"Wake up" forderte Win Butler, der charismatische Sänger der kanadischen Indie-Rockband Arcade Fire bereits auf dem 2004 erschienenen Debütalbum "Funeral“. Bei Konzerten, wie im September 2010 im Berliner Tempodrom, ist "Wake up" die hymnische Zugabe am Ende eines musikalischen Feuerwerks, das seinesgleichen sucht. "Somethin' filled up my heart with nothin', someone told me not to cry“, mit diesen Zeilen beginnt der Song der mittlerweile bei den Fans Kultstatus hat. Im Jahr 2005 trat David Bowie, bekennender Arcade-Fire-Fan zwei Mal mit der Band in New York auf und absolvierte den Gesangspart von "Wake up" abwechselnd mit Win Butler.
Das Musikerehepaar Win Butler und Regine Chassagne
Arcade Fire, das sind nicht nur das Musikerehepaar Win Butler und Regine Chassagne aus Montreal, die für die Gesangparts zuständig sind – fünf weitere Musiker sorgen mit Keyboard, Bass, Xylophon und Violine für eine orchestrale Breite. Erst durch die Synthese mit Richard Reed Parry, Timothy Kingsbury, Wiliam Butler, Sarah Neufeld, Owen Pallett und Jeremy Gara schafft die Band die ihr eigenen Soundlandschaften mit beeindruckender Klangfülle.
Arcade Fire landet erste Erfolge mit "Funeral“ und "Neon Bible“
2002 gegründet, erschien im September 2004 mit „Funeral“ das erste Album von Arcade Fire. Im März 2007 folgte mit „Neon Bible“ der zweite Streich. Von der Kritik gefeiert, gelang dem Ensemble durch ihren Enthusiasmus und ihre Energie auch in den US- und UK-Charts der endgültige Durchbruch.
Mit "The Suburbs“ auf den Olymp des Indie-Rock
Arcade Fire wurzeln im Folk, ihre musikalischen Experimente wagen den Grenzgang und erfinden das Indie-Rock-Genre auf ihre Weise neu. Die kanadische Band verschmilzt insbesondere auf ihrem dritten Album "The Suburbs“, das im August 2010 in Deutschland erschienen ist, unschuldig und unbelastet ihre musikalischen Ideen zu einem Meisterwerk.
16 neue Songs lassen die Zeit still stehen
16 neue Songs zeugen von einer Reise in die Vorstadt. Schon das Plattencover, das einen Mittelklassewagen verschwommen wie im Traum in einem Hinterhof irgendwo in Texas zeigt, verrät die Dramaturgie. Es geht um eine Reise in die Vergangenheit. Musikalisch wird ein Paradies erschlossen, aus dem es keine Vertreibung gibt. Wieder einmal, wie so manches Mal, wenn sich das moderne Ohr den Klängen von Arcade Fire öffnet, scheint die Zeit still zu stehen.
Arcade Fire gehen neue Wege beim dritten Album
Retrospektiv erschließen Songs wie "Ready to start", "Rococo" oder "Month of May" Teile der Erinnerung. Manche Momente waren "Wasted Hours" in anderen trugen Heranwachsende ihren "Suburban War" aus. Vielschichtig und mit sublimen Minimalismus arrangieren Arcade Fire ihr drittes Album. Die Songs sind bis auf ihre pure Essenz reduziert und sind deswegen frecher, rockiger, vielleicht punkiger, als man das bisher von der kanadischen Band kannte.
Ein tragisch-wehmütiges Konzeptalbum
Es lohnt sich "The Suburbs“ mehrmals aufmerksam durchzuhören. Erst langsam dringt man vor in die Tiefen dieses tragisch-wehmütigen Konzeptalbums. Manche Platte sollte ein geneigter Musikfan einfach im Original besitzen, "The Suburbs“ von Arcade Fire gehört bestimmt dazu.
