
- Bartagame - Pur/Arendt/Schweiger
Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Haltung von Terrarientieren. Nicht nur die exotische Komponente spielt dabei eine Rolle. Ein Haustier, das keinen Schmutz in der Wohnung verursacht, auch für Allergiker und berufstätige Menschen geeignet ist, hat Vorteile. Dennoch sollte man sich die Entscheidung nicht allzu leicht machen und sich gründlich informieren. Auch diese Tiere benötigen Zeit und gute Pflege um zu gedeihen. Hat man sich für ein Terrarium entschieden, ist es ratsam, nicht einfach irgendein Zoogeschäft aufzusuchen, sondern sich über Geschäfte, Züchter oder auch Privatpersonen Informationen einzuholen. Außerdem werden auch immer wieder geschützte Arten verkauft, deren Haltung in Deutschland verboten ist. Möchte man also lange Freude an den neuen Hausgenossen haben, ist eine gewisse Vorarbeit unerlässlich.
Erste Gedanken vor der Anschaffung von Terrarientieren
Gerade wenn Kinder den Wunsch nach einem Terrarium haben, sollte, wie bei jeder Anschaffung von Haustieren, klar sein, dass sich doch oft die Eltern kümmern müssen. Wenn die Eltern also eine Spinnenphobie oder Abneigung gegen Schlangen haben, sollte lieber Verzicht geübt werden. Doch auch Erwachsene müssen sich darüber im Klaren sein, dass auch diese Tiere ein gewisses Maß an Zeit und Pflege benötigen. Außerdem haben viele Spinnen und Reptilien eine hohe Lebenserwartung. Sie werden also Hausgenossen für lange Zeit. Diese Tiere zeigen ihrem Halter keine Zuneigung, lassen sich kaum dressieren oder erziehen, sind also völlig anders, als die üblichen Haustiere. Ihre Anschaffung ist nicht billig und eventuelle zukünftige Tierarztkosten können auch teuer werden. Letztendlich ist die Fütterung der Tiere ein Punkt, der gut bedacht werden sollte. Einige Arten sind Lebendfresser und das ist sicher nicht jedermanns Sache. Aber dafür gibt es auch Pflanzenfresser.
Der Kauf von Terrarientieren
Beim Kauf der Tiere sollte auf einen guten Ernährungs- und Allgemeinzustand geachtet werden. Bei Störungen, zum Beispiel durch plötzliche Handbewegungen, reagieren gesunde Tiere mit Abwehrverhalten oder Flucht. Erscheint ein Tier krank, sollte darauf verzichtet werden, aus dem gleichen Terrarium ein anderes Tier zu wählen. Oftmals handelt es sich um ansteckende Erkrankungen und somit kann auch ein gesund erscheinendes Tier bereits erkrankt sein. Insgesamt sollten nicht nur die Terrarien, sondern die gesamte Umgebung einen sauberen und gepflegten Eindruck machen. Es ist auch ratsam, sich bei mehreren Händlern oder Züchtern umzusehen, bevor man eine Kaufentscheidung trifft. Ein guter Verkäufer wird sich für die Beratung ausreichend Zeit nehmen und jede Frage beantworten. Er wird auch bereit sein, nach dem Kauf für Fragen zur Verfügung zu stehen.
Wie sollte das Terrarium beschaffen sein?
Selbstverständlich hängt die Größe des Terrariums von der ausgewachsenen Größe und der Menge der Bewohner ab. Außerdem kommt es darauf an, ob man sich für Kletterer, Boden- oder Wasserbewohner entscheidet. Natürlich ist auch eine Mischhaltung untereinander verträglicher Tiere möglich, jedoch für den Anfänger nicht ratsam. Beim Material sind Glasterrarien vorzuziehen. Da Terrarientiere in der Regel eine geringe Anpassungsfähigkeit in Bezug auf ihre Körpertemperatur besitzen, muss für eine gute Klimatisierung gesorgt werden. Diese ist nicht so leicht herzustellen, wenn man sich als Anfänger darin versucht, ein Terrarium selbst zu bauen. Bei gekauften Terrarien kann man sich darauf verlassen, dass die Vorrausetzungen gegeben sind und muss die Erwärmung nur noch auf die zukünftigen Bewohner einstellen. Auch bei der Einrichtung – Pflanzen, Äste, Wasser – muss man sich gut beraten lassen, um eine tiergerechte Haltung zu gewährleisten. Klettertieren sollten zum Beispiel nicht einfach Äste aus dem Garten gegeben werden, da sie Parasiten enthalten können.
Die richtige Pflege der Terrarientiere
Schlangen und Echsen benötigen zuweilen Häutungshilfe. Bemerkt man, dass die Häutung nicht reibungslos verläuft, kann man kann die Tiere beispielsweise mehrmals täglich mit Wasser besprühen, um die Haut zu erweichen. Hautreste- und fetzen können vorsichtig mit einer Pinzette abgezupft werden. Schildkröten und am Boden lebende Echsen haben schon mal zu lange Krallen, die gekürzt werden müssen. Dabei ist ausgesprochen vorsichtig vorzugehen und man sollte es sich auf jeden Fall von einem Fachmann zuerst zeigen lassen. Damit die Tiere jederzeit einen gesunden Lebensraum haben, ist die tägliche Pflege des Terrariums unerlässlich. Kot und Urin müssen entfernt werden, ebenso abgestorbene Pflanzenteile. Futterreste sind ebenfalls zu entfernen und durch frisches Futter zu ersetzen. Pflanzen im Terrarium dürfen nicht gegossen werden, da die Gefahr besteht, dass überschüssiges Wasser im Boden zu faulen beginnt. Stattdessen besprüht man die Pflanzen. Dies geschieht am Besten, wenn die Tiere beginnen, aktiv zu werden. Sie genießen diese Erfrischung.
Quelle: „Das Terrarium“ von Harald Jes, GU Verlag 2007
