
- Arcanoa - Sven Fauth
Jeden Mittwoch ab 20 Uhr öffnen die Tore, der sich augenzwinkernd selbst als „Spellunke“ [sic] bezeichnenden Kulturbar „Arcanoa“. Zu finden ist dieses Kleinod „Am Tempelhofer Berg 8“ am Rande des sogenannten Bergmannkiezes in Kreuzberg unweit des Mehringdamms und kann bequem per U-Bahn über die U6 Haltestelle „Platz der Luftbrücke“ erreicht werden.
Der Veranstaltungsbeginn wird offiziell mit 21:30 Uhr veranschlagt, aber aus Erfahrung ist mit einem späteren Beginn der Live Sessions zu rechnen.
Spielleute aus Nah und fern musizieren im Arcanoa
Am Mittwochabend finden sich Spielleute aus nah und fern im „Arcanoa“ ein, um ihre Musik dem Publikum darzubieten. Die Live Session ist meist kostenlos, wie auch der Information des Flyers zu entnehmen ist: „ohne einen Heller Wegezoll berappen zu müssen“. Mitunter kann es aber vorkommen, daß man 3 Euro respektive Taler zu entrichten hat.
Die Atmosphäre im „Arcanoa“ zeichnet sich zudem durch die Liebe zum Detail aus und lädt allein schon deshalb zum längeren Verweilen ein, was aufgrund der in Berlin üblichen Öffnungszeit durchaus bis zum Morgengrauen andauern kann.
Urige Atmosphäre mit einem kleinen Bach im Tresen
So bietet allein schon der Anblick eines kleinen Baches, der sich auf der Theke entlangschlängelt eine willkommene Abwechslung zur sonst üblichen, genormten Tristesse in Cafes und Kneipen. So kann man an der Theke verweilen, die sehr umfangreiche Getränkekarte durchstöbern und sich auf das musikalische Ereignis einstimmen lassen. Selbstverständlich fehlt in einer Mittelalterkneipe nicht der obligatorische Met in den verschiedensten Variante.
Dudelsäcke und Ritter
Sobald die Musiker, die selten von ihrem äußeren Erscheinungsbild von den Gästen nicht zu unterscheiden sind, die Bühne betreten, kann man sich auf ein interessantes musikalisches Vergnügen einstellen. Zwar ist die Akustik aufgrund der relativ geringen Größe des „Arkanoa“ nicht unbedingt optimal und die Lautstärke, die drei Dudelsäcke samt Trommeln erzeugen können, ist gewiss gewaltig, aber das Erlebnis ist umwerfend.
Fröhliches Beisammensein und spontane Musiker
Das Zusammenspiel der Musiker zeichnet sich durch Spontanität und großes improvisatorisches Talent aus. Erfahrene Musiker helfen dabei nicht selten ihren Kollegen und geben ihnen Tips, so daß das Musizieren sehr familiär erscheint.
Auch das Publikum trägt seinen Teil zur unverwechselbaren Atmosphäre des „Arcanoa“ bei. Vom Mittelalterfan, der voll ausstaffiert mit Helm, Kettenhemd und Schwert erscheint, über Goths bis hin zum Kreuzberger von nebenan ist alles vertreten. Gemeinsam ist allen die Liebe zum Mittelalter und zur Musik.
Homepage und Öffnungszeiten
Das einzige was der Neuzeit angepasst werden könnte, ist wohl nur die Homepage, die selbst dem Mittelalter des Internets zu entstammen scheint. Dies ist aber nur ein kleiner Wermutstropfen, denn das „Quartier der Spielleute“ ist nicht nur für den Mittelalterfan einen Besuch wert.
Öffnungszeiten:
Winter (November-April)
Montag, Donnerstag 20.00 - 3.00 Uhr
Sonntag 21.00 - 3.00 Uhr
Sommer (Mai-Oktober)
Montag, Donnerstag 19.00 - 2.00 Uhr
Dienstag 20.00 - 24.00 Uhr
Sonntag 19.00 - 1.00 Uhr
Ganzjährig
Freitag, Samstag, Mittwoch 20.00-5.00 Uhr
