Die Arachnophobie (Arachno kommt vom Altgriechischen Arachne und bedeutet "Spinne") ist eine der bekanntesten Phobien weltweit und belastet Männer und Frauen gleichermaßen. Obwohl die wenigsten Menschen eine gefährliche Situation mit einer Spinne erlebt haben, sind viele von diesem Problem betroffen.
Die Arachnophobie und ihr Ursprung
Bis heute gibt es verschiedene Theorien, wie sich diese Form der Angst entwickelt und in das Unterbewusstsein der Menschen eingeschlichen hat. Eine Theorie besagt, dass sich der Mensch umso mehr vor einem Lebewesen fürchtet, desto mehr es sich vom menschlichen Äußeren unterscheidet. Diese Annahme ist jedoch nicht sehr logisch, da es noch weitaus kuriosere Lebewesen gibt, die keine Phobie auslösen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Angst vor den Achtbeinern von den Eltern geprägt wird, da sich das Kind an ihnen orientiert. Wenn also Mutter oder Vater davon betroffen ist, kann sich das auf das Kind übertragen. Hierfür spricht auch, dass sich die Arachnophobie nur in gewissen Regionen der Welt wiederfindet, denn bei Naturvölkern ist sie praktisch kaum vorhanden. Wie man weiß, wird die Spinne dort teilweise sogar als eine Delikatesse betrachtet. Zu guter Letzt könnte es auch die Art und Geschwindigkeit der Fortbewegung der Spinne sein, die sie uneinschätzbar macht und somit des öfteren für einen Schreckmoment sorgt, wenn sie sich plötzlich und wie aus dem Nichts in der Nähe befindet.
Therapiemöglichkeiten der Angst vor Spinnen
Durch die starke Präsenz der Arachnophobie gibt es mittlerweile viele Psychologen und Psychiater, die Betroffenen durch eine Therapie helfen können. Die erfolgreichste Variante ist die direkte Konfrontation mit dem Angstauslöser. Je nach Stärke der Angst beginnt die Therapie mit leichten Übungen wie zum Beispiel das Betrachten von Bildern oder Spinnen in Terrarien. Dabei ist wichtig, dass sich das Vorgehen der Therapie an die Fortschritte des Patienten anpasst, weil sich ansonsten ein Trauma entwickeln kann. Viele Patienten berichten, dass sie nach erfolgreichem Therapieabschluss sogar dazu fähig waren, eine Vogelspinne auf die Hand zu nehmen. Das Ziel dieser Behandlung ist es, den Betroffenen von dieser Last zu befreien und ihm somit ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Es kommt auch immer wieder vor, dass sich ehemalige Betroffene Spinnen als Haustiere halten, was meist von einer Überkompensation der Angst herrührt.
Die Arachnophobie muss ernst genommen werden
Ob sich ein Betroffener nun für eine Therapie entscheidet oder nicht, die Arachnophobie ist ernst zu nehmen. Auch wenn diese Angst nicht von jedem nachvollzogen werden kann, so ist sie doch eine große Belastung und kann die Lebensqualität schmälern. Ratschläge wie "Die hat doch mehr Angst vor dir als du vor ihr" oder "Die tut dir doch nichts" helfen an dieser Stelle überhaupt nicht weiter, da sich die Phobie fest verankert und nicht einfach weggewischt werden kann. Außerdem kann es dazu führen, dass sich der Betroffene nicht ernst genommen fühlt und gar nicht mehr darüber spricht.
Quelle:
Franz Renner: Spinnen ungeheuer - sympathisch.Nitzsche, Rainar, Verlag 2008. Taschenbuch, 96 Seiten. Euro 10,-
