
- Ausgrabungsorte Griechenland - Dieter Schütz / pixelio.de
Der griechische Archäologe und ehemalige Professor an der Aristoteles Universität von Thessaloniki Manolis Andronikos, geboren in Bursa am 23. Oktober 1919, entdeckt im Jahre 1977 vier königlichen Gräber in Vergina. Wenigen Wissenschaftlern gelingt es, einen derartigen Fund von unschätzbarem Wert zu machen. Andronikos hat somit einen großen Beitrag zur Rekonstruktion der Geschichte Nordgriechenlands geleistet. Er stirbt 1992 mit 72 Jahren.
Die Region Vergina
Vergina gehört zur Provinz Makedonien, die im Osten von Nordgriechenland liegt. Hauptstadt von Makedonien und gleichzeitig die zweitgrößte Stadt Griechenlands mit der größten Universität – die Aristoteles-Universität – ist Thessaloniki. Das heutige Museum befindet sich unter einem großen Grabhügel, in welchem sich die vier königlichen Gräber befinden. Der Platz ist also tatsächlich die original Ausgrabungsstätte des Archäologen Manolis Andronikos. Vergina soll früher die antike makedonische Hauptstadt Agais gewesen sein. Experten vermuten, dass sich um das Museum herum noch eine große Anzahl von antiken Funden unter der Erde verbergen. Viele Einwohner möchten ihr Haus weder verkaufen noch wegziehen, weil sie wissen, dass ihr Landgut von unbezahlbarem Wert ist. Allgemein gilt in Griechenland: wenn ein neues Haus gebaut wird, muss der Inhaber erst einmal das Erlaubnis der archäologischen Behörde bekommen. Die Ausgrabungsstätten von Vergina gehören seit 1996 zum Weltkulturerbe.
Die Königsgräber von Vergina
Manolis Andronikos sensationeller archäologischer Fund von 1977 in Nordgriechenland bringt die Königsgräber von Philip II., das sogenannte "Prinzen-Grab" – das Grab eines 14-jährigen Knaben, der der Königsfamilie angehörte –, das Persephone-Grab und ein weiteres unbekanntes Grab ans Tageslicht. Experten glauben, dass es sich bei dem unbekannten Grab um das Grab von Kleopatra, der letzten Frau Philips II. handeln könnte. Das Grab des makedonischen Königs ist dabei laut Experten Grabplünderern zum Opfer gefallen, während die restlichen drei unversehrt geblieben sind.
Weitere Schätze unter der Erde
Nicht nur die Königsgräber wurden im Grabhügel von Vergina entdeckt. Im heutigen Museum können viele antike Gegenstände aus dem vierten bis dritten Jahrhundert vor Christus betrachtet werden. Vieles davon wurde mit viel Geschick so gut restauriert, dass sie fast wie neu wirkt. Dazu gehören: unglaublich filigran gearbeitete Kränze und Schmuck aus Gold, Beinschienen, die angeblichen jene Philips II. sein sollen (Philip II. soll aufgrund von Kriegsverletzungen gehinkt haben – eine der gefundenen Beinschienen ist kürzer als die andere, daher soll sie der König Makedoniens selbst getragen haben), Krüge sowie allerlei Geschirr aus Silber, eine Kriegsrüstung, Wandmalereien – unter anderem eine in der die Entführung der Persephone dargestellt wird -, Urnen aus purem Gold oder vergoldet, Tierknochen (Opfergaben), Speere und sonstige Waffen… und vieles mehr.
Quelle:
- eigene Recherche vor Ort
