Der Gitarrist Thomas Knobl und der Geiger Bernhard Christian lernten sich bei "Tin Pan Alley" kennen, einem Projekt, das den berühmten Musikfilm "The Band - The Last Waltz" nachspielen wollte. Christian erklärt, sie hätten sich auf Anhieb gut verstanden und miteinander angefreundet. Fortan spielten sie auch bei anderen Projekten zusammen, beispielsweise beim Cosmic Sound Concept. Dabei trafen sie den dritten im Apachen-Bunde, den Schlagzeuger Kurt Kreikenbom.

Es war in der Rixdorfer Ananias-Kirche, erzählt Kreikenbom, inmitten einer Enklave kleiner böhmischer Häuser, wo das Berliner Musiker-Original "Artus" eine dreitägige Jam-Session organisiert hatte. Kreikenbom wollte sich dort am zweiten Abend mit einem Musiker-Kollegen treffen, der aber nicht erschien. Stattdessen beteiligte er sich dann am dritten Abend an dem improvisierten Konzert. Und so lernte er die beiden anderen kennen, und fortan trafen sie sich in ihrem Apachen-Pueblo zu vergnüglichen Sessions, auf denen sie spielten, wonach ihnen das Herz stand - und das ist einiges.

Das breite musikalische Spektrum der Apachen

Die Breite des Repertoires reicht von Serenaden-Musik bis zum Rock-Konzert, von Lateinamerika bis zum Balkan, und selbst ein dicker Band englischer Poesie wird hier spontan in Musik verwandelt. Die Band spielte live die Filmmusik zu einem Stummfilm-Western ebenso wie ein Konzert beim alljährlichen Treffen der deutschen Grateful-Dead-Fans. Man sei sich vorgekommen, als beobachte man die Grateful Dead an einem sonnigen Nachmittag auf ihrer Veranda, schrieb einer der Fans dazu. Sehr professionell, sehr spielverliebt und sehr relaxt. Und von dem tosenden Applaus bei ihrer Stummfilm-Interpretation schwärmt die Band bis heute.

Dabei möchte Kreikenbom ihre Musik nicht als "Westcoast" eingeordnet wissen. Das sei ihm ein wenig zu hoch gegriffen. Und es wird auch dem Spektrum der Band und ihrer Musiker nicht gerecht.

Die Musiker: Bernhard Christian, Geige und Bass

Bernhard Christian ist einer der Gründer der "17 Hippies". In der rockigen Variante von Apache Blanket spielt er die Bassgitarre und bietet den beiden Solokünstlern eine solide Grundlage für ihre musikalischen Eskapaden. Sein eigentliches Instrument jedoch ist die Geige. Meist klingt sie bei ihm sanft und weich, manchmal fast ein wenig jiddisch. Gelegentlich benutzt er sie aber auch zu wilden Improvisationen und demonstriert, was das Instrument außer Wärme verströmen und Melodien in Gehörgänge schmeicheln noch alles kann.

Kurt Kreikenbom, Schlagzeug, Rhythmusgitarre und Gesang

Gelegentliche musikalische Brötchen verdient er sich als Schlagzeuger von Doc Schoko, musikalische Lorbeeren als Sänger, Gitarrist und Songschreiber der Furthurs. Auch bei den Apachen sitzt er manchmal am Schlagzeug, ansonsten spielt er Rhythmusgitarre und singt. Seine Stimme ist so warm, dass man ihr gelegentliche Unsicherheiten gerne verzeiht. Es gibt nicht viele Sänger, die Grateful Deads "Ripple" überzeugend interpretieren können; das Lied balanciert auf einem halsbrecherisch schmalen Grat zwischen Unglaubwürdigkeit auf der einen und Sentimentalität auf der anderen Seite. Kurt Kreikenbom kann es. Außerdem ist er, ganz nebenbei bemerkt, ein wandelndes Rocklexikon.

Thomas Knobl, Gitarre

Die andern beiden sitzen beim Spielen; Thomas Knobl steht. Wo die andern dazu neigen, Fünfe gerade sein zu lassen, ist er Perfektionist. Wenn Kreikenbom das Schlagzeug spielt und Christian die Geige, dann muss er sich mit der Rhythmusgitarre zufrieden geben - zu begeistern scheint ihn das nicht. Wenn er die Leadgitarre spielen darf, dann perlen seine Töne klar und präzise und ohne den Umweg über die Ohren zu nehmen direkt ins Blut; und wenn einer von ihnen anders klingen wollte, er müsste sich dafür ein Paralleluniversum suchen. Bis Thomas Knobl aber mal zufrieden dreinschaut oder gar lächelt auf der Bühne, da muss sich die gemeinsame Improvisation schon in nie zuvor erreichte Höhen geschwungen haben.

Catico Barragan De Luyz, Percussion

Über ihn ist wenig zu sagen, weil man ihn kaum zu Gesicht bekommt. Mit seinem "Trio Palmera" ist er so beschäftigt, dass er selten zu Proben oder Auftritten erscheint. Die anderen Apachen bescheinigen ihm, mit ihm sei ihre Musik schwungvoller, lebendiger - und lateinamerikanischer.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Apache Blanket.

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