Apples App Store für das iPhone

Geschichte des Onlineshops von Apple

App Store - Matthias Sandlos
App Store - Matthias Sandlos
Mit über zwei Milliarden Downloads hat sich der App Store von Apple zu einem Giganten im Mobilfunkbereich entwickelt. Wie das geschehen ist, lesen Sie hier.

Haben Sie schon mal versucht, auf Ihr Handy ein Spiel herunterzuladen? Nein? Dann geht es Ihnen wie dem überwiegenden Teil der Bevölkerung. Telefonieren, Fotografieren und SMS versenden O.K., aber von den Datendiensten lassen viele Kunden lieber die Finger. Dabei legten sich die Netzanbieter und Mobilfunkgerätehersteller in den letzten Jahren mächtig ins Zeug, damit dies auch so bleibt. Undurchsichtige Datentarife, komplizierte Menüführung und schlechte Bedienbarkeit von Internetanwendungen sorgen bis heute dafür, dass selbst technisch potente Mobiltelefone lediglich zum Telefonieren eingesetzt werden. Mit Apples Engagement im Mobilfunkbereich scheint jedoch genau der Impuls durch den Markt zu zucken, der so dringend benötigt wurde. So langsam wird klar, dass die Kunden richtig Lust haben, neue multimediale Welten mit ihrem Handy zu entdecken. Das iPhone und der App Store machen es vor.

Der App Store

Der App Store ist der Tante-Emma-Laden für das iPhone. Hier lässt sich neues Futter in Form von Spielen und Anwendungen herunterladen. Dabei legt Apple großen Wert darauf, dass die Kunden weder komplizierte Internetadressen in ihr Endgerät eingeben müssen, noch durch tief verzweigte Menüs und komplizierte technische Begriffe abgeschreckt werden. Einfachheit und Transparenz sind Spezialitäten des App Stores. Auf diesen beiden Grundprinzipien beruhen die Erfolgsmerkmale des Shop-Systems:

  • Einfacher Zutritt zum Shop - Gestartet wird der Shop über ein Symbol im iPhone-Menü
  • Übersichtlicher Shop-Aufbau - Produktübersichtseite, Produktdetailseite, Kaufbestätigungsseite
  • Einfache Bedienung - über Icons lassen sich die Produkte schnell auswählen
  • Straffer Kaufprozess - von der Übersichtsseite gelangt man mit drei Klicks zum Kauf & Download des Produkts – fast so schnell wie im Tante-Emma-Laden
  • Transparentes Vertriebsmodell - Apple bekommt 30%, der Hersteller 70% vom Verkaufspreis
  • Günstige Preise - im Vergleich zu Spielen für Spielekonsolen wie Nintendo DS oder Sonys PSP sind die iPhone-Spiele mit durchschnittlichen Preisen zwischen 0 bis 7,99 Euro äußerst günstig

Selber entwickeln für das iPhone

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Erfolgsgarant des App Stores ist die Tatsache, dass quasi jeder für das iPhone sein eigenes Spiel oder eine Applikation entwickeln kann. Storys über Gelegenheitsprogrammierer, die über Nacht zum Millionär werden, geistern in der Presse herum und heizen die Euphorie um Apples Shop weiter an. Fakt ist, dass wirklich jeder für das iPhone entwickeln kann. Dazu muss man lediglich einen Mac besitzen und das kostenlose iPhone SDK (Software Development Kit) herunterladen. Dann kann es auch schon losgehen. Allerdings wird man als Otto Normal PC-Benutzer schon bald entnervt das Handtuch schmeißen, denn ohne Programmierkenntnisse in C++ kommt man nicht weit. Für die Hersteller von Handyspielen ist die iPhone SDK jedoch ein gefundenes Fressen. Erstmals brauchen Spiele nicht auf Hundertschaften von Endgeräten für Nokia, Samsung und Co. portiert zu werden.

Das geht besser im App Store

Mit mittlerweile über 2 Milliarden Downloads hat sich der App Store seit dem Start im Juli 2008 zu einer wahren Goldgrube für Apple gemausert. Ein Großteil des Downloads sind allerdings kostenlose Programme oder Fun-Applikationen für 79 Cent. Schon jetzt ist der App Store mit 65.000 Programmen hoffnungslos überladen und es stellt sich die Frage nach dem Nutzwert vieler Spiele und Anwendungen. Die Gefahr ist groß, dass Kunden lediglich ein paar kostenlose Spiele und Spaß-Applikationen herunterladen und nach der 20. durchschnittlichen Applikation die Lust am Herunterladen verlieren.

Zwar gibt eine Nutzerwertung Aufschluss über die Qualität der Apps - ähnlich Amazon kann das Produkt auf einer Skala von 1-5 mit Sternchen bewertet werden - aber eine stärkere Unterscheidung zwischen Qualitätsprodukten und B-Ware wäre wünschenswert. Ein 3D-Actionkracher mit 6 Monaten Entwicklungszeit sollte sich deutlich abheben von einer Fun-Applikation, die in drei Tagen von einem Heimprogrammierer zurechtgezimmert wurde. Apple täte also gut daran, die Inhalte konsequenter zu kategorisieren und gleichzeitig weitere Filterfunktionen einzubauen wie zum Beispiel Bewertung, Preis, Qualitätslevel, mit denen Kunden zielgerichtet nach ihren Wunsch-Apps suchen können. Dies wäre ein erster Schritt, um der Konkurrenz auch weiterhin eine Nasenspitze voraus zu sein.