Es gibt einige Branchen, in denen die Fluktuation bei den Arbeitnehmern ziemlich groß ist, insbesondere in den niedrig entlohnten Bereichen. Das Fortbleiben kann unterschiedliche Ursachen haben.

Krankheitsbedingte Abwesenheit

Im Falle der Arbeitsunfähigkeit erscheinen Arbeitnehmer nicht zur Arbeit. Melden Sie sich dabei ordnungsgemäß ab und reichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ein, weiß der Arbeitgeber, woran er ist. Häufig kommt nach Ablauf des Entgeltfortzahlungszeitraums von 6 Wochen keine Bescheinigung mehr und auch keine Mitteilung. Das ist ein Pflichtverstoß. Allerdings kommt es in der Praxis nicht selten vor, dass Arbeitnehmer davon ausgehen, der Arbeitgeber werde von der Krankenkasse informiert. Gelegentlich wird auch von Ärzten (die in solchen Fragen keine kompetenten Ansprechpartner sind) behauptet, der Arbeitnehmer müsse dem Arbeitgeber keine Mitteilung mehr machen oder einen Nachweis vorlegen.

Der größte Fehler: eine Kündigung des Arbeitnehmers annehmen

Es mag für juristische Laien noch so naheliegend sein, aber es ist falsch, bei einfachem Nichterscheinen des Arbeitnehmers von einer Kündigung durch den Arbeitnehmer auszugehen. Vor einigen Jahren konnte ein solches Verhalten seitens des Arbeitnehmers noch, wenn auch oft mit einigen "Klimmzügen", als eigene Kündigung ausgelegt werden.

Das brachte so viel Unsicherheit, dass der Gesetzgeber reagierte und deshalb für alle Kündigungen, sowohl die seitens des Arbeitgebers wie auch die durch den Arbeitnehmer, die Schriftform in § 623 BGB vorgesehen hat. Ohne diese Schriftform ist eine Kündigung aufgrund des formellen Fehlers unwirksam.

Bestätigung der Kündigung

Manche Arbeitgeber haben im Hinterkopf, dass man wohl irgendetwas Schriftliches braucht und "bestätigen" gegenüber dem fehlenden Arbeitnehmer die Kündigung des Arbeitnehmers. Aber diese Bestätigung beendet das Arbeitsverhältnis auch noch nicht. Bei der Schriftformerfordernis kann nicht die andere Vertragspartei die Schriftform herbeiführen. Eine schriftliche Bestätigung der konkludenten Kündigung hätte also nur rechtliche Auswirkungen, wenn sie vom Arbeitnehmer käme und unterzeichnet worden ist.

Bestätigung als Kündigung des Arbeitgebers

Gelegentlich wird versucht, dann die "Bestätigung der Eigenkündigung" des Arbeitnehmers als eigene Kündigung des Arbeitgebers darzustellen. Hier kommt es auf die konkrete Formulierung an. Eine Kündigung ist eine Willenserklärung, die selbst eine Rechtsfolge (hier die Beendigung des Arbeitsverhältnisses) herbeiführen soll. Das ist bei der Bestätigung, dass ein anderer diese Rechtsfolge herbeiführen will, aber nicht der Fall.

Selbst kündigen

Es bleibt für den Arbeitgeber nur eine rechtssichere Lösung: Er muss das Arbeitsverhältnis selbst, unter Beachtung der formellen Voraussetzungen, zum Beispiel Schriftform oder Betriebsratsanhörung, selbst kündigen. Eine Kündigung ist dabei nicht, wenn er den Arbeitnehmer einfach bei der Sozialversicherung abmeldet.

Dabei ist im Regelfall vorher eine Abmahnung auszusprechen. Manchmal meldet sich danach der Arbeitnehmer, will sogar einen Prozess wegen der Abmahnung führen. Damit wäre aber auch ein Grund, weshalb beinahe immer ein Abmahnung vor einer Kündigung ausgesprochen werden muss, eingetreten. Dass nämlich der Arbeitnehmer den Warnschuss erhält und sich eventuell danach vertragsgerecht verhält. Erst wenn der Arbeitnehmer danach immer noch nicht erscheint, kann eine fristlose oder fristgemäße Kündigung ausgesprochen werden.

Systematische Übersicht über das Thema "Kündigung eines Arbeitsverhältnisses"

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors zur Rechtslage zur Zeit der Abfassung wieder. Er kann und will nicht die Beratung im Einzelfall durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt ersetzen. Er ist bewusst vereinfacht gehalten und verzichtet auf die Darstellung "des dritten Sonderfalls der vierten Ausnahmeregelung".