
- Regen, Regenbogen und Sonne im April - ehuth, Pixelio
Das wechselhafte Wetter, bei dem auf Regen- oder Graupelschauer schnell wieder Sonne folgt, wird durch Temperaturschwankungen zwischen Norden und Süden beziehungsweise Land und Meer nach dem Winter erklärt. Der Reim an sich „April, April, der macht was er will“ geht jedoch auf alte Bauernregeln zurück.
Der Sonnenstand spielt eine wichtige Rolle beim Aprilwetter
Während die Sonne in den Sommermonaten am höchsten am Himmel steht, steht sie im Winter entsprechend niedriger, was unter anderem auch erklärt, warum die Tage im Winter entsprechend kürzer sind, zwar nicht in zeitlicher Hinsicht, aber im Hinblick auf die Zeit des Tages, zu der es hell draußen ist. Im April steht die Sonne zwar bereits wieder wesentlich höher als in den Wintermonaten, aber noch nicht hoch genug, um das Meerwasser auf der Nordhalbkugel gleichmäßig zu erwärmen. Im März hat die Sonne zwar bereits den Äquator überschritten auf ihrem weiteren Weg Richtung Norden, sodass es in Nordafrika und Südeuropa bereits angenehm warm ist, für die nördliche Hemisphäre reicht ihre Heizkraft im April jedoch noch nicht aus, sodass es in der Folge zu starken Luftdruckunterschieden gerade über Mitteleuropa kommt, die die Entstehung von Tiefdruckgebieten mit entsprechend wechselhaftem Wetter begünstigen.
Die Rolle des Nordmeeres beim Aprilwetter
Wie bereits angesprochen, entstehen gerade über dem nördlichen Atlantik und Pazifik Tiefdruckgebiete, die das häufig wechselhafte Wetter im April auslösen. Die Kraft der Sonne reicht zwar vielfach schon aus, um das Land zu erwärmen, aber nicht, um auch die tieferen Schichten des Meeres aufzuheizen, sodass die oberen, bereits angewärmten Schichten immer wieder von kälterem Wasser aus der Tiefe durchmischt werden. Diese Durchmischung von warmen und kalten Wassermassen ist ebenfalls ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Tiefdruckgebieten.
Durch die großen Temperaturunterschiede zwischen Land und Wasser ziehen die Tiefdruckgebiete, die Regen, Sturm, Graupel und auch Gewitter oder sogar Schnee im Gepäck haben können, ziemlich schnell. Dies erklärt auch, warum auf Niederschlag sehr bald wieder Sonnenschein folgt. Aufgrund der bereits angesprochenen Temperaturgegensätze kann es nachts und in den frühen Morgenstunden auch immer wieder zu Boden- oder sogar Luftfrost kommen.
Die Zugrichtung der Luftmassen und das Wetter im April
Die oben genannten Kriterien beeinflussen unser Klima im Sinne von wechselhaftem Aprilwetter, wenn der Wind Luftschichten aus dem Norden zu uns nach Deutschland treibt. Weht der Wind hingegen aus Süd, wo der Erwärmungsprozess der Meere bereits wesentlich weiter fortgeschritten ist, sind sogar im April bereits temporär sommerliche Temperaturen in Mitteleuropa möglich.
Graupelgewitter im April häufig
Graupel entsteht, wenn warme und kalte Luftmassen aufeinander treffen und sich entsprechend vermischen. Bei Graupel passieren angetaute Schneeflocken oder Regentropfen darunter liegende kältere Luftschichten, sodass der Regen in der Folge gefriert. Aufgrund der unterschiedlich warmen Luftmassen wird ebenso die Entstehung von Blitz und Donner begünstigt. Man spricht in diesen Fällen auch von einem Kaltfrontgewitter, während in den Sommermonaten eher Wärmegewitter auftreten.
Warum hört das wechselhafte Wetter schlagartig im Mai und Juni auf?
Ende April haben sich die Temperaturgegensätze zwischen Nord und Süd sowie Meerwasser und Land normalerweise ausgeglichen, sodass ab Mai vielfach die ersten sommerlichen Tage ohne wechselhaftes Wetter zu erwarten sind. Bis zu den Eisheiligen ist es jedoch nicht ausgeschlossen, dass auch im Wonnemonat noch einmal typisches Aprilwetter auftritt.
Quellen:
- Michael Klein: April, April, der macht, was er will. Artikel vom 11. April 2011
- Christian P. Neuhaus: Der April macht was er will. Artikel ohne Datumsangabe
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Bildnachweis:
- Schlechtwetterfront mit Regenbogen über Rapsfeld: © ehuth, Pixelio
- Sonne mit dunklen Wolken; helle und dunkle Wolken: © Joujou, Pixelio
- Aufziehender Regenschauer über den Schweizer Bergen: © trebreh, Pixelio
