Ansgar und die Anfänge der Christianisierung Schwedens

Christianisierung Schwedens - Marina Schauer
Christianisierung Schwedens - Marina Schauer
Mit Ansgar, dem „Apostel der Schweden", beginnt die Christianisierung Schwedens im Fernhandelszentrum Birka.

Mit der Ausweitung des Christentums in Richtung Nordeuropa kam 823 von Ludwig dem Frommen der Aufruf zur Schwedenmission. Der Erzbischof Ebo von Reims, ein Freund Ludwigs, wurde mit dieser Aufgabe betraut, doch weit kam der Missionar nicht.

Der Erzbischof Ebo von Reims

Ebo, geboren 778, wurde sehr kirchlich und religiös erzogen. Da er eng mit Ludwig befreundet war (Milchbruderschaft), wurde er von diesem ab 816 als Erzbischof von Reims eingesetzt. Er schaffte es, Ludwig zur Mission im Norden zu bewegen, die Erbfolgekämpfe in Dänemark sollten dafür ausgenutzt werden. Ebo erhielt von Kaiser Ludwig also den Missionsauftrag, reiste nach Rom, wo er ebendiesen auch vom Papst bekam und begann 823 seine erste Missionsreise nach Dänemark. Diese und zwei weitere Kurzreisen hatten jedoch kaum Erfolg, er konnte nicht einmal Harald Klak für das Christentum gewinnen. Der Erbfolgekampf zwischen Klak und den Söhnen des ehemaligen Königs Gudfred zwang Ebo, seine Missionsarbeit wieder aufzugeben. Obwohl Harald Klak und seine Familie sich erst 826 auf Einladung Ludwigs doch taufen ließen, konnte das Christentum nicht in Dänemark verbreitet werden und die Mission im Norden wurde von Ansgar fortgeführt.

Die Mission Ansgars in Dänemark

Der Heilige Ansgar, geboren 801, gilt als der „Apostel der Schweden“. Zunächst arbeitete er als Lehrer und Priester im Kloster, bevor er Erzbischof von Hamburg und Bremen sowie Missionsbischof für Skandinavien wurde. 826 begleitete Ansgar den getauften Harald Klak nach Dänemark, um die von Ebo von Reims begonnene Mission fortzuführen, doch Klak hatte wenig Erfolg und der Missionsauftrag scheiterte. Viele Taufen fanden nur statt, weil Harald in teure Gewänder gehüllt auftrat; die Konvertiten versprachen sich durch die Annahme des neuen Glaubens Reichtum.

Die Mission Ansgars in Schweden: Das Fernhandelszentrum Birka

829 folgte eine Einladung des schwedischen Königs Björn zum Zwecke der Mission des schwedischen Volkes. 830 reiste Ansgar los und in Birka, westlich von Stockholm gelegen, entstand die erste christliche Kirche Skandinaviens. 831 enstand das Erzbistum Hamburg und Ansgar wurde als Erzbischof eingesetzt. Er errichtete eine Schule, ein Kloster und eine hölzerne Marienkirche. Leider wurde 845 die sogenannte Hammaburg von Wikingern geplündert, im gleichen Zuge wurden die schwedischen Missionsstationen vernichtet und Ansgar zog weiter nach Bremen, wo er seinen Bischofssitz neu aufbaute. 847 wurden die Bischofssitze von Hamburg und Bremen dann zusammengelegt. Ansgar wurde Erzbischof von Hamburg-Bremen.

Erst 851 nahm Ansgar die Schwedenmission wieder auf, in deren Zuge auch der dänische König Horik bekehrt werden konnte. Außerdem baute der Missionar Kirchen in Schweden (Birka), in Schleswig sowie in Bremen, zudem gründete er drei Klöster. Im Laufe der Zeit sorgte Ansgar nicht immer für neue Bekehrungen sondern vielmehr für christliche Hilfe und Fürsorge. Dadurch existierten das Heidentum mit dem Glauben an Odin, Thor & Co. und das Christentum lange Zeit mehr oder weniger friedlich nebeneinander, nicht zuletzt auch dadurch bedingt, dass in Schweden zunächst immer eine freie Glaubenswahl propagiert wurde.

Quellen:

Angenendt, Arnold: Frühmittelalter. Die abendländische Christenheit von 400 bis 900, 2. durchgesehene Auflage, Stuttgart, Berlin 1995

Padberg, Lutz E. von: Die Christianisierung Europas im Mittelalter, Stuttgart 1998

Hägermann, Dieter: Erzbischof Ansgar – Lehrer und Hirte, Visionär und Glaubensbote, in: Schmolze/Rudloff: Hospitium Ecclesiae. Forschungen zur Bremischen Kirchengeschichte, 1991, Bd. 18, S. 33-56

Schreiben, Celestina Warbeck

Celestina Warbeck - - Studium der Islamwissenschaft und Skandinavistik - Sprachen: Deutsch, Englisch, Arabisch, Türkisch, Schwedisch, Dänisch, ...

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