Wie definiert der Mensch seine Arbeit? Für den einen Menschen dient die Arbeit in erste Linie dazu, Geld zu verdienen. Der Job wird als Lebensnotwendigkeit gesehen. Der Andere macht seine Arbeit grundsätzlich gerne. Die erwartete Beförderung bedeutet Anerkennung für die gute Arbeit. Die dritte Gruppe sieht ihre Arbeit als wichtigsten Bestandteil des Lebens, die als beglückend empfunden und geliebt wird. Wie also ein Mensch seine Arbeit definiert, hängt damit zusammen, ob die Arbeitsorientierung als Job, Karriere oder Berufung gesehen wird. Die Arbeitseinstellung bezieht sich demnach auf die persönliche Arbeitsperspektive.

Job: Arbeit für Geld

Diese Einstellung zur Arbeit bezieht sich darauf, einen Job gegen eine Überweisung des Gehalts zu machen. Es wird nichts anderes erwartet als Geld. Die Arbeit ist Mittel zum Zweck, also instrumentell. Der Job ist ein Mittel für einen anderen Zweck. Zum Beispiel Finanzierung der Freizeit oder Familie. Wenn kein Geld bezahlt wird, wird gekündigt. Der Job wird gemacht, um sich persönliche Bedürfnisse zu erfüllen. Die Investition in die Arbeit ist eher unpersönlich, weil nur das Geld zählt. Der Mensch sucht sich eine Arbeit, die nicht mit seiner Leidenschaft übereinstimmt, weil ja das Geld gebraucht wird. Das ist nur eine kurzfristige Lösung. Auf die Dauer wird der Job nicht erfüllen.

Karriere: Arbeit für Geld und Beförderung

Diese Arbeitseinstellung umfasst eine deutlich persönlichere Investition in die Arbeit. Damit gemeint ist im Berufsleben die persönliche Laufbahn eines Menschen. Umgangssprachlich wird darunter Aufstieg "nach oben" verstanden. Nach Seligman (2011) zeigt sich die Leistung am Geld und an der Beförderung. Zusätzlich zur Gehaltserhöhung bringt jeder Schritt nach oben höheres Prestige und mehr Macht. Wenn die Beförderungen aufhören, kommt es zum „Top Out“. Entfremdung setzt ein und man beginnt anderswo, nach Belohnung und Sinn zu suchen. So glauben viele Menschen, wenn sie das erreicht haben, sind sie glücklicher. Forschungsergebnisse zeigen, dass Aufstieg und Beförderungen keinesfalls glücklicher oder zufriedener machen. Mehr Geld und Ansehen haben keinen Einfluss auf das Glücksempfinden.

Berufung: Arbeit mit Leidenschaft und Fähigkeit zur Hingabe

Diese Arbeitsorientierung bezieht sich auf eine mit Leidenschaft erfüllte Selbstverpflichtung. Es wird um der Sache willen gearbeitet. Dieser Mensch sieht seine Arbeit als einen Beitrag zu einem höheren Gut. Die Arbeit erfüllt ohne ausschließlichen Blick auf Geld und Beförderungen. Auch wenn Beförderungen aufhören, wird weitergearbeitet. Die Arbeit an sich kann eine Belohnung sein. Diese ist weitaus von mehr Bedeutung als die Bezahlung allein.

Wenn die Arbeit zur Berufung wird, zeigt sich die Fähigkeit des Menschen zur Hingabe: „Jeder Job kann eine Berufung und jede Berufung zum Job werden“ (Seligman 2011: 268). Ein Arzt zum Beispiel, der seine Arbeit nur als Job sieht, und nur an einem guten Einkommen interessiert ist, hat keine Berufung. Hingegen ein Straßenfeger, der seine Arbeit so sieht, dass die Welt sauberer und gesünder wird, eine Berufung hat. Die Arbeit an sich stellt einen Lebenswert dar.

Zufriedener und glücklicher im Job: Flow ist das Geheimnis

Der Begriff „Flow“ stammt vom Sozialwissenschaftler Mihaly Csikzentmihaly. Im Arbeitsprozess entsteht Flow zu verschiedenen Zeitpunkten für wenige Minuten. Flow tritt auf, wenn die Herausforderungen mit denen der Mensch konfrontiert ist, perfekt übereinstimmen mit den eigenen Fähigkeiten. Die Fähigkeiten sind nicht nur Talente, sondern auch individuelle Stärken und Tugenden. Flow ist also eine auf die Gegenwart bezogene positive Emotion. Bewusste Gedanken oder Gefühle werden damit nicht verbunden.

Flow ist die Möglichkeit, im Beruf seine allergrößten Stärken (Signatur-Stärken) einzusetzen. Zum Beispiel die Signatur-Stärke "Soziale Intelligenz": Das Wissen über sich selbst und andere Menschen. Die Fähigkeit, Gefühle anderer wahrzunehmen und angemessen darauf reagieren zu können. So kann es der Job erlauben, jeden Tag das tun, worin man am besten ist. Flow ist der Sammelbegriff für Geborgenheit, Zufriedenheit und Sicherheit. De Mensch kann in einer Tätigkeit aufgehen. Ist glücklich und zufriedener.

Das Rezept für Flow im Berufsleben

Flow umschreibt den Aspekt von Glück während des Arbeitstages. Die Forschung hat herausgefunden, unter welchen Bedingungen Flow entsteht. Man hat die Bewusstseinsinhalte in Zahlen bewertet. Zum Beispiel wie glücklich, wie konzentriert, wie viel Selbstwertgefühl, usw. Flow entsteht unter folgenden Bedingungen: Identifikation mit den Signatur-Stärken; eine Arbeit wählen, bei der man jeden Tag diese Stärken nutzen kann; Umgestaltung der jetzigen Arbeit, um die Signatur-Stärken häufiger einsetzen zu können. Die Stärken sind nach Seligman (2011) ein „Puffer gegen eigene Schwächen und Stürme des Lebens“. Ein Test zur Feststellung der eigenen Stärken ist zum Beispiel im Buch von Martin E.P. Selgmann „Der Glücksfaktor“ zu finden.

Quelle: Martin E.P. Seligman: Der Glücksfaktor. Warum Optimisten länger leben. 8. Auflage 2011. Bastei Lübbe Taschenbuch. ISBN 978-3-404-60548-4