Apocalyptica und ihre 7th Symphony: Single "End of Me" ist da

Apocalyptica 7th Symphony - Ralf Strathmann/Sony Music
Apocalyptica 7th Symphony - Ralf Strathmann/Sony Music
Die neueste Single „End of Me" geht ab dem 6. August 2010 ins Rennen. Das nächste Album der Cello spielenden Finnen steht schon in den Startlöchern.

Es ist vollbracht. Heute erscheint die erste Single des neuen Apocalyptica-Longplayers „7th Symphony“. Mit ihrem siebten Scheibchen wollen sich die Finnen um Mastermind Eicca Toppinen nun wieder einmal in die Gehörgänge fideln und präsentieren ab 23. August 2010 ihr Werk in gefühlten eintausend Varianten. Genau sieben verschiedene Varianten bietet der offizielle Apocalyptica-Merchandise-Shop an. Neben einer normalen CD, einer Deluxe Version mit DVD, einem USB Stick in Cello-Format und einer Ausgabe inklusive T-Shirt, kann man auch die Vinylversion erstehen sowie ein Paket, bestehend aus signierten Notenblättern, Tasche, CD, Extra-Single und T-Shirt. Inwieweit so etwas nötig ist, bleibt fraglich.

„End of Me“ ist die erste Single aus Apocalypticas „7th Symphony“

Zusammen mit Gavin Rossdale (Mann von Gwen Stefani, Sänger der soeben wiedervereinten Rocker von Bush) wurde die erste Single zusammengetackert, die auf jeden Fall Ohrwurmcharakter hat. Das Video zu „End of Me“ ist schon einige Zeit im Netz verfügbar und unterstreicht den Anspruch Apocalypticas, endgültig im ganz großen Geschäft mitzumischen. Ein wirklich durchdachtes Produkt, das sowohl den Massenmarkt mit einer ausgereiften Produktion begeistert, als auch kompositorisch einiges zu bieten hat. Tolle Hook, klasse Sänger.

Rückblick auf die erste CD Apocalyptica plays Metallica by four Cellos

„Apocalyptica plays Metallica by four Cellos“ hieß das erste Album, das 1996 zunächst als Geheimtipp unter Metallica-Fans gehandelt wurde. Die Idee war originell und die Umsetzung unglaublich beeindruckend. Live glänzten die vier Finnen damals durch eine minimalistische Bühnenshow. Vier Männer, vier Cellos und Metallica. Dass die Fans dabei lautstark alle Texte sangen und die Cellisten headbangend auf den Stühlen standen, hatte etwas ganz Besonderes. Die Zeiten haben sich mittlerweile drastisch geändert. In einem schleichenden Prozess wurde aus dem Nischenprodukt ein immer komplexeres Projekt, das was es heute ist: eine instrumentale Heavy-Rock-Band auf Weltniveau (die auch Cello spielen kann …).

Nachdem die Songauswahl nicht mehr auf Metallica beschränkt war, wurden auch immer mehr sehr gelungene Eigenkompositionen eingeflochten, später zusätzlich Effekte an die mittlerweile verstärkten Cellos angeschlossen. Ab dem Album „Reflections“ (2003) wird dann auch das Schlagzeug eingesetzt, an dem unter anderem Dave Lombardo von „Slayer“ sitzt.

Gastarbeiter für den finnischen Erfolg – Apocalyptica und ihre Sänger

Die Limitation auf instrumentale Stücke wird bereits 2001 aufgegeben, als man die „Guano Apes“-Sängerin Sandra Nasic Vocals zum Stück „Path“ einsingen lässt. Spätere Zusammenarbeit mit „Rammstein“, Nina Hagen, Ville Vallo von „HIM“, Corey Taylor von „Slipknot“ oder Cristina Scabbia von „Lacuna Coil“ sorgen dafür, dass Apocalyptica immer wieder neu klingen und sich so global in der Metal- und Rockszene dauerhaft etablieren können. Auch das Album „7th Symphony“ knüpft daran an.

Apocalypticas siebte Sinfonie

Auf dem Titel „Bring Them To Light“, von Apocalypticas siebter Sinfonie ist Joseph Duplantier, Sänger und Gitarrist der französischen Death-Metal-Band „Gojira“ zu Gast und liefert einen der stärksten Titel von „7th Symphony“ ab, der ausnahmsweise alles andere als kommerziell klingt und eingefleischte Metalheads mit Circle-Pit Qualitäten beglücken dürfte. Auch der Rest des Albums überzeugt. So gelingt es Apocalyptica, eine gesunde Mischung auf ihr Album zu bringen, die sowohl komplexe Stücke und anspruchsvolle Arrangements als auch eingängige, fast poppige Nummern harmonisch vereint. Ob man sich die Single, die am 6. August 2010 erscheint, unbedingt kaufen muss, ist unklar. Neben dem bereits im Netz zu hörenden „End of Me“ gibt es darauf noch einen weiteren Acoustic-Track, der eher für die Extrem-Sammler eine Bedeutung haben wird als für Otto-Normalverbraucher.

Ist Apocalypticas „7th Symphony“ ein lohnender Kauf?

Eindeutig ja. Zwar sin Apocalyptica ANNO 2010 bei weitem nicht mehr so originell wie noch 1996, aber dafür macht das Album „7th Symphony“ richtig Spaß und kann mit „normalen“ Rock- und Metalbands locker mithalten. So berechenbar die Finnen auch sein mögen, was Auswahl der Gastmusiker oder die Vermarktung ihrer Alben angeht (jedes Album hat ein neues Design-Thema, das auch in neue Merchandise Artikel mündet), haben wir es hier mit einem tollen Album zu tun, das zumindest stellenweise durch den klassischen Background der Musiker und den Einsatz der Cellos aus der Masse hervorsticht. Ob man im Laden nun zur normalen CD greift oder doch zum bespielten USB-Stick im praktischen Cello-Format greift, ist eigentlich wurscht.

Wer die Cello-Virtuosen Apocalyptica live erleben will, der kann sich folgende Termine in seinem Kalender anstreichen:

  • 21.10.2010 Dresden, Schlachthof
  • 23.10.2010 Hamburg, Sporthalle
  • 24.10.2010 Berlin, Columbiahalle
  • 28.10.2010 Köln, E-Werk
  • 06.11.2010 Augsburg, Schwabenhalle
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