Prunus armeniaca, so lautet der lateinische Name der Aprikose. Dies beruht auf einem Irrtum, denn nicht Armenien ist die Heimat dieser köstlichen Frucht, sondern das ferne China, wo sie seit rund 4.000 Jahren kultiviert wird. Mit den Seidenhändlern gelangte sie nach Vorder- bzw. Mittelasien. Als „Eier der Sonne“ wurden die Früchte in Persien tituliert. Aus diesem amüsanten Namen lassen sich einige Rückschlüsse auf ihr Aussehen und ihren Habitus ziehen.

Eigroße Früchte mit samtiger Haut

Aprikosenfrüchte sind tatsächlich in etwa eigroß und von hellgelber bis tieforanger Farbe, oft mit einer roten Wange auf ihrer samtigen Haut. Die Größe und Farbgebung richtet sich nach der Sorte, deren Vielfalt enorm ist und durch ständige Neuzüchtungen weiter zunimmt. Als Kinder der Steppe verlangen Aprikosenbäume viel Wärme und Trockenheit. Ein Zuviel an Feuchtigkeit führt zu Fäulnis und Pilzbefall. In Deutschland gedeihen Aprikosen vornehmlich im milden Klima der Weinbaugebiete. Die besten Ernten lassen sich in den Ländern rund um das Mittelmeer erzielen.

Aprikosen heißen in Österreich Marillen

In der Wachau wachsen besonders aromatische Marillen, wie die Aprikosen in Österreich genannt werden. Dort werden die Früchte oft und gern in der Küche verwendet. Was wäre die berühmte Sachertorte ohne Marillenkonfitüre? Und das „Schnapserl danach“ wird auch aus Marillen gebrannt.

Die Verwendung der Früchte von süß bis pikant ist vielfältig. Sogar der Kern, der sich unter einer harten Schale verbirgt, dient als Mandelersatz und wird zu einer mazipanähnlichen Süßspeise, dem so genannten Persipan verarbeitet. Gesund sind die Früchte durch ihren hohen Gehalt an Kalium, Eisen und Provitamin A, der die meisten Obstsorten übertrifft.

Es folgen einige Rezepte:

Marillenknödel mit Kompott

Zutaten für 4 Personen:

  • 500 Gramm Quark
  • 600 Gramm Mehl
  • 2 Eier
  • 4 Esslöffel flüssige Butter
  • 20 Marillen (Aprikosen)
  • 100 Gramm Butter
  • 1 Prise Salz
  • Zucker, Zimt
Zubereitung: Aus dem Quark, dem Mehl, den Eiern und der flüssigen Butter einen Teig kneten, zur Rolle formen und in 20 Scheiben schneiden. Jede Teigscheibe flach drücken und mit einer entsteinten Aprikose füllen. Die Früchte ganz mit dem Teig umhüllen und 10 Minuten in siedendem Salzwasser gar ziehen lassen. Die Butter in einer Pfanne leicht anbräunen und über die fertigen Knödel gießen, mit Zucker und Zimt bestreuen.

Für das Kompott werden 1 Kilogramm entsteinte Aprikosen mit 200 Gramm Zucker in etwas Wasser aufgekocht. Bei milder Hitze so lange ziehen lassen, bis die Früchte weich sind.

Aprikosen-Chutney

Aprikosen-Chutney ist ein idealer Begleiter zu gegrilltem oder kaltem Fleisch. In Gläsern eingemacht ist er ebenso lange haltbar wie Marmelade.

Zutaten:

  • 1 Kilogramm Aprikosen
  • 400 Gramm Zucker
  • ¼ Liter Weinessig
  • 3 Knoblauchzehen
  • 100 Gramm Rosinen
  • 100 Gramm Mandelstifte
  • 20 Gramm frischer Ingwer
  • 1 Esslöffel Senfkörner
  • 1 Esslöffel Pfefferkörner
  • ½ Teelöffel Zimt
  • ½ Teelöffel Pimentkörner
  • 10 Nelken
  • 3 rote Chilischoten
Zubereitung:

Die Aprikosen entsteinen und vierteln. Den Knoblauch und den Ingwer in feine Scheiben schneiden. Alle Zutaten gut vermischen und einmal aufkochen lassen. Bei kleiner Flamme 1 Stunde köcheln lassen und immer gut umrühren. Chutney brennt leicht an! Kochendheiß in sterile Gläser füllen.

Aprikosen-Muffins

Zutaten für 12 Stück:

  • 6 Aprikosen
  • 100 Gramm Butter
  • 400 Gramm Mehl
  • 100 Gramm Zucker
  • 100 Gramm Joghurt
  • 2 Eier
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 100 Gramm weiße Kuvertüre
Zubereitung:

Aus Mehl, Butter, Zucker, Joghurt dem Backpulver und den Eiern einen glatten Teig rühren. Eine Prise Salz hinzufügen. Die Mulden eines Muffinblechs mit Papiermanschetten auslegen oder gut einfetten. Den Teig einfüllen und mit einer Aprikosenhälfte belegen. Bei 200 ° C eine Stunde backen. Die weiße Kuvertüre im Wasserbad schmelzen lassen und die ausgekühlten Muffins rund um die Aprikose bestreichen. Diese „Spiegeleierküchlein“ gefallen Kindern besonders gut.