Aquarelle malen: Blumen und Blüten in der Nass-in-Nass-Technik

Auschnitt von Hortensienblüten in Aquarell - Andrea Fettweis
Auschnitt von Hortensienblüten in Aquarell - Andrea Fettweis
Blumen und Blüten in der Nass-in-Nass-Aquarelltechnik zu malen, ist eine kleine Herausforderung, die Sie aber mit einigen Tricks meistern können.

Prächtige Staudenbeete oder wilde Blumenwiesen erfüllen wohl jeden Betrachter mit Begeisterung. Für Maler sind sie zudem verlockende Motive, für die sie tief in die Farbtöpfe greifen können, um die bezaubernden Blütenformen festzuhalten. So einfach wie eine Landschaft lassen sich die oft komplizierten Gebilde jedoch nicht mit dem Pinsel umsetzen, es sei denn, man ist ein Liebhaber feiner Detailarbeiten. In der Aquarellmalerei wirken die Farben allerdings schöner, wenn sie wie zufällig hingehaucht auf dem Papier zerfließen, ohne sich allzu sehr in den Feinheiten der Formen und Strukturen zu verlieren. Die Nass-in-Nass-Technik ist dafür die beste Methode, um überraschende Farbverläufe zu erzielen und den Blüten lebendige Strukturen zu verleihen.

Auswahl der Blüten für eine Nass-in-Nass-Malerei

Wer noch keine Blütenköpfe in dieser Technik gemalt hat, sollte sich am besten Blumen aussuchen, die relativ große Blütenblätter haben. Zu kleine Formen verleiten zu sehr, den feinen Pinsel hervorzuholen und sich mit den Einzelheiten zu beschäftigen. Tulpen sind zum Beispiel ideal, um sie mit fließenden Farben darzustellen. Auch andere Blumen mit kleineren Blütenblättern können Sie leicht umsetzen: Suchen Sie sich ein schönes Foto heraus und wählen Sie einen besonders interessanten Ausschnitt, auf dem die einzelnen Blütenblätter deutlich zu sehen sind. Vergrößern Sie diesen Ausschnitt, sodass Sie die Farbschattierungen gut erkennen können. Wenn Sie nicht unbedingt an dem Farbspektrum festhalten wollen, drucken Sie sich die Vorlage in Schwarz-weiß aus und gestalten Sie Ihr Bild in anderen Farben.

Skizze für Blüten in Aquarell anlegen

Skizzieren Sie die Umrisse der Blüten ganz leicht auf dem Aquarellpapier mit einem weichen Bleistift oder besser mit einem Aquarellbuntstift, der sich beim Malen mit den anderen Farben vermischt. Befeuchten Sie nun nach und nach einzelne Flächen und geben Sie jeweils an die Stelle, die am dunkelsten werden soll, einen kräftigen Klecks der gewünschten Farbe hinein. Beobachten Sie zunächst, wie sich die Farbe verteilt. Falls Ihnen die Fläche zu blass erscheint, geben Sie noch ein wenig unverdünnte Farbe dazu. Das kann in Form eines Punktes, aber auch einer Linie geschehen. Ist ein Blütenblatt zum Beispiel an der einen Seite hell, an der anderen dunkel gefärbt, ziehen Sie eine kräftige Linie am Rand dieses Blatts, lassen die Farbe in die Fläche fließen und sich allmählich verdünnen. Sollte das Papier schon zu trocken geworden sein, fahren Sie mit einem feuchten Pinsel an der farbigen Linie entlang – schon läuft die Farbe wieder.

Ausarbeitung des Blüten-Aquarells

Nachdem Sie alle Flächen in dieser Weise gefüllt haben, können Sie, wenn nötig, Korrekturen vornehmen. Dies sollte allerdings behutsam geschehen, damit die Spontaneität der Malerei erhalten bleibt. Wo Farbe fehlt, können Sie noch einmal etwas dazugeben, sobald die erste Schicht getrocknet ist. Verwenden Sie nur unverdünnte Farben und gleichen Sie die Ränder mithilfe eines ausgewaschenen, feuchten Pinsels an. In dieser Art können Sie auch grünes Blattwerk ergänzen, insgesamt sollte sich die Malerei aber auf wenige farbige Flächen beschränken, um ein harmonisches Bild zu ergeben. Der Hintergrund sollte nur angedeutet werden: Feuchten Sie die Flächen grob an, sodass weiße Stellen dabei stehenbleiben, und lassen Sie auch hier die gewünschte Farbe fließen und sich verdünnen. Sie sollte den Hintergrund ziemlich gleichmäßig erscheinen lassen, damit dieser nicht vom Motiv ablenkt.

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