
- Apples App-Store landet nur auf Platz 3 - Harald Wanetschka / pixelio.de
Im April 2011 hat der Google-App-Store Android Market den App-Store von Apple erstmals überholt, was das Angebot an kostenlosen Apps angeht. Nun wird Apple erneut von Googles Android Market geschlagen.
Die Stiftung Warentest hat für das Augustheft 2011 zehn verschiedene App-Stores für Smartphones getestet. Im Gesamturteil erreicht keiner der Anbieter ein gutes oder sehr gutes Ergebnis. Bei dem Test ging es diesmal nicht um die Qualität oder Quantität der Produktauswahl der App-Stores, sondern vielmehr um die Benutzerfreundlichkeit und den Informationsgehalt der Webseiten. Außerdem wurde die juristische Qualität der AGB untersucht. Besonders der Umgang mit dem Datenschutz wurde beleuchtet. Schließlich, so Dr. Alexander Dix, der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, kommen viele Apps, im Gegensatz zum Smartphone-Betriebssystem, aus weniger bekannten und teilweise weniger seriösen Quellen.
Testvorgang
Von Mai bis Juni 2011 wurden die Onlineshops von sechs Betriebssystemen und vier App-Stores, die Apps für mehrere Betriebssysteme anbieten, getestet. In jedem Store wurden mindestens sieben verschiedene Apps erworben. Der Kaufvorgang wurde untersucht, ebenso wie die angebotenen Produktinformationen, die Benutzerfreundlichkeit, der Umgang mit Benutzerdaten und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).
Gewinner und Verlierer
Der Windows Phone Marketplace und Android Market von Google erreichen mit Gesamtnoten von 3,2 und 3,3 die ersten Plätze. Im Gegensatz zu den anderen getesteten Stores, bemühen sich diese beiden Anbieter um etwas Transparenz, was den Datenschutz angeht. Nur hier werden die Kunden informiert, auf welche Daten ihre Apps zugreifen.
Der Apple Store erreicht nur Platz drei und erhält gerade mal ein „ausreichend“. Den Einkaufsvorgang und den Umgang mit Nutzerdaten beim App-Store von Apple bewerten die Tester der Stiftung Warentest nur mit „ausreichend“. Die „deutlichen Mängel“ in den AGB führten hier zur Abwertung des Gesamtergebnisses. Denn,wie auch bei den AGB der meisten anderen getesteten Anbieter wurden bei Apple unzulässige Klauseln und „schwammig formulierte“ Datenschutzerklärungen bemängelt.
Auf dem vierten Platz landet der beste betriebssystemunabhängige Anbieter Androidpit (Fonpit). Bei drei Stores weisen die AGB laut Stiftung Warentest „sehr deutliche Mängel“ auf. Zudem bieten nur wenige der Stores ein ordnungsgemäßes Impressum. Die schlechteste Bewertung erhält die Blackberry App World von Blackberry RIM.
Was schützt vor Datenmissbrauch?
Angesichts des wenig zufriedenstellenden Umgangs vieler App-Stores mit dem Datenschutz rät Dr. Dix den Käufern zu Vorsicht. Wird eine personenbezogene Registrierung verlangt, so empfiehlt er, sich unter einem Pseudonym anzumelden. Werden keine anonymen oder pseudonymen Bezahlverfahren angeboten, sind anonyme Gutscheine eine bessere Alternative.
Ausführliche Informationen über Testvorgang und -ergebnisse findet man im Augustheft oder auf der Internetseite der Stiftung Warentest. Alle Ergebnisse dieses Tests können auf test.de für 1,50 EUR freigeschaltet werden.
