
- Färöer-Inseln, Massentötung der Wale - walschutzaktion.de
Seit einigen Tagen sind erneut Hilferufe per email-Sendungen oder anderen Internetnetzwerken unterwegs. Sie appellieren gegen das Abschlachten der Calderon Delfine auf den Färöer-Inseln bei Dänemark. Das Meer ist rot gefärbt. Die rote Farbe ist Blut. Die veröffentlichten Fotos in den Hilferufen bedürfen keines Kommentars.
Walfang auf den Färöer-Inseln
An einer der zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln färbt sich das Meer rot vom Blut der in Massen getöteten Grindwale. Das Spektakel findet jedes Jahr statt und das schon seit einigen hundert Jahren. Die Grindwale sind eine Walgattung und gehören der Familie der Delfine an. Mit ihrem Durchschnittsgewicht bis zu 800 Kilogramm erreichen sie eine Länge bis zu achteinhalb Metern. Sie leben in offenen Meeren und nicht in Küstennähe. Ihre gesellige Art und das ausgeprägte Sozialverhalten werden ihnen hier zum Verhängnis. Die Treibjagd bringt sie an die Strände und an die Buchten der Färöer-Inseln. Das allein schon löst einen immensen Stress bei den Tieren aus, die bevorzugt im offenen Meer leben. Doch damit nicht genug. Mit schweren Metallhaken schlagen die Jugendlichen massiv auf die Delfine ein, bis diese entweder erbärmlich in ihrem eigenen Blut an den schweren Verletzungen verenden, oder sie werden mit speziellen Walfangmessern bis zur Wirbelsäule aufgeschlitzt. Trächtige Weibchen gehören ebenso zu den Opfern wie Walkälber.
Weltweites Walfangverbot für kommerzielle Zwecke seit 1986
Das Massaker ist ein Ritual, was bereits im 17. Jahrhundert praktiziert wurde. Jährlich wurden rund 1000 Delfine auf barbarische Art und Weise getötet. Mit dieser Tradition sollen Jugendliche ihr Erwachsenwerden bekunden. Bei dem fragwürdigen Initiationsritus, um die folglich ebenso fragliche Männlichkeit anzutreten, mangelt es an Schaulustigen nicht. Auch die letzten Schreie der Delfine, die dem eines Kleinkind gleichen, berühren weder die jungen Männer noch die Zuschauer.
Ein weltweites Walfangverbot für kommerzielle Zwecke konnte, Dank des Engagements von Greenpeace, im Jahr 1986 durchgesetzt werden. Da das Bewusstsein der Inselbewohner noch immer an einer überholten Tradition festhält, kommt es zu politischen Diskrepanzen innerhalb der autonomen Inseln. Der Organisation Greenpeace mangelt es an personellen und finanziellen Mitteln, um an allen erforderlichen Einsatzplätzen rechtzeitig aktiv einzugreifen.
Kontaminiertes Walfleisch führt zu Nervenschäden
Regelmäßig in den Sommermonaten findet die Jagd auf die Wale statt. Aus heutiger Sicht ist das Ritual, was von den Bewohnern als wichtiger Teil ihrer Kultur gilt, nicht mehr zu rechtfertigen. Die Massenschlächterei wird erschwerend damit belastet, dass die Inselbewohner aus rein wirtschaftlichen Gründen auf den Walfang nicht angewiesen sind. Wissenschaftlichen Nachweisen zufolge ist das Walfleisch mit Schwermetallen und Umweltgiften kontaminiert. Bereits seit den achtziger Jahren warnen die Behörden der Färöer-Inseln vor seinem Verzehr. Giftstoffe, wie verflüchtigte PVC-Weichmacher, Dioxine, Quecksilber und vieles mehr, gelangen über Niederschläge und Lufteintrag in die Ozeane. Schon die Aufnahme von geringen Mengen in den menschlichen Körper können in dessen Hormonsystem Störungen und Nervenschäden hervorrufen. Nachweislich zählen die Bewohner der Inselgruppe einen hohen Anteil an Parkinsonerkrankung. Mitglieder der Organisationen von „ProWal“ und „Wal- und Delfinschutz-Forum“ appellieren bereits seit Jahren an die Färöer Regierung, den aus nicht mehr zeitgemäßen Traditionsgründen weiterhin praktizierten Verzehr von Walfleisch zum Schutz der eigenen Bevölkerung zu unterbinden.
Färöer-Inseln: autonome Inselgruppe von Dänemark
Die Färöer-Inseln sind eine autonome Provinz in Dänemark und gehören nicht zur Europäischen Union. Seit 1948 sind sie selbstverwaltend und verfügen über ein eigenes Parlament, Flagge, Banknoten, Briefmarken.
Der aktuelle internationale Aufruf wurde gestartet, um mit weltweiter Unterstützung an die Bewohner und Regierung der Färöer-Inseln zu appellieren, ihre Argumente zum Verteidigen der Massentötung an den Delfinen unter Berücksichtigung des neuen Zeitgeistes zu überdenken, wie auch ihren Glauben, dass die Delfine nicht vom Aussterben bedroht seien.
