sich dem Erzählfluss nicht entziehen kann. Gerade auch dank der Rückblenden, die bestimmte Bezüge und Beziehungen verdeutlichen, entsteht ein Historien-Thriller, der sowohl in seinen ruhigen, wie auch in seinen lauteren Momenten die stetige Spannung aufrecht erhalten kann. Perfekt eingebettet ist die Geschichte zudem in eine interessante Erzählstruktur, wenn Derek Jacobi ("The King´s Speech", "Gladiator") ihn als eine Art Theaterstück vorstellt. Sehr theaterbezogen ist "Anonymus" dann auch geworden, mit dem deutlichen Hinweis darauf, dass es egal ist, wer wirklich die berühmten Stücke geschrieben hat, solange sie überhaupt jemand geschrieben hat. "Anonymus" ist somit nicht nur ein spannender Historien-Thriller für sich, sondern darüber hinaus eine Liebeserklärung an das Theater und die Kunst des Schreibens.

Filmangaben

  • Titel: Anonymus
  • Originaltitel: Anonymous
  • Land, Jahr: Großbritannien / Deutschland, 2011
  • Genre: Drama
  • Regie: Roland Emmerich
  • Drehbuch: John Orloff
  • Darsteller: Rhys Ifans, Vanessa Redgrave, Joely Richardson, David Thewlis, Xavier Samuel, Sebastian Armesto, Rafe Spall, Jamie Campbell Bower, Edward Hogg, Derek Jacobi
  • Kinostart: 3. November 2011

Quellen

Mathias Wagner, Christine Wagner

Mathias Wagner - Ich bin seit dem 23. April 2010 Mitglied von Suite101 und weiß inzwischen die Möglichkeiten zu schätzen, die mir dieses ...

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