Apocalypticas "7th Symphony" – CD-Review Track by Track

Cover 7th Symphony - Harmageddon Publishing; Universal Music Publishing
Cover 7th Symphony - Harmageddon Publishing; Universal Music Publishing
Am 20. August kommt Apocalypticas Studioalbum „7th Symphony" in die Läden. Der erste Höreindruck verrät: es gibt Höhen und Tiefen und einige Überraschungen

Ab dem 20. August 2010 steht „7th Symphony“ von Apocalyptica in den Läden. Ein abwechslungsreicher Reigen bunter Melodien aus Lappland, dem man bereits nach dem ersten Durchgang eine Kaufempfehlung aussprechen kann.

Die Songs auf Apocalypticas „7th Symphony“ im Einzelnen

Der erste Track At the Gates of Manala ist als Eröffnung fürs Album mit über sieben Minuten recht lang und kommt ohne Gesang aus. Dafür ist er abwechslungsreich und endet nach einer chaotischen, metallischen Eröffnung harmonisch und groß. So klingen Apocalyptica: Cello-Metal in Reinkultur mit gewohnt starkem Songwriting. Darauf folgt die bereits vorab veröffentlichte Single End of Me mit Gavin Rossdale am Mikrofon. Eingängig, tolle Hook und massenkompatibel. Das anschließende Not Strong Enough, mit Brent Smith von Shinedown als Gastsänger, klingt musikalisch sehr vertraut und könnte genauso als Single funktionieren. Eingängig und nur knapp an langweilig vorbei, weil Smith den Job wirklich super macht. Starker Sänger. Und nebenbei bemerkt eine Fremdkomposition der Amerikanerin Diane Warren, die auch schon Hits für Britney Spears, Aerosmith, Cher und Meat Loaf geschrieben hat.

Düster und schön: auf Apocalypticas „7th Symphony“ wechseln sich die Stimmungen ab

2010,so heißt der nächste Titel auf „7th Symphony“, bei dem Dave Lombardo von Slayer trommelt. 2010 wirkt unglaublich düster, destruktiv und unspektakulär, macht aber nach zwei Hits durchaus Sinn, um die Stimmung ein wenig mehr in Richtung Melancholie zu bewegen, die dann in der Nummer Beautiful mündet, die mit gerade zwei Minuten als besseres Zwischenspiel angesehen werden kann, aber wirklich lieblich und schön daherkommt. Anschließend wieder eine Gastsängerin. Lacey heißt die Frau, die Broken Pieces eine Stimme gibt. Eine eher belanglose Nummer zwischen Rockballade und Pseudo-Alternative, die auch durch die Flyleaf-Fronterin nicht unbedingt an Fahrt gewinnt.

Die Höhepunkte auf Apocalypticas „7th Symphony“

On The Rooftop With Quasimodo bekommt den Preis für den originellsten Titel des Albums, musikalisch bewegt sich der recht langsame Track aber auf mittelmäßigem Niveau. Auch wenn er zum Ende hin etwas an Fahrt aufnimmt, fehlen hier die Höhepunkte.

Apropos Höhepunkte: Mit Bring Them To Light folgt ein Track, der definitiv einen Höhepunkt des Albums „7th Symphony“ darstellt. Gastsänger Joseph Duplantier von den französischen Death-Metallern Gojira passt optimal zu diesem Song, der in Sachen Wiedererkennungswert, Originalität und Schnelligkeit eine perfekte Mischung liefert. Hier darf dann endlich auch die Mähne wieder fliegen, bevor es Sacra dann wieder ruhiger zur Sache geht. Mit Sacra gelingt es jedoch auch wieder, ein atmosphärisches Stück zu präsentieren, das sich durch interessante Percussion, einen schleppenden Rhythmus und viele Details von den anderen ruhigen Stücken des Albums abhebt und nahtlos in das fulminante Rage of Poseidonübergeht. Präzise Cello-Riffs und der groovende Aufbau gehen in ein Break der Meisterklasse über, das sich langsam wieder in die Höhe schaukelt und das imaginäre Meer zum tosen bringt, bevor in einem wahnsinnigen Finale das Tempo, das Chaos und die Aggressivität das Ruder völlig übernehmen. Dieser Song ist die Belohnung für alle Apocalyptica-Fans, die das Album „7th Symphony“ bis zum Schluss durchgehört haben und enthält alle Trademarks der Band. Rage of Poseidon demonstriert die musikalische und kompositorische Genialität der Cello-Bande eindrucksvoll.

Apocalyptica vor dem Durchbruch in den USA

„7th Symphony“ ist seit längerem das abwechslungsreichste Album Apocalypticas, das einerseits sehr mainstreamige Momente, andererseits aber auch sperrige, atmosphärische und progressive Schlagseite zeigt. Erfreulich ist das im Vergleich zu den Vorgängeralben weniger dominate Schlagzeug und die erstklassige Auswahl der Gastsänger. Ob die Mischung aufgeht, wird sich zeigen, wenn die Finnen ihre aktuelle Tour in den USA beendet haben und die Verkaufszahlen für „7th Symphony“ bekannt gegeben werden. Denn offensichtlich steckt hinter der Mischung des Albums und der Verpflichtung eben dieser Sänger auch die Absicht, endlich in den USA den Stellenwert zu erlangen, den Apocalyptica in Europa bereits hat. Man würde es ihnen gönnen.

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