Aquaristische Zeitschriften

Fachpublikationen sind wichtig – nicht nur für die Aquaristik

Beispiel 2: DATZ - Ulmer Verlag
Beispiel 2: DATZ - Ulmer Verlag
Das Internet verleitet viele Aquarianer dazu, keine Fachzeitschriften zu lesen oder gar zu abonnieren. Damit wird auf sachkundige Informationen und Lesespaß verzichtet.

Wir leben in einer Wissens- und Informationsgesellschaft. Das stimmt so nicht. Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Die Menge vorhandener Information führt allerdings häufig eher zu Desinformation als zu Information.

Internet und Printmedien

Das Internet wird von der jüngeren Generation gerne als Informationsquelle genutzt. Gedruckte Zeitschriften oder gar Bücher sind für viele kalter Kaffee. Dabei wird übersehen, dass das Internet einerseits zwar die größte Enzyklopädie, zugleich aber auch der größte Müllhaufen aller Zeiten ist. Unkontrolliert, unrecherchiert, ungeprüft kann so gut wie jedermann so gut wie jede Information behaupten und verbreiten. Die viel gepriesene Demokratisierung des Wissens durch nutzergenerierte Inhalte führt auch zur Vermüllung der Informations-und Wissenslandschaft.

Internet: Information ist noch nicht Wissen

Zu Wissen wird eine Information erst durch einen gewissen Grad an methodischer Sicherung. Selbst das digitale Lexikon Wikipedia musste dazu übergehen, Beiträge zu moderieren. Tragfähiges Wissen muss begrifflich klar und empirisch prüfbar sein. Nützlich ist Wissen über Tatsachen, Kausal-und Sinnzusammenhänge. Bloße subjektive Meinungen und Behauptungen sind kein tragfähiges Wissen.

Was sich im Internet als improvisierte Meinungsäußerung in Foren und Blogs anhäuft, ist interessant, aber oft nur amüsant. Fundiertes Orientierungswissen über aquarienkundliche, wissenschaftliche und andere Tatsachen und Zusammenhänge ist dort selten erhältlich.

Aquaristik: Fachpublikationen sind unersetzlich

Dafür braucht die Aquaristik heute und auch zukünftig aquaristische Fachzeitschriften und Fachautoren, die Zugänge zu den komplexen und schwierigen Themen der Aquarienkunde schaffen. Natürlich lassen sich Mediennutzer auch unterhalten und zerstreuen. Das Bedürfnis nach fundierten Inhalten und Zusammenhängen ist dennoch nicht klein. Vivaristische Zeitschriften können sach-, medien-und publikumsgerecht die entsprechende Wissensfelder publizieren und kommunizieren. Dazu gehört nicht nur Sach-, sondern auch Transfer- und Vermittlungskompetenz. Denn aquaristische Zeitschriften werden nicht primär für Spezialisten oder gar Wissenschaftler, sondern für interessierte Laien gemacht.

Vereinszeitschriften, Fachzeitschriften, Verbandszeitschriften

Die aquaristischen Zeitschriften lassen sich untergliedern: Manche Vereinsmitteilungen entwickeln sich in Richtung Vereinszeitschrift, behalten dennoch ihren lokalen Charakter. Sie informieren nicht nur über vereinsinterne Angelegenheiten und Termine, sondern bringen auch fachliche Beiträge, deren Qualität sehr unterschiedlich sein kann. Sie sind inhaltlich, typografisch, layout-designerisch am ehesten mit Schülerzeitschriften zu vergleichen, ohne dass das immer heißen muss, es handele sich um Hefte geringer Qualität.

An spezialisierte Liebhaber wenden sich Publikationen wie beispielsweise der BSSW-Report für Liebhaber von Barben, Salmlern, Schmerlen und Welsen. Sie werden in der Regel für die Mitglieder überregionaler oder internationaler Non-Profit-Organisationen (wie z.B. der Internationalen Gemeinschaft BSSW)) herausgegeben.

Eine eigene Gruppe bilden Verbandszeitschriften wie VDA-aktuell (Deutschland), aqua terra (Österreich) und AquaTerra (Schweiz). Bewährte aquaristische Fachzeitschriften wie „Aquarien Terrarien“ (AT) und „Das Aquarium“ (zuletzt Schmettkamp-Verlag) gibt es nicht mehr; das „Aquarien Magazin“ (im Kosmos-Verlag der Franckhschen Verlagshandlung Stuttgart) erscheint ebenfalls nicht mehr.

Welche Aquaristik-Zeitschriften gibt es?

Den vorhandenen Kuchen an deutschsprachigen, aquaristischen (und terraristischen) Lesern teilen sich heute folgende Zeitschriften:

  • Amazonas, Natur-und Tier-Verlag, Münster
  • Aquaristik (aktuelle Süßwasserpraxis), Dähne Verlag GmbH, Ettlingen
  • Aquaristik-Fachmagazin (AF) aus der Tetra Verlags GmbH, Velten bei Berlin
  • Caridina (Garnele, Krebs & Co.), Dähne Verlag GmbH, Ettlingen
  • Der Meerwasser-Aquarianer, Rüdiger Latka-Verlag, Marxzell-Burbach
  • Die Aquarien-und Terrarien-Zeitschrift (DATZ) aus dem Verlagshaus Ulmer, Stuttgart
  • Koralle, Natur-und Tier-Verlag, Münster

Es gibt sogar eine Zeitschrift, die sich mit aquaristischer Literatur beschäftigt: Zeitschrift für aquaristische Literatur (ZaL), die sich an Sammler wendet.

Gerhard Ott, Annegret Ott

Gerhard Ott - Ott, Gerhard Manchmal genutztes Pseudonym: Perdurus Eus *11. Febr. 1954 in Walsum am Niederrhein, Studium Erziehungswissenschaften ...

rss