Antiphospholipid-Syndrom und Schwangerschaft

Werdende Eltern - trotz APS - SI-Mediengestaltung; I. Scharfschwerdt, Pixelio
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Beim Antiphospholipid-Syndrom handelt es sich um eine Blutgerinnungsstörung, die vielfach zu schweren Komplikationen in der Schwangerschaft führen kann.

Vielfach wird das Antiphospholipid-Syndrom, kurz APS, erst festgestellt, wenn eine Frau mehrere Fehlgeburten, auch Aborte genannt, hinter sich hat, da sich keine anderen medizinischen Ursachen finden lassen, die die häufige Zahl der Fehlgeburten erklären. Beim APS handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die hauptsächlich Einfluss auf die Blutgerinnung nimmt. Dennoch ist es für eine am APS erkrankte Frau möglich, eine Schwangerschaft komplikationslos auszutragen und auch ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Dies gilt nicht nur für junge Frauen unter 30, sondern auch für so genannte Spätgebärende, die Mitte Dreißig bis Anfang Vierzig sind.

Warum erhöht sich bei Frauen mit APS die Gefahr einer Fehlgeburt?

Fehlgeburten kommen bei Frauen mit APS entweder im Frühstadium der Schwangerschaft, also bis spätestens zur zehnten Schwangerschaftswoche, oder auch im letzten Schwangerschaftsdrittel vor. Die Gefahr von Früh- und Fehlgeburten erhöht sich bei Frauen mit APS dadurch, dass sich aufgrund der erhöhten Blutgerinnungsneigung, mit der das APS einher geht , ein Thrombus ausgerechnet in der Nabelschnur festsetzt. Der Fötus kann in der Folge nicht mehr ausreichend mit Blut und Nährstoffen versorgt werden, sodass der Körper den Embryo abstößt, da er ihn eben nicht ausreichend versorgen kann.

Vielfach wechselt sich die erhöhte Thrombosegefahr bei APS-Patientinnen auch mit einer Thrombozytopenie ab, das heißt, im Blut sind weniger als 150.000 Thrombozyten (Blutplättchen; Normalwert: 150.000 bis 450.000) vorhanden, die für den Verschluss von Wunden verantwortlich sind und einen nicht unerheblichen Faktor bei der Blutgerinnung darstellen. Dominiert während der Schwangerschaft die Thrombozytopenie im Körper der Frau, so besteht eher die Gefahr, dass das Kind bei einer massiven Blutung abgeht.

Mögliche Schwierigkeiten im letzten Schwangerschaftsdrittel bei APS-Patientinnen

Gelegentlich kommt es zu einer so genannten Präeklampsie oder Eklampsie, das heißt, die Schwangere bekommt massive Krampfanfälle, in der Regel nach der 30. Schwangerschaftswoche, manchmal auch unmittelbar vor oder während der Geburt. Die damit einhergehenden Wassereinlagerungen (Ödeme), heftigen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und so weiter sind so massiv, dass sie nicht nur Lebensgefahr für die Mutter, sondern auch für das ungeborene Kind bedeuten. Zum Glück kommt Eklampsie lediglich bei jeder 2.000 Geburt vor, bei Frauen mit APS ist das Risiko jedoch deutlich erhöht.

Möglichkeiten einer risikolosen Schwangerschaft und Geburt für Frauen mit APS

Trotz APS und gegebenenfalls Thrombozytopenie ist jedoch bei entsprechender Vorsorge und Überwachung der Schwangerschaft – in diesem Fall nicht nur durch den behandelnden Gynäkologen, sondern auch durch den Hämatologen oder Rheumatologen, der das APS diagnostiziert hat – eine risikolose, weitgehend komplikationsfreie Schwangerschaft und Geburt möglich.

Normalerweise erhalten Patienten mit erhöhter Blutgerinnungsneigung so genannte Blutgerinnungshemmer wie Marcumar oder Coumadin, je nach Grunderkrankung teilweise auch in Kombination mit Thrombozytenaggregationshemmern wie ASS oder Aspirin, die ein Zusammenklumpen der Blutplättchen verhindern sollen. Wenn eine Frau, die an einem APS leidet, eine Schwangerschaft plant, empfiehlt es sich, bereits Monate vorher von Blutgerinnungs- und Thrombozytenaggregationshemmern auf niedermolekulares Heparin umzustellen. Heparin hat zwar eine wesentlich kürzere Wirkungszeit als ASS oder Marcumar und wird meist nur in Akutphasen nach Thrombosen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen verabreicht beziehungsweise während der Einstellungsphase mit Blutgerinnungshemmern, stellt jedoch während einer Schwangerschaft den besten Schutz vor Thrombosen und Fehlgeburten für Mutter und Kind dar. Unterstützend zur Heparin-Therapie verschreibt der Gynäkologe häufig auch Gelbkörperhormone, um den Organismus der werdenden Mutter während der Schwangerschaft zu unterstützen.

Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel generell keinen Arztbesuch oder medizinischen Rat ersetzen!

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Bildnachweis:

Werdende Eltern: (c) SI-Mediengestaltung - I. Scharfschwerdt, Trier; Pixelio

Baby: (c) Alexandra H., Pixelio

Schild Wartezimmer: (c) Rainer Sturm, Pixelio

Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

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