
- BMW Welt Eingang - BMW AG
Zu den Shootingstars der internationalen Architekturszene der letzten Jahre zählt unbestritten das österreichische Architekturbüro Coop Himmelb(l)au - Prix, Dreibholz und Partner ZT GmbH. Obwohl das Büro bereits 1968 gegründet wurde, kam der weltweite Durchbruch erst in den letzten Jahre.
Von Wolken und Kristallen
"Coop Himmelb(l)au baut heute das, was es sich vor 40 Jahren erträumt hat",
äußerte sich kürzlich einer der Bürochefs. Das in Wien von Wolf D. Prix und Helmut Swiczinsky gegründete Büro entwirft seine Projekte in einem avantgardistischen Stil. Hinter ihrem Streben zu Bauen, verbirgt sich die Idee von Wolken und Kristallen, was bei zahlreichen ihrer Bauwerke deutlich wird. Diese entstehen vielmehr auf einer Gefühlsebene der Architekten als auf rationalen und funktionellen Gedanken. Die Entwürfe ergeben sich aus einem unbewußten Gefühl, einer schnellen Zeichnung, die direkt ins Dreidimensionale verwandelt wird. So entstand aus einer Zeichnung eines springenden Wals ein Bauwerk. Coop Himmelb(l)au verwenden für die Umsetzung ihrer Entwürfe eine Software für Sciencfiction Filme, sonst würde der Prozess zu lange dauern. Vielmehr wären derartige futuristische Gebäude ohne die gegenwärtige Technologie nicht umsetzbar. Unkonventionelle Ansätze hat Prix als Professor für Architektur an der Uni Wien für angewandte Kunst eingeführt. Die Studenten besprechen Entwürfe nicht wie sonst üblich in der sogenannten Korrektur, sondern beim "Review", wie es Prix ausdrückt. Nicht die belehrende Komponente ist ihm bei den Besprechungen wichtig, sondern das Selbstbewußtsein der Studenten zu stärken.
Eine kleine Auswahl der Projekte:
BMW Welt München 2007
Das kürzlich eröffnete Auslieferungszentrum für BMW-Kunden am Olympiapark in München, ist für Käufer gedacht, die ihren Neuwagen gerne am Standort abholen möchten. Das Dach des Prestigebaus ist einer Wolke nachempfunden, die an der Ober- und Unterseite gekrümmt ist. Der Doppelkegel, auf dem das Dach aufliegt dient als Tragwerk. Eine Klimaanlage haben sich die Architekten bei diesem Bauwerk gespart. Das Wasser läuft mittels Konstruktion durch das Gebäude und liefert Kühle im Sommer und Wärme im Winter.
Akadmie-Anbau München 2005
Der moderne Zubau der 1876 erbauten Akademie der Bildenden Künste ist mit einem zentralen Innenhof ausgestattet. Von hieraus leiten Rampen und Durchgänge zu den verschiedenen Bereichen.
Gasometer Wien 2001
Die vier historischen Gasometer beinhalteten ursprünglich die Gasvorräte der Stadt Wien. Nach der Stilllegung wurden sie oft zu kulturellen Zwecke verwendet. Heute ist ein neues kleines Stadtzentrum daraus geworden, eine vernetzte Stadt im kleinen. Das besondere am Projekt Gasometer ist die Entwicklung des sogenannten Schilds. Die Leerräume der Gasbehälter sind aufgefaltet worden und ergeben als neues Gebäude außerhalb das Schild.
Für die kommenden Jahre sind weitere Projekte geplant
2008
eine Schule in Los Angeles (Central Los Angeles Area High School for the visual and performing arts)
2010
ein Kinopalast in Südkorea (BCC - Busan Cinema Complex)
ein Museum in Lyon (Musée des conflunces)
2011
die Europäische Zentralbank in Frankfurt
